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Oschatz Ruka: Insolvenzverwalter sieht Zukunft des Unternehmens optimistisch
Region Oschatz Ruka: Insolvenzverwalter sieht Zukunft des Unternehmens optimistisch
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16:10 27.02.2018
Mügeln Ruka Quelle: Sven Bartsch Fotograf
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Mügeln

Aufatmen bei der Ruka: Nachdem am Wochenende Informationen über eine erneute Insolvenz des Ofenkachelherstellers aus Mügeln bekannt und am Montag bestätigt wurden, hat die Kanzlei „Mönning Feser Partner“ des vorläufigen Insolvenzverwalters Martin Dietrich am Dienstag eine Pressemitteilung veröffentlicht.

Die darin getroffenen Aussagen sorgen nicht nur für eine Entspannung der Situation – sie lassen sogar auf eine positive Zukunft für das traditionsreiche Unternehmen hoffen.

Geschäftsbetrieb ist „fortführungswürdig und sanierungsfähig“

Die Ruka hatte am vergangenen Freitag am Amtsgericht Leipzig wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt. „Die ersten Ermittlungen ergaben, dass der Geschäftsbetrieb fortführungswürdig und sanierungsfähig ist. Die Betriebstätigkeit wird aus diesem Grund in vollem Umfang fortgeführt“, teilt die Kanzlei mit.

Und auch die 57 Angestellten können aufatmen: Alle Arbeitsverhältnisse seien ungekündigt, Lohnrückstände bestünden bislang nicht.

Vertriebsmitarbeiter verloren – Umsätze zeitweilig geschrumpft

Grund für den erneuten Insolvenzantrag – immerhin der zweite innerhalb von 14 Monaten – sind wirtschaftliche Schwierigkeiten, für die mehrere Faktoren maßgeblich seien. Zum ersten konnten die nach der vorherigen Insolvenz nötigen Sanierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen bis heute nicht vollständig umgesetzt werden. „Der Sanierungsprozess wird nunmehr unter der Mitwirkung des vorläufigen Insolvenzverwalters fortgesetzt.“

Zum zweiten habe die Ruka in den vergangenen Monaten zwei Vertriebsmitarbeiter verloren, deren Stellen inzwischen aber wieder besetzt wurden. „Durch die vorübergehenden Defizite im Vertrieb gingen zeitweilig jedoch Umsätze verloren.“

Sturmschäden haben Kosten verursacht

So fiel das Geschäftsjahr 2017 vergleichsweise zurückhaltend aus. „Ursächlich hierfür war neben dem Wegfall der Vertriebsmitarbeiter auch eine zeitweilige Verunsicherung einzelner Kunden aufgrund der vorangegangenen Insolvenz. Mittlerweile ist diese Problemlage behoben. Der aktuelle Auftragseingang ist vielversprechend.“

Als dritten Faktor nennt die Kanzlei „außerordentliche Ereignisse“ wie die Stürme der vergangenen Monate, bei denen Dächer der Betriebsgebäude zwei mal schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden, sowie kostenintensive Sanierungsmaßnahmen wie jene des Brennofens zum Jahreswechsel, weswegen die Produktion zudem zeitweilig zurückgefahren werden musste.

Exportgeschäft soll verstärkt werden

Die weiteren Ausführung lassen entgegen anderer Vermutungen sogar auf eine aussichtsreiche Zukunft für die Ruka hoffen. Nicht nur hätten Gespräche mit größeren Abnehmern ergeben, dass diese an der Geschäftsbeziehung zu dem Unternehmen festhalten werden.

Auch „soll eine neue Produktlinie eingeführt werden. Weiterhin soll das bislang eher geringe Auslandsgeschäft ausgebaut werden“. Diese schon länger geplanten Maßnahmen konnten bisher noch nicht umgesetzt werden. „Die Markteinführung neuer Produkte ist aber konkret vorbereitet.“

Zusammenfassend teilt die Kanzlei mit, dass die Ruka über eine stabile Absatzbasis verfüge. Durch die Einführung neuer Produkte solle diese bis Mitte des Jahres verbreitert werden. Finanzierungsverbindlichkeiten oder Fremdrechte an den Betriebsmitteln bestünden nicht. „Vor dem Hintergrund dieser Sachlage bestehen für den eingerichteten Betrieb gute Sanierungschancen.“

Von Christian Neffe

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