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Riesaer Verein Sprungbrett schiebt in Oschatz eine ruhige Kugel

Jugend Riesaer Verein Sprungbrett schiebt in Oschatz eine ruhige Kugel

Seit drei Monaten leistet ein neuer Träger Jugendarbeit in Oschatz – doch noch ist es still um den Verein Sprungbrett aus Riesa. Der Vorstand begründet die zögerlichen Aktivitäten mit der schwierigen Suche nach geeignetem Personal. Bisher macht der neue Anbieter vor allem Werbung mit Angeboten im Nachbarlandkreis Werbung.

Die Mädchen im Jugendhaus haben Spaß beim Billard.

Quelle: Christian Kunze

Oschatz/Riesa. Es klemmt in der Lichtstraße 2: Der seit 1. Januar mit offener und mobiler Jugendarbeit im dortigen Haus beauftragte Verein „Sprungbrett“ Riesa hebt nicht ab. Die Bewerbungsfrist für die von Stadt und Landkreis geförderte Fachkraftstelle endete am 20. Februar. Ob sie besetzt ist, erfuhr OAZ auf Nachfrage beim Träger nicht. Vorstandsmitglied Holger Mucke verwies lediglich auf das „laufende Bewerbungsverfahren“.

Mucke sagte, es sei aufgrund des leer gefegten Marktes schwierig, Personal zu finden. „Wir müssen Anforderungen erfüllen. Dazu gehört die fachliche Eignung.“ Dass derzeit mit Claudia Hoffmann eine Fachkraft nur stundenweise in Oschatz ist, werde sich auch nicht ändern, wenn die Stelle besetzt ist. „Die neue Fachkraft wird außerdem in unseren Riesaer Einrichtungen tätig sein“, so Mucke. Der Verein unterhält an der Elbe unter anderem einen Bürgertreff, ein Erlebnisgut, ein Mehrgenerationenhaus und ein Stadtteilhaus. Geplant ist laut Mucke ebenso, die Oschatzer Jugendlichen nach Riesa zu Projekten einzuladen. Gegenwärtig liegt der Fokus in Oschatz auf der mobilen Arbeit, um Kinder und Jugendliche für die Angebote in Oschatz zu gewinnen. Einmal pro Woche ist geöffnet, zudem sei der Träger auf Spiel- und Bolzplätzen in Stadt und Ortsteilen präsent.

Unterstützung durch Ehrenamtliche

Die Fachkraft im Oschatzer Jugendhaus soll von drei ehrenamtlichen Kräften unterstützt werden. Dabei könnte es sich laut Holger Mucke um drei Mitglieder des Vereins „Freizeitzentrum Oschatz“ handeln. „Wir haben ihnen das Angebot unterbreitet, einen Raum in ihrer ehemaligen Wirkungsstätte zu öffnen und unter fachmännischer Anleitung unseres Vereins weiterhin Jugendarbeit im Sinne der Ausschreibung zu bieten. Sie sind bereit dazu“, so Mucke. Zur Erinnerung: Dem Verein „Freizeitzentrum“ und den nun von „Sprungbrett“ favorisierten Personen hatte die Stadt zum Jahresende die Zusammenarbeit gekündigt, weil er die Anforderungen nicht mehr zufriedenstellend erfüllte – der Grund, weshalb zum Jahreswechsel überhaupt erst neu ausgeschrieben wurde.

Im zuständigen Sozialamt der Stadt Oschatz stört man sich nicht daran, dass der neue Träger seine Fachkraft nur zeitweise in Oschatz beschäftigen möchte. „Die Sicherung der Angebote vor Ort sollte Priorität haben. Gefördert wird der Stundenanteil, der im Jugendhaus geleistet wird“, sagte Leiterin Ulrike Lösch auf Nachfrage. Auf die Auswahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter habe die Verwaltung keinen Einfluss. „Die Absicherung der Angebote und Öffnungszeiten ist jedoch ohne diese separat geförderten Maßnahmen nicht möglich“, schätzt die Amtsleiterin gegenüber der OAZ ein.

Jugendhilfeausschuss stimmt Förderung zu

„Der Jugendhilfeausschuss hat der Fachkraft- und Sachkostenförderung zugestimmt“, sagt Nordsachsens Sozialdezernentin Heike Schmidt. „Die Förderung setzt eine der Förderrichtlinie entsprechende Qualifikation voraus“, ergänzt sie. Das geförderte Personal müsse Kriterien des Landkreises und Freistaates erfüllen sowie dem Konzept entsprechende Inhalte zur Umsetzung des Projektes ermöglichen. Hierzu habe es Abstimmungen zwischen Verein, Stadt und Jugendamt gegeben. „Es wird weiter Gespräche mit dem Träger geben, wie auch zu weiteren geförderten Projekten der Kinder- und Jugendarbeit und der Jugend- und Schulsozialarbeit in Oschatz“, betont Schmidt, „Angebote außerhalb von Stadt oder Landkreis widersprechen nicht den Förderkriterien“, sagt sie.

Von Christian Kunze

Oschatz 51.3006128 13.1059825
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