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Ritter von Nennewitz entdeckt

Ritter von Nennewitz entdeckt

Er sieht aus wie ein lehmverkrusteter Ball, könnte sich aber als kleine Sensation entpuppen. Bei Ausgrabungen im Kirchhof des versunkenen Dorfes Nennewitz ist ein Schädel in einem Einzelgrab zum Vorschein gekommen.

Wermsdorf.

 

 

 

 

Vor 800 Jahren gab es den Kirchenteich noch nicht. Ein kleiner Bach schlängelte sich hier durch den Wermsdorfer Wald, etwa 80 Menschen lebten in Lehmhütten, hatten sich auf einem Hügel eine Kirche gebaut. Und auf der Turmhügelburg residierte der Burgherr.

Reste der Burg und der Kirche hat die Friedrich-Gustav-Klemm-Gesellschaft, die seit 1990 besteht, bereits ausgegraben. Sie können im öffentlich zugänglichen Freilichtmuseum besichtigt werden. Anstelle des heutigen Kirchenteiches, so besagen es alte Überlieferungen, standen früher die Lehmhütten. Kirche und Burg wurden auf einem Hügel errichtet, deshalb sind sie nicht versunken.

Bei Grabungen auf dem Kirchhof fanden die Hobby-Archäologen Anfang der 90er Jahre Skelettreste von etwa 50 Menschen, die teils übereinander beerdigt worden waren. Und außerhalb des Kirchhofes wurden zwei weitere Skelette entdeckt - eines davon verkrüppelt. "Bei dem anderen Toten kann es sich um einen Selbstmörder oder den Henker gehandelt haben, die nicht auf dem Kirchhof begraben werden durften", weiß Wolfgang Niemann, Vorsitzender der Klemm-Gesellschaft.

Beim diesjährigen Sommerlager mit Schülern des Siemens-Gymnasiums aus Großenhain gingen die Schüler unter Anleitung Geschichtslehrers Wolfgang Maaß einer ungewöhnlichen Verfärbung auf dem

ehemaligen Kirchhof auf den Grund. In einer Tiefe von etwa 120 Zentimeter brachte ein trockenes Knacken unter seinem Fuß einen Elftklässler auf die Spur des Burgherren von Nennewitz - der Schüler war auf den Schädel getreten. "Der besondere Begräbnisort östlich der Kirchenapsis könnte darauf hin deuten, dass es sich hier um den Burgherren handelt", vermutet Vereinsvorsitzender Niemann. Der Burgherr sei wahrscheinlich ein Edelfreier (unterste Adelsstufe) gewesen. "Es kann durchaus sein, dass er für seinen Herrn als Ritter in den Krieg gezogen ist", so Niemann. Ob das der Realität entspricht, wird wohl ewig ein Geheimnis bleiben. Ritterrüstung und Schwert werden die Hobbyforscher hier nicht finden. "Grabbeigaben gab es damals nicht", weiß Niemann.

Genauere Erkenntnisse erhoffen sich die Hobby-Archäologen vom Einsatz eines professionellen Grabungstechnikers vom Landesamt für Archäologie, der den Schädel morgen frei legen wird. Gespannt sind die Mitglieder der Klemm-Gesellschaft auch darauf, was sich noch in der Grube findet. Laut Überlieferung sollen die Bewohner des Walddorfes Nennewitz, das etwa um das Jahr 1400 herum verlassen wurde, einen Schatz vergraben haben. Falls das stimmt, wird auch der eines Tages zum Vorschein kommen - genau so wie der Ritter von Nennewitz.

 

www.klemm-gesellschaft.de

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