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Oschatz Rollende Kirche macht in Oschatz Station und bietet Menschen Halt
Region Oschatz Rollende Kirche macht in Oschatz Station und bietet Menschen Halt
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16:54 04.02.2015

Von Gabi Liebegall

Platz finden hier bis zu neun Personen. Gestern machte das Gefährt an der Oschatzer Tafel in der Lichstraße Station.

Gerald Dueck, genannt Gerry (65), seine Frau Blanca und Johannes Döhler vertreten die Heilsarmee. Gerry ist der Chef und hat den Dienstgrad eines Sergeants. Ursprünglich stammt er aus Canada (Manitoba), seine Frau aus Mexiko, und Johannes Döhler ist Deutscher. Jeder von ihnen hat ein großes Herz.

Winfried Ischner (73) aus Oschatz kommt schon lange hierher, erzählt er: "Hier treffe ich Menschen, mit denen ich sprechen kann", begründet er den Besuch. Zu Hause warte niemand auf ihn. "Mit dem Fernseher kann ich nicht reden."

Es ist ein Kommen und Gehen in der kleinen Kirche. Es gibt Kaffee und Mittagessen. "Die Menschen können dafür einen Obolus geben, wenn sie können oder auch nicht", so Gerry, der ein perfektes Deutsch spricht.

Einige der Leute kommen zur Heilsarmee, bevor sie die Tafel besuchen, andere kommen einfach so. "Ich finde die Personen sehr sympathisch, deshalb komme ich gern hierher", sagt eine 68-Jährige, die namentlich nicht genannt werden möchte. Stefanie aus Oschatz ist 23 Jahre alt. "Ich komme oft hierher und freue mich auf den Kaffee und das Essen", führt sie auf.

2001 sind Gerry und seine Frau im Auftrag der Heilsarmee nach Meißen gekommen, um die Organisation hier aufzubauen. "Als ich einmal Oschatz besucht habe, war ich begeistert von der Stadt. Deshalb kommen wir seit März 2013 auch hierher", erklärt der Theologe. Und obwohl er schon seine Rente genießen könnte, macht er weiter. "Ich kann nicht anders." Die Nähe zu den Menschen und der Fakt, ein kleines bisschen helfen zu können, macht ihn stolz.Bedürftige genießen die Herzenswärme. Für sie ist ein Besuch der rollenden Kirche von großer Bedeutung. "Reden, auch über Sorgen. Das tut mir gut", sagt eine Rentnerin.

Auf die Frage, ob er seine Entscheidung, zur Heilsarmee zu gehen, schon einmal bereut hat, sagt Gerry Dueck: "Bereut weniger, aber ich habe manchmal hinterfragt, ob das, was ich mache, auch wirklich etwas für mich ist. Nun, ich bin seit 1994 immer noch dabei, es macht mir viel Freude." Bevor er zum Glauben fand, habe er ein Musikgeschäft geführt. "Dann bin ich sehr viel gereist.

Die Heilsarmee in Deutschland besteht aus 47 Korps (Gemeinden), 18 Sozialeinrichtungen sowie elf angegliederte Angebote. Sie ist Arbeitgeber für 508 Angestellte sowie geistliche Heimat für über 3000 Menschen, darunter 1300 Mitglieder und 136 Offiziere (ordinierte Geistliche).

Die Heilsarmee ist eine internationale Bewegung und Teil der universalen christlichen Kirche. Ihre Botschaft gründet sich auf die Bibel. Ihr Dienst ist motiviert von der Liebe zu Gott. Ihr Auftrag ist, das Evangelium von Jesus Christus zu predigen und menschlicher Not ohne Ansehen der Person zu begegnen.

Gabi Liebegall

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