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Riesaer Lehrer spielen seit 25 Jahren Kabarett

Riesaer Lehrer spielen seit 25 Jahren Kabarett

Lehrer haben vormittags Recht und nachmittags frei. Dieses Klischee trifft auf Ute Rewig, Kerstin Freitag und Hans-Jürgen Neumann nicht zu.

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Kerstin Freitag, Hans-Jürgen Neumann und Ute Rewig (von links) stehen seit 1986 gemeinsam auf der Bühne und bringen ihr Publikum zum Lachen.

Quelle: Dirk Hunger

Hof/Riesa/Stauchitz. Von CHRISTIAN KUNZE

 

 

 

Der nächste Auftritt in der Schulturnhalle Hof im November ist gebucht, dann haben die drei Pädagogen bereits 26 Jahre Bühnenerfahrung vorzuweisen. Inzwischen begeistern sie Männer und Frauen jeden Alters in und um Meißen, Riesa, Großenhain und Oschatz.

Heute unterrichten die Frauen am städtischen Gymnasium Riesa und "Hansi" an der Mittelschule Stauchitz. Die ersten komischen Gehversuche liegen in der eigenen Schulzeit. Da zogen sie Lehrer durch den Kakao. "Dort sagten Mitschüler, dass wir gut zusammenpassen", erinnert sich Ute Rewig. Aus den schulinternen Auftritten wurden mehr, buchen kann man das Trio heute für Familienfeiern, Firmenfeste oder Vereinsabende. Bis 2008 waren sie zu viert, Eleonore Grimmer stieg aus Altersgründen aus.

Kritisch zu sein, das haben die drei Hobbykünstler festgestellt, war vor der Wende weder schwieriger noch einfacher als heute. "Nach wie vor testen wir unsere Witze das erste Mal vor den eigenen Familien", berichtet Kerstin Freitag. Denn aus der Verwandtschaft kämen viele Impulse, die ins Spiel einfließen. Und genau wie vor 25 Jahren, sei jeder Auftritt von der gleichen Angst begleitet. "Kommt das auch bei den Leuten an, was wir komisch finden, das fragen wir uns jedes Mal", sagt Hans-Jürgen Neumann.

Den eigenen Humor auf einen Nenner zu bringen, fällt ihnen nicht schwer. "Wir mögen es frech und deftig, aber an der Gürtellinie, da ist Schluss", so Freitag. Ebenso schwierig seien Scherze rund um Rechtsradikale. "Da läuft man Gefahr, denen und ihrem Gedankengut eine Plattform zu geben", befürchtet sie.

Ute Rewig hat während ihrer Solo-Auftritte als Postbeamtin, Putzfrau oder Politesse den meisten Kontakt zum Publikum. "Da müssen die Pointen sitzen. Es kommt auf jedes Wort an", sagt sie. Der Lehrerberuf sei hilfreich beim Kabarett, hat Hans-Jürgen Neumann festgestellt. "Denn jeder Lehrer ist zu einer guten Hälfte auch ein Schauspieler."

Meist trifft sich die Gruppe nur zu Auftritten. Außer, wenn neue Sketche einstudiert werden. "Dann schlagen wir bei einem von uns zu Hause das Larven-Lager auf und feilen an den Nummern", beschreibt Kerstin Freitag. Am Anfang stehen die Lieder, die zu jedem Programm gehören. Daran orientiert sich dann der Rest der Ideen. Und auch in den Spielszenen gibt eine Figur stets den Ton an.

Streifzüge durch die große Politik gibt es bei den "Larven" hin und wieder, klar dominiert sind die inzwischen gut zehn Programme jedoch von den Sorgen der kleinen Leute. "Wir widmen uns den Alltagsproblemen. Die sind ja meistens von den Entscheidungen ganz oben beeinflusst", sagt Kerstin Freitag. Die Nähe zum Publikum zeichnet ihre Arbeit aus, das Wiedererkennen bestimmter Typen schätzen die Besucher an einem Abend. "Die beste Motivation, weiterzumachen ist, wenn die Zuschauer hinterher zu uns kommen und sagen: Das habe ich genau so erlebt", sagt Hans-Jürgen Neumann.

Kontakt: Hans-Jürgen Neumann, Telefon:  03525/65 92 82, E-Mail: Lehmi57@web.de; Ute Rewig, Telefon: 035265/607 50, E-Mail: uterewig@gmx.de

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