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Rotes Vorwerk wird nach Abriss an Stadt Oschatz verkauft

Stadtgestaltung Rotes Vorwerk wird nach Abriss an Stadt Oschatz verkauft

Das Rote Vorwerk ist eines der ältesten Gebäude der Stadt Oschatz und steht deshalb unter Denkmalschutz. Weil hier eine Sporthalle geplant ist, soll das Haus abgerissen werden.

Das Rote Vorwerk soll verkauft werden.

Quelle: Hagen Rösner

Oschatz. Die Würfel sind gefallen – das Rote Vorwerk auf dem Grundstück Bahnhofstraße 1 wird verschwinden und für eine Turnhalle des Schulcampus Platz machen. Der Hauptausschuss der Stadt Oschatz hat auf seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag beschlossen, das Grundstück, welches sich derzeit im Besitz der Wohnstätten befindet, zu kaufen. Dabei stellte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar die Verfahrensweise klar: „Der jetzige Eigentümer – die Oschatzer Wohnstätten – hat den Abriss des Objektes beantragt und von der oberen Denkmalbehörde unter Auflagen die Zustimmung erhalten. Die Wohnstätten werden den Abbruch organisieren und das Grundstück dann an die Stadt Oschatz verkaufen, die die Fläche für eine Ergänzung des Schulcampus benötigt.“

Schulcampus soll weiterentwickelt werden

Nach den Vorstellungen der Stadt soll damit der Schulcampus weiterentwickelt werden. Das nächste Großprojekt auf dem Schulcampus ist die Errichtung einer Schulsporthalle, die auf dem Grundstück des Roten Vorwerks entstehen soll. „Damit entfallen dann für die Schüler die unsäglichen Wege zur Döllnitzsporthalle, die ja eigentlich einmal als provisorische Verkaufseinrichtung konzipiert worden war“, so der Oberbürgermeister. Die Stadt kauft das knapp ein Viertelhektar große Grundstück zum Preis von rund 79 000 Euro und zahlt damit 35 Euro pro Quadratmeter. Über diese Pläne wurde im Zuge des Bauleitverfahrens schon mehrfach im Stadtrat und den zugehörigen Ausschüssen gesprochen. Bereits seit über zwei Jahren bemüht sich die Stadt in diesem Zusammenhang, auf dem Gelände Baurecht zu schaffen. Dabei gab es einen Rechtsstreit, um den Abriss des denkmalgeschützten Objektes durchzusetzen. Für die Umsetzung der Pläne haben sich aber die Stadtverwaltung und die Wohnstätten einen größeren Zeitrahmen gegeben. Der Kauf soll nämlich erst im Sommer 2019 über die Bühne gehen.

Denkmalschützer stehen Abriss kritisch gegenüber

Denkmalschützer und Oschatzer Heimatforscher machten schon vor Jahren klar, dass sie dem vorgesehenen Abriss des Hauses kritisch gegenüberstehen. Die uneingeschränkte Denkmalwürdigkeit des Objektes resultiere aus dem hohen Dokumentationswert des „Roten Vorwerks“ für die Stadt- und Heimatgeschichte von Oschatz, heißt es in der Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege. Das Haus stelle nach derzeitigem Kenntnisstand „die bedeutendste Grundstücksanlage der alten Oschatzer Vorstädte“ dar und verdeutliche Art und Charakter der ehemaligen Vorstadtbebauung. Allerdings sind vom Ursprungsbau aus dem 16. Jahrhundert – einem Vierseitenhof mit Hinterhaus, Scheunen und Schuppen – nur noch das zur Straße gelegene Vorderhaus und Mauerwerksreste der im Erdgeschoss gelegenen Außenwand zur Gasse hin erhalten.

Die Grünen-Stadträtin Uta Schmidt votierte als Einzige gegen den Kauf und den damit zusammenhängenden Abriss. Die Oschatzer Wohnstätten wurden allerdings beauftragt, markante Gebäude und Teile wie das Sandstein-Türgewände zu bergen. Die Objekte sollen beim Neubau integriert werden, um an die vorherige Nutzung des Oschatzer Vorstadtgrundstücks zu erinnern.

Von Hagen Rösner

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