Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Schau über Wermsdorfer Erfinder und Psychiatrie-Patienten Janke modernisiert
Region Oschatz Schau über Wermsdorfer Erfinder und Psychiatrie-Patienten Janke modernisiert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 01.04.2018
Neu gestalteter Raum in der Wermsdorfer Janke-Ausstellung Quelle: Axel Kaminski
Anzeige
Wermsdorf

Sie stammt übrigens aus einer Zeit, als es in den meisten Haushalten noch keinen Fernseher gab.

Im neu gestalteten Raum können die Besucher auch auf dem Fußboden auf Entdeckungsreise gehen. Der Fußboden ist hier ein Fotoboden mit Zeichnungen und Ausschnitten aus Jankes umfangreichem Briefwechsel im Format 7x7 Zentimeter. „Dieses Gesamtbild aus 3400 Einzelmotiven hat Grafiker Lars Hoschkara für uns erstellt“, erläutert Rosengarten-Vereinsvorsitzender Thomas Schneider. Das Bild sei dann auf einen PVC-Belag gedruckt worden.

Natürlich müsse man sich nicht auf den Boden knien oder legen, um den Nachlass von Karl-Hans Janke zu erleben. Rund 200 der dort enthaltenen Negative seien digitalisiert, in Positive umgewandelt worden und werden nun per Beamer gezeigt. Dazu komme die inzwischen umfangreiche Sammlung digitalisierter Zeichnungen und Schriften, die sich an einem Computer des Museums abrufen lasse.

Neue Präsentation von Janke-Originalen

Im Original zu sehen sind eine Reihe großformatiger Zeichnungen, auf denen Janke Flugkörper, sogenannte Trajekte, dargestellt hatte. Sie haben in den Schubladen zweier extra angefertigten Vitrinen ihren neuen Platz unter Glas gefunden.

„Es ist nicht ganz klar, woher Karl-Hans Janke all seine Kenntnisse hatte“, betont Kurator Dirk Petzold. Zunächst habe sich kein Beleg dafür finden lassen, dass Janke Patente eingereicht oder tatsächlich zuerkannt bekommen habe. Seit der digitalen Aufarbeitung des Patentarchivs stehe fest, dass ihm zwei Patente erteilt worden seien. Keinen Beleg gäbe es hingegen für eine Ingenieurausbildung. Sicher ist, dass er ein Studium der Zahnmedizin begonnen hat. Viele Akten, die seine Biografie erhellen könnten, sind einfach in den Wirren des Krieges verloren gegangen.

Langfristig größere Räume für Museum gesucht

Als Janke-Erben kann man vom Verein Rosengarten erwarten, was Thomas Schneider sagt: „Wir wollen innovativ sein.“ Man habe angefangen, die Räume des Janke-Museums Stück für Stück neu zu gestalten, anschaulicher zu machen, moderne Technik einzusetzen. Das sei nur mit der großen Unterstützung durch den Kulturraum, den Landkreis und die Gemeinde möglich. Hinzu komme ein starkes Engagement von Sponsoren. „Mittel- bis langfristig suchen wir jedoch größere Räume“, so der Vereinsvorsitzende.

Das Anliegen des Vereines gehe über Janke und sein Werk hinaus, hängt aber andererseits oft mit ihm zusammen. So wirken Patienten des Fachkrankenhauses Hubertusburg beim Renovieren der Räume mit, digitalisieren Dokumente und führen Besucher. Es gehe darum, psychische Erkrankungen und Erkrankte vom Stigma zu befreien. Auch das hätte Karl-Hans Janke vermutlich sehr gefallen. Er wäre möglicherweise mehr als ein „wahnhafter Erfinder“ geworden.

Von Axel Kaminski

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Oschatzer Innenstadthändler dürfen im Jahr 2018 an vier Sonntagen ausnahmsweise ihre Geschäfte öffnen. Das beschloss der Oschatzer Stadtrat jetzt mehrheitlich. Wie in den vergangenen Jahren schon sind die Tag an publikumsstarke Veranstaltungen im Zentrum gekoppelt.

01.04.2018

In den Großen Kreisstädten in Nordsachsen leben die meisten Flüchtlinge. Die Kreisbehörde verteilt sie nach einem gleichmäßigen Schlüssel.

31.03.2018

Heike Langfritz ist in diesen Tagen häufig den Tränen nahe. Es ist die letzte Verkaufswoche in ihrem Blumenhaus – dem Flower Shop – wie es in großen rosafarbenen Lettern am Schaufenster steht. Und die 54-Jährige trifft viele ihrer Stammkunden zum letzten Mal als selbstständige Blumenhändlerin. Weil ihr Mann schwer an Krebs erkrankt ist, gibt sie den Laden nach 18 Jahren auf.

31.03.2018
Anzeige