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Oschatz Röthas Pfarrer geht nach Börln
Region Oschatz Röthas Pfarrer geht nach Börln
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10:18 13.01.2019
Pfarrer Christoph Krebs – hier vor dem Altar in der Marienkirche – verlässt Rötha und geht nach Börln bei Wurzen. Quelle: Jens Paul Taubert
Rötha

Der langjährige Röthaer Pfarrer Christoph Krebs verlässt die Stadt in Richtung Dahlener Heide. Am Donnerstag begann sein Umzug nach Börln, wo die Pfarrstelle seit August 2016 unbesetzt ist. Der Wechsel des 56-Jährigen war schon für den vergangenen Herbst angekündigt. Nun dauerte es doch noch über den Jahreswechsel und Christoph Krebs sitzt auf gepackten Kisten und Koffern.

Als Christoph Krebs vor gut 15 Jahren nach Rötha kam, um die Schwesterkirchgemeinden Rötha und Böhlen zu betreuen, trat er seine dritte Pfarrstelle an. Die erste hatte ihn in die brandenburgische Provinz geführt. Als er 2003 nach Rötha kam, war Christoph Krebs 41 Jahre alt und frisch von seiner Frau geschieden. Deswegen hatte ihm die Landeskirche nahe gelegt, seine zweite stelle in der Stadtgemeinde in Wurzen schon nach acht Jahren zu verlassen. „Ich weiß nicht, ob das heute auch noch so streng gesehen würde“, überlegt der Pfarrer, dessen Gemeinden seit zwei Jahren zum Kirchspiel im Leipziger Neuseenland gehören.

Nach 15 Jahren zurück aufs Land

Der sich nach 15 Jahren in Rötha auch deswegen auf die Stelle in Börln beworben hat, weil der Ort nur ein paar Kilometer östlich von Wurzen liegt und er gern in die ländliche Gegend seiner früheren Wirkungsstätte zurückkehren wollte.

Dort, das ist ihm klar, wird es allerdings deutlich beschaulicher zugehen als in Rötha, der Stadt mit den zwei Kirchen und zwei Silbermannorgeln. Die berühmten Instrumente, die Reisegruppen anlockten und namhafte Organisten aus aller Welt, die werde er nach seinem Weggang aus Rötha wohl am meisten vermissen.

Predigten waren bei der Gemeinde beliebt

Hier und in Böhlen hat er Themen, die ihm wichtig waren und die ihn bewegten, nicht nur in Predigten angesprochen, sondern auch in den verschiedenen Kreisen versucht, seine Gedanken den Menschen nahe zu bringen. Uwe Herrmann vom Kirchenvorstand erinnert sich sehr gern an die Predigten, die er geliebt habe und vermissen werde, wie er bei der Verabschiedung des Pfarrers sagte: „Sie haben mir – und sicherlich vielen unter uns – die Texte des alten und neuen Testaments auf interessante und schöne Art näher gebracht – durch Ihre Sicht hat sich bei mir christlicher Glaube vertieft und weiterentwickelt.“

Christoph Krebs beim Abschied in der Georgenkirche. Quelle: privat

Jenseits der seelsorgerischen Tätigkeit war der Pfarrer von Beginn an und nahezu bis zum letzten Tag auch Bauherr. Bei seinem Amtsantritt ging die Außensanierung der Christopheruskirche in Böhlen gerade zu Ende und er hatte sich um den Innenraum zu kümmern. Mehrere Jahre lang lief die hauptsächlich vom Förderverein getragene Innensanierung der Marienkirche bis hin zum Altar. An der Georgenkirche wurden in zwei getrennten Bauabschnitten erst die Seiten des Turmes und bis Ende 2017 die des Kirchenschiffes saniert. Zum Architekten Wolfgang Friebe entstand dabei eine so herzliche Verbindung, dass der sogar zum Abschiedsgottesdienst für Christoph Krebs kam und an die gute Zusammenarbeit erinnerte.

Abschiedsgeschenk des Kirchenvorstandes für Christoph Krebs. Quelle: privat

Seelsorgerkollegen und Mitarbeiter beschreiben Christoph Krebs als bescheidenen, eher zurückhaltenden Menschen, der den ganz großen Auftritt lieber vermeidet. Das zu seinem Abschiedsgottesdienst gut 150 Gemeindeglieder und Gäste in die Georgenkirche kamen und hinterher noch knapp die Hälfte zum Abschiedskaffeetrinken, freute ihn dann aber doch sehr.

Zum Abschied eine Kerze

Ein Geschenk des Kirchenvorstandes wird ihm den Abschied leichter machen und die Erinnerung an Fünfzehneinhalb Jahre in Röhta und Böhlen lange bewahren. Er bekam eine fast einen Meter große Kerze, auf die Dankesworte, die Jahreszahlen der Dienstzeit und Bilder der drei Kirchen gedruckt sind. Superintendent Jochen Kinder, Mitglieder des Kirchenvorstandes und Bürgermeister Stephan Eichhorn sprachen warme Worte des Abschiedes und wünschten Christoph Krebs alles Gute auf seinem Weg.

 Der besteht in den nächsten Tagen zunächst im Umziehen, Auspacken und im Einräumen der neuen Pfarrerwohnung in Börln. Bis zum Dienstantritt am 1. Februar bleiben ihm dann vielleicht noch ein paar Tage für eine Fahrt an die Ostsee. Die mag er sehr, im Sommer sowieso und noch viel mehr im Winter.

Von André Neumann

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