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Oschatz Rotarier aus Oschatz und Torgau bringen Wasser nach Uganda
Region Oschatz Rotarier aus Oschatz und Torgau bringen Wasser nach Uganda
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00:39 15.04.2018
Die Menschen in Uganda tragen Wasser kilometerweit auf ihren Köpfen in Kanistern. Das soll ein Ende haben. Quelle: privat
Uganda

Dort, wo humanitäre Hilfe benötigt wird, sind die Rotaryclubs zur Stelle – und das international. So wie in der Grenzregion zwischen Uganda und Süd-Sudan. Im Süd-Sudan tobt, wie es Wolfgang Köhler, Altpräsident des Rotary Clubs Torgau-Oschatz Katharina von Bora, ausdrückt, „einer der erbittersten Kriege, die man sich vorstellen kann“ – und all das, ohne dass die Welt viel davon mitbekommt – die mediale Aufmerksamkeit für den dortigen Konflikt laufe gegen Null.

Zu spüren sind die Folgen jedoch vor allem in Uganda – durch eine riesige Fluchtbewegung. Im Norden Ugandas herrscht eine stabilerer Situation, haben die Geflüchteten Chancen auf Ruhe, Sicherheit und Bildung. Wer es dorthin schafft, der richtet seinen Blick dann weiter – nach Europa. Dank der sozialen Netzwerke sei das heute ohne weiteres möglich „Menschen, die sicher sind und ihr Glück anderswo suchen wollen, kommen irgendwann zu uns“, so Köhler. Auch aufgrund dieser Flüchtlingsströme sei es wichtig, sich zu engagieren – damit sie gar nicht erst entstehen.

Hilfe für Schwesternstation

Seit dem Jahr 2007 schon besteht eine Verbindung des Rotaryclubs (RC) Riesa-Elbland mit einer katholischen Schwesternstation im Flüchtlingsgebiet von Adjumanie im Norden Ugandas. Wassertanks und Solarpanel wurden gemeinsam mit dem RC Rotherham (Vereinigtes Königreich) und Gulu (Uganda) finanziert. In den Jahren 2015 und 2016 sammelten der RC Elbland und der RC Katharina von Bora Torgau-Oschatz gemeinsam Geld für einen Schutzzaun um das Health Centre der Sacred Heart Sisters in Robidere. Auch der RC Rotherham beteiligte sich.

Durch die Kontinuität des Projektes war das Vertrauen der Spender groß. Der Zaun um das 20 000 Quadratmeter große Gelände konnte errichtet werden und die Schwestern ihr altes klappriges Auto gegen einen geländegängigen Wagen ersetzen. Beides ist notwendig, um Dinge zu transportieren und sich vor wilden Tieren zu schützen. Die beiden Altpräsidenten Burkhard Boldt des RC Riesa Elbland und Wolfgang Köhler sowie die Projektbetreuer Sabine Gueffroy und Uwe Mildner waren im Februar 2017 dabei, als das Auto feierlich geweiht wurde und die Dorfbevölkerung es in Besitz nahm. „Es waren ergreifende Momente, die überschäumende Freude der Afrikaner zu sehen. Sie sind bettelarm, aber glücklich“, so Köhler. Besonders beeindruckend sei auch der Zusammenhalt der Menschen dort, die sich trotz schwieriger Bedingungen am Leben erfreuen können.

Aufruf zur breiten Unterstützung

Auch wenn die bisherige Unterstützung wesentlich zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Schwestern und damit auch der Lebenssituation der Menschen vor Ort beitragen konnte, so bleibt noch viel zu tun – etwa Verbesserung der Trinkwassersituation des Gesundheitszentrums, Unterstützung des neu geschaffenen angegliederten Kindergartens und der Gemeinde. Das Wasser für die Krankenstation kommt bis heute nur aus einem drei Kilometer entfernten Brunnen. Von dort muss es in großen Bottichen geholten werden, die Freiwillige jeden Alters, vor allem jedoch Kinder, auf ihren Köpfen tragen. Der Bau eines Brunnens zur vernünftigen Wasserversorgung ist das nächste Projekt, das die Rotarier umsetzen wollen. Die Clubs in Riesa und Torgau-Oschatz würden sich sehr freuen, wenn weitere Clubs sich an diesem konkreten Hilfsprojekt beteiligen.

Der Rotary Club

Gegründet 1905, ist Rotary International der älteste und einer der größten Service Clubs weltweit. Angehörige verschiedener Berufe unabhängig von politischer und religiöser Anschauung, gehören den einzelnen Clubs an. Ziele sind humanitäre Dienste, Einsatz für Frieden und Völkerverständigung sowie Dienstbereitschaft im täglichen Leben. Rotary (dt. rotierend) steht für die anfangs wechselnden Orte der Zusammenkünfte und geht auch darauf zurück, dass die meisten Ämter innerhalb der Clubs jährlich neu besetzt werden. Rotarier gründeten die Unesco und waren an der Charte der Vereinen Nationen beteiligt. Regional sind 50 bis 100 Clubs in sogenannten Distrikten vereinigt. Ab den 1970er Jahren wurden Frauen aufgenommen, seit 1989 sind sie allgemein akzeptierte Mitglieder. Es gibt jedoch nach wie vor reine Männerclubs, etwa in Hamburg.

Präsident des Rotary Clubs Torgau-Oschatz ist Klaus-Peter Wöhlermann

Präsident des Rotary Clubs Torgau-Oschatz Katharina von Bora ist derzeit Klaus-Peter Wöhlermann. Er und die 18 weiteren Mitglieder wohnen im Altkreis Torgau-Oschatz Gegründet wurde der Club Ende August 2005. Die Treffen finden alle zwei Wochen statt. Bei jedem Meeting steht ein Sparschwein auf dem Tisch, das gefüttert werden möchte, die Einnahmen aus Benefizaktionen und das Sparschweingeld kommen in den Rotary-Spenden-Topf Jedes Jahr stehen rund 10 000 Euro bereit, die für Spenden-Projekte zum Einsatz kommen. Aktionen des Clubs ins die Beteiligung auf Weihnachtsmärkten in Torgau und Oschatz, beim Frühlingsfest in Torgau und Martinsgansessen in Wermsdorf. Neueste Initiative ist der Frühlingsball in Oschatz. Zu den Projekten zählen die Auszeichnung der besten Absolventen der Haupt- und Förderschule im Landkreis Nordsachsen, die Stiftung des Hubertusburger Jugendfriedenspreises, Hilfe für den Kinderschutzbund Torgau, Finanzierung von Ferienlagerplätzen für Kinder aus sozial schwachen Familien, diverse Stipendien und, gemeinsam mit der evangelischen Kirchgemeinde Wermsdorf, die Ausstattung einer Internatschule für Aidswaisen in Sambia mit einem Internetzugang und PC-Technik.

1. Frühlingsball des Rotary Clubs Torgau-Oschatz Katharina von Bora, Freitag, 4. Mai, Thomas-Müntzer Haus Oschatz, Beginn 19 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. Das Kartenkontingent ist begrenzt. Karten sind zum Preis 64,50 Euro über Eventim buchbar oder in der Oschatz Information erhältlich. Im Preis enthalten ist der Eintritt, ein Sektempfang und ein festliches Buffet. Für Showeinlagen sorgt der Oschatzer Tanzclub. Zum Tanz spielt das Salonorchester de Saxe. Um festliche Garderobe wird gebeten.

Von Christian Kunze

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