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Ruhige Idylle mit Fuchs und Reh: So lebt es sich in Oschatz

Duft nach Heimat Ruhige Idylle mit Fuchs und Reh: So lebt es sich in Oschatz

Die Abgase der Schmal­spurbahn „Wilder Robert“ gehören für Frank Hörügel zu seiner Heimatstadt. Der LVZ-Redakteur durchquert Oschatz am liebsten in Laufschuhen. Der Vorteil: In der kleinen Stadt drängeln sich die Jogger im Park nicht. Und überhaupt hat Oschatz noch einiges mehr zu bieten.

Gefühl von Heimat: die Schmalspurbahn „Wilder Robert“ in Oschatz.

Quelle: Sven Bartsch

Oschatz. Für die einen ist es einfach nur grässlicher Gestank, für die anderen lieblicher Duft. Ich zähle zu den anderen. Wenn die Schmal­spurbahn Wilder Robert ihre ruß­geschwärzten Dampfwolken über Oschatz bläst, dann atme ich ganz tief durch. Seit meiner Kindheit begleitet mich dieser Geruch, der sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht verändert hat – so duftet Heimat.

Doch Oschatz macht nicht nur Dampf, sondern eignet sich auch hervorragend dafür, Dampf abzulassen. Zum Beispiel zu früher Stunde beim Joggen entlang des Flüsschens Döllnitz. Anstatt sich wie im Park einer Großstadt mit Ellenbogen einen Weg zwischen schwitzenden Läufern bahnen zu müssen, kreuzen in Oschatz nur ein paar Hasen, Rehe oder Füchse ­meinen Weg – zu jeder Jahreszeit eine herrlich ruhige Idylle. Und mit etwas Glück schießt zur Halbzeitpause im Stadtteil Mannschatz ein farbenprächtiger Eisvogel pfeilschnell unter der Döllnitzbrücke hindurch.

Selbst gebackener Pflaumenkuchen von der Nachbarin

Oder letzten Sonntag: Da klingelte die Nachbarin von der gegenüberliegenden Straßenseite an unserer Tür – mit selbst gebackenem Pflaumenkuchen für uns. Das Pflaumenmus aus eigener Pro­duktion hatten wir ihr im vergangenen Herbst geschenkt. Einfach nett und wohl nur in einer Kleinstadt möglich. Nicht zu vergessen die monatliche Skatrunde mit den ­Kumpels aus Schulzeiten.

In unserer Stammkneipe, deren Wirt sich zum Glück erfolgreich dem ländlichen Kneipensterben entgegen stemmt, muss ich mein Bier nicht bestellen. Ein Nicken in Richtung des Tresens sagt mehr als Tausend Worte. Am Kneipentisch werden dann die alten Jugend-Geschichten wieder aufgewärmt und das aktuelle Stadtgeschehen ausgewertet. Manchmal ist das die Geburtsstunde einer Zeitungsgeschichte. Die Skatrunde macht heute noch genau so viel Spaß wie vor über 30 Jahren, als wir an gleicher Stelle zum ersten Mal die Karten gezückt haben.

Natürlich ist nicht alles großartig in der kleinen Stadt. Zum Beispiel Kino oder Kneipennacht: Beides gab es hier, gibt es heute aber leider nicht mehr. Deshalb wird es mir ab und zu etwas zu eng in der Kleinstadt. Doch auch das ist kein Problem. Dresden und Leipzig sind zum Glück nicht weit weg. Und bei der Rückkehr nach Oschatz gibt’s als Willkommensgruß einen Blick auf die markanten Türme der St. Aegidienkirche.

Von Frank Hörügel

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