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Ruhepol am Rand der Stadt

Ruhepol am Rand der Stadt

Ein Ruhepol der Stadt Oschatz: die Gartenanlage "Goldene Höhe" nahe des Stadtteils Kleinforst. "Es ist sehr friedlich hier. Durch die Lage gibt es keinen Straßenlärm, und es ist ein Ort für Ruhe und Entspannung geschaffen", sagt der Vereinsvorsitzende André Zwartek.

Oschatz.

Gemeinsam mit den Gartenfreunden Wolfgang Kade und Andreas Schedler erzählt er der OAZ-Reporterin bei einem Rundgang durch die Gärten vom Alltag in der Anlage.

 

Ein ehemaliger Steinbruch wurde im Jahr 1976 in die Gartensparte verwandelt. Die Grube wurde mit Schutt befüllt, um einen ebenmäßigen Boden zu erhalten. Die ersten zwölf Mitglieder der Sparte packten überall, wo es ging, selbst an - und so entstanden innerhalb kürzester Zeit die ersten Gärten.

 

Der erste Vereinsvorsitzende Paul Gast kurbelte wenig später auch die Verlegung der elektrischen Leitungen an. Auch die Wasserleitung verlegten die Gartenfreunde selbst. So entstand nach und nach eine "grüne Lunge" am Rand der Stadt. "Ich bin fast täglich hier, und der Garten bietet mir viel Entspannung. Es ist außerdem meine Freizeitbeschäftigung geworden", antwortet Wolfgang Kade auf die Frage, warum er hier einen Garten hat. "Man kann seine eigenen Produkte ernten und weiß auch, was drin ist", fügt er lächelnd hinzu.

 

Die Zahl der Mitglieder ist über die Jahre gewachsen. Waren es 1976 noch zwölf Gartenfreunde, sind es heute schon 40. Insgesamt gibt es auch nur zwei freie Gärten, die laut André Zwartek vor zwei Jahren noch im Rahmen des Programms "Arbeiten leben" genutzt wurden. Nun stehen sie jedoch leer. Hauptgrund ist nach Einschätzung des Vereinschefs, dass es in diesen Parzellen keine Lauben gibt.

 

Jedes Mitglied muss in seinem Garten ein Drittel der Fläche zum Anbau nutzen. Eine besondere Vorgabe dabei gibt es jedoch nicht. "Es darf alles angebaut werden - vom kleinen Apfelbaum bis zum großen Kartoffelbeet", so Zwartek.

 

Das Vereinsheim befindet sich gleich neben der Parzelle von Andreas Schedler, der seit fast zwei Jahren hier seinen Garten hat. Auch er ist fast täglich, wenn seine Zeit es zulässt, in seinem kleinen Paradies. Dazu gehört ein etwas ungewöhnlicher Springbrunnen, der leise plätschert. Das Wasser fließt aus einer blauen Kloschüssel am Rande des selbst angelegten Teichs. Die Kloschüssel hat Andreas Schedler im Keller der Laube entdeckt, als er die Parzelle von seinem Vorgänger übernommen hatte. "Ich fand die Idee gut, und es reichte auch anfangs nicht für einen richtigen Brunnen", erklärt Andreas Schedler das ungewöhnliche Wasserspiel.

 

Auf die Frage, ob die Gartenfreunde auch zusammen feiern, nicken alle drei heftig. "Es gibt jedes Jahr ein Vereinsfest, das im Sommer stattfindet. An diesem Tag grillen wir alle gemeinsam, und es werden Geschichten ausgetauscht", erzählt André Zwartek. Doch in dem Verein gibt es nicht nur gemütliche Abende miteinander. Alle Gartenfreunde müssen jedes Jahr an mindestens vier Arbeitseinsätzen teilnehmen. Dabei werden meist die Wege gereinigt oder am Spartenheim Rasen gemäht. Wer sich davor drückt, muss pro "geschwänztem" Einsatz zehn Euro in die Vereinskasse legen.

 

Das Alter der Spartenmitglieder im Verein "Goldene Höhe" ist relativ breit gestreut. "Ungefähr 40 Prozent sind bei uns junge Leute, und der Rest fällt dann an die ältere Generation", sagt der Vereinsvorsitzende.

 

Zum Abschluss des Rundgangs durch die Sparte gibt es noch einen Blick in den Garten von Wolfgang Kade. Bei ihm blühen die Sonnenblumen in voller Pracht, und der Kleingärtner ist sichtlich stolz.

 

"So machts gut, ich bleibe gleich hier." Mit diesen Worten verabschiedet sich Wolfgang Kade von der OAZ-Reporterin. Und auch Andreas Schedler hebt die Hand zum Abschied. Die Kleingärtner sind an diesem friedlichen Ort nicht so viel Aufregung gewohnt. Endlich können sie wieder in ihren ganz eigenen Ruhepol zurückkehren.

Josefin Möbius

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