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Ritter, Mätressen und eine musikalische Ortsteil-Reise

Ritter, Mätressen und eine musikalische Ortsteil-Reise

Grauschwitz ist durch eine Verwaltungsreform 1936 aus den Gemeinden Obergrauschwitz und Niedergrauschwitz sowie dem Rittergutsbezirk Niedergrauschwitz entstanden.

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Das Epitaph für Johannes von Grauschwitz in der Kirche zu Altoschatz.

Quelle: Thomas Malik

Grauschwitz/Altmügeln. Eine urkundliche Ersterwähnung von Obergrauschwitz ist schwer an einem Datum festzumachen, da in manchen Urkunden zwischen Ober- und Niedergrauschwitz unterschieden, in anderen nur Grauschwitz genannt wird. Die ältesten Hinweise beziehen sich auf Personen, vermutlich die edlen Herren von Niedergrauschwitz, Vorfahren der Rittergutsbesitzer. So wird erstmals 1206 ein Thitmarus de Gruzwiz, 1308 dann ein Gerhardus de Grusenicz genannt. Letzter bekannter Vertreter ist der Jerusalem-Pilger und Bora-Freund Johannes von Grauschwitz (gest. 1588). Beerdigt ist dieser unter dem Grund der Kirche in Altoschatz. Ein Epitaph weist darauf hin.

 

Im Jahr 1378 wird Gros Griczewicz, 1528 Obergraußwitz erwähnt. Die Deutung des Ortsnamens ist nicht gesichert und bezieht sich womöglich auch auf Niedergrauschwitz. Es ist möglich, dass "Grusovica" das Wort "grusa" (Birne, Birnbaum) zugrundeliegt, in der Region kommt der Familienname Birnbaum häufig vor. Der Name lässt weitere Deutungen zu, so verweisen slawische Sprachen auf "gruch"(Lärm), "gruchot"(Krach), "gruh"(Steingeröll) oder "gruh"(kleine Steine). Namen wie "Gruso vica" könnten alte Flurnamen darstellen, die etwa "Stelle, wo beim Betreten des Bodens ein Geräusch (ein Knirschen) zu hören ist" bedeuten.

 

Verwaltet wurde Obergrauschwitz 1378 von Grimma. 1552 kam es zum Schulamt Meißen, 1843 unter die Verwaltung des Amtes Mügeln mit Sornzig, 1856 zum Gerichtsamt Wermsdorf. Gerichtsämter wurden nach der neuen Ämterverfassung von 1855 für Justiz und Verwaltung geschaffen. Durch die Einführung der Amtshauptmannschaften gehörte es ab 1875 zu Oschatz. Obergrauschwitz war ein Amtsdorf, das heißt der Landesherr war zugleich Grundherr. So unterstand der Ort von 1552 bis 1764 der Vogtei von Schrebitz. Im Zuge der Reformation fanden evangelische Kirchenvisitationen statt. Obergrauschwitz wurde nach Ablaß eingepfarrt. Das war auch mit dem Schulbereich übereinstimmend.

 

Niedergrauschwitz ist ein Reihendorf, das sich an der Straße nach Liptitz angesiedelt hat. Im Jahre 1900 umfasste die Gemarkung 142 Hektar. Davon entfielen rund 130 auf das Rittergut. Der Name taucht erstmals 1529 auf. Verwaltet wird Niedergrauschwitz erst von Grimma, ab 1856 ebenfalls vom Gerichtsamt Wermsdorf und ab 1875 von der Amtshauptmannschaft Oschatz. Es ist Teil des Rittergutsbezirks, kirchlich und schulisch Ablaß zugeordnet. Im 18. Jahrhundert war das Gut Niedergrauschwitzer Gut im Besitz der Familie von Osterhausen. Henriette von Osterhausen gehörte zu den Mätressen August des Starken.

 

Unter dem Motto "Bibel, Bach und Bürgermeister" laden Mügelns Stadtoberhaupt Volkmar Winkler, Joachim Zehme und Dr. Peter Wollny vom Leipziger Bach-Archiv am Montag, dem 14. April ab 19 Uhr Akteure des Café Göttlich und weitere Interessierte zu einer musikalischen Reise durch Mügelns Ortsteile in das Pfarramt Altmügeln ein. Museumsleiter Andreas Lobe liefert Wissen zu den Ortsteilen, Christian Schiel spielt dazu Klavierwerke von Bach. "Dieser Abend soll ein Dankeschön sein für alle, die bisher am Café Göttlich mitgewirkt haben. Die Begegnung hat außerdem die Absicht, neue Ideen für Veranstaltungen auszutauschen", sagt Joachim Zehme, "denn nur durch die Impulse vieler Beteiligter kann das Café weiter bestehen".

 

Christian Kunze

Christian Kunze

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