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Riesengaudi in Kleinböhla

Ackerrace Riesengaudi in Kleinböhla

Staub, Speed und jede Menge Spaß: Die 4. Auflage des „Ackerrace“ erlebten und bereicherten 60 Fahrern und Hunderte Zuschauer bei Kaiserwetter.

Staub, Speed und Spaß mit Hunderten Zuschauern: Auf dem abgeernteten Stoppelfeld in Kleinböhla gibt es rasante Verfolgungsfahrten.
 

Quelle: Dirk Hunger

Kleinböhla, Kleinböhla.   Im Zeichen des Nagetiers geht Thomas Beckedahl aus Großböhla an den Start. Auf seinem VW Golf prangt ein riesiger orangefarbener Biber, das Markentier der Baumarktkette Obi. Zum vierten Mal schon, also seit der Premiere, ist er beim Ackerrace mit dabei. Warum? „Weil diese Gaudi einfach ihresgleichen sucht“, sagt er. Mit am Start sind Ehefrau Sabine und seine Tochter, nicht zu vergessen das zuverlässige Technik-Team um Dirk Schöne. Der Kfz-Mechaniker aus Leisnitz mit eigener Werkstatt betreut gleich zwei Fahrzeuge bei der diesjährigen Ackerrace – und das, obwohl er anfangs noch nicht einmal als Besucher bei der verrückten Veranstaltung war.

Mehr Teilnehmer und Besucher

Selbst der Leiter des Oschatzer Obi-Marktes, Roy Köhler, der als Sponsor von Thomas Beckedahl auftritt, lässt es sich nicht nehmen, die Rennläufe zu verfolgen. „Es ist fantastisch, wie viele Menschen die Organisatoren hier begeistern und zusammenbringen. Damit hätte ich nie im Leben gerechnet“ sagt er.

Neben den Besucherzahlen wuchs auch die Zahl der Teilnehmer von Jahr zu Jahr. Kamen bei der spontanen Premiere, die aus einer Bierlaune heraus geboren wurde, nur reichlich ein Dutzend Autos zum Wettfahren auf das abgemähte Feld am Ortsausgang, so sind es in diesem Jahr derer 64. „Die meisten davon legen nicht so sehr verbissen wert auf den Sieg. Sie wollen einfach den Spaß am Fahren ausleben“, sagt Sabine Beckedahl. Wenn dann noch Erfolge dabei rausspringen, sei das ein netter Nebeneffekt. Das Team Obi hat bereits Erfahrung, kann auf einen 1. Platz und einen zweiten Platz verweisen. „Vergangenes Jahr sind wir wegen eines Reifenplatzers ausgeschieden. Dass wir heute, genau wie 2015, im 9. Rennen starten, sehe ich aber nicht als schlechtes Omen“, sagt die Frau, auf deren orangefarbenem T-Shirt „Boxenluder“ steht.

Hervorragende Qualifikation

Tatsächliche gelingt dem Obi-Biber Thomas Beckedahl eine hervorragende Qualifikation. Er nagt sich gleich im ersten Lauf auf die Spitzenposition und hält diese während des gesamten Rennens, das unterbrechungsfrei abläuft. Ein solches Glück haben nicht alle Starter: Hin und wieder müssen Rennen unterbrochen werden, weil Fahrer mit ihren Karossen quer stehen und nicht mehr von der Stelle kommen. Das wirbelt mächtig Staub auf und sorgt für Verzögerungen, der Stimmung schadet es jedoch nicht.

Gleich mit vier Autos an den Start geht das Team Glasseide, gesponsert vom gleichnamigen Unternehmen in Oschatz. Teamleiter ist Matthias Arndt aus Dahlen. Eines davon, ein Fiat Punto, ist das erste Fahrzeug was überhaupt jemals in Kleinböhla auf einem abgeernteten Feld seine Runden drehte – da kommt schon fast Nostalgie auf. Der Fahrer, Maik Tömpke, hat die Tradition des Ackerrace gemeinsam mit Wulf Sukale aus Großböhla begründet. Sie sind noch immer mit dabei und schaffen es, Mitfahrer zu begeistern.

Zum Selbstläufer entwickelt

„Das Ackerrace hat sich binnen weniger Jahre zum Selbstläufer entwickelt“, meint Jens Eckert aus Leckwitz. Sein Sohn Florian geht ebenfalls an den Start, gemeinsam mit anderen. „Wir kamen gestern aus dem Urlaub und staunten, als unser Hof voller Autos stand, bereit, hier anzutreten“, beschreibt der Vater seine Überraschung. André Ulbrich spielt mit dem Gedanken, im kommenden Jahr in Kleinböhla mitzufahren. „Ein Auto zu bekommen ist kein Problem. Ich bin heute hier zum Gucken und will erfahren wie das Regelwerk ist“, verrät der Reppener.

Von Christian Kunze

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