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Rumänische Familien zieht es nach Oschatz

EU-Bürger Rumänische Familien zieht es nach Oschatz

Vier rumänische Familien mit insgesamt 24 Kindern haben sich in Oschatz niedergelassen. Eine Familie davon hat bereits für Gesprächsstoff gesorgt, indem eine Mutter in der Kleiderkammer der Tafel randaliert hat. Diese Familie wurde von OAZ nicht angetroffen. Zwei Familien (siehe Foto) hat die OAZ besucht und wurde höflich empfangen.

Eine rumänische Familie mit sechs Kindern, die seit Februar 2016 in Oschatz wohnen.

Quelle: Gabi Liebegall

Oschatz. Immer mehr Rumänen lassen sich in Oschatz nieder. Als Bürger der EU können sie ihren Wohnort frei wählen. Problemlos geht das allerdings nicht vonstatten, denn unter den Rumänen gibt es auch schwarze Schafe. Das bekommen die Mitarbeiter der Oschatzer Tafel zu spüren. Bei der Warenausgabe geht es jetzt zwar geordneter zu – immerhin gibt es einen Sicherheitsdienst, der für Ordnung sorgt. Doch die beiden fest Angestellten, sieben Bufdis (Bundesfreiwilligendienst) und etwa 30 Ehrenamtliche kämpfen mit ganz neuen Problemen.

Gemeldet haben sich bei der Tafel jetzt auch vier rumänische Familien – es gibt allerdings in Oschatz bereits mehr – mit insgesamt 24 Kindern. Nach den Aussagen einer rumänischen Familie sind ihre Kinder in Rumänien, in Österreich und in Italien geboren. Das Jüngste erblickte in Deutschland das Licht der Welt.

„Rumänen sind EU-Bürger und dürfen innerhalb der Europäischen Union hinziehen, wohin sie möchten. Sie melden sich ganz normal beim Einwohnermeldeamt und gegebenenfalls beim Jobcenter. Es gelten gleiche Regeln wie bei deutschen Bürgern“, heißt es aus dem Landratsamt Nordsachsen.

Konfrontiert werden die „Tafel“-Mitarbeiter in diesem Zusammenhang mit Verhaltensweisen, die sie so bisher noch nicht kannten. Tafel-Chefin Rita Brückner erzählte, dass sich vor einigen Tagen eine rumänische Familie in der Kleiderkammer der Tafel einkleiden wollte. „Sie haben sich wirklich sehr viel rausgesucht. Letztendlich wollten wir acht Euro für alle Sachen. Das war der Frau zu viel. Sie wollte feilschen. Die Mitarbeiter haben mich gerufen, weil sie von der Rumänin bedrängt wurden.“ Allerdings haben die Tafel-Mitarbeiter nicht mit sich handeln lassen. Daraufhin sei die Rumänin völlig ausgerastet. „Sie hat nagelneue Bettwäsche aufgerissen und durch die Gegend geworfen. Deshalb habe ich sie mit Hilfe unseres Security-Mannes rausgeworfen – ohne etwas.“

Wie aus zuverlässiger Quelle zu erfahren war, leben einige Rumänen seit November 2015 in Oschatz, eine andere Familie seit Februar. Sobald sie in einer Stadt gemeldet sind, beantragen sie Kindergeld, was sie nach etwa drei Wochen bekommen und nach einem Vierteljahr Hartz IV. Wovon die Rumänen leben, bis Kindergeld fließt, ist nicht bekannt. Einige wurden bereits bettelnd in Oschatz gesehen.

Nach dem Auslaufen des Kindergeldes erhielt eine siebenköpfige Familie im November 2015 Hartz IV-Geld in Höhe von 616,91 Euro, im Dezember 1321,85 Euro, im Januar 2016 1598,86 Euro und von Februar bis April 1536,98 Euro. Da es sich beim Kindergeld um Einnahmen handelt, sei das bei den Zuschüssen bereits angerechnet.

Die OAZ wollte mit der Frau, die bei der Tafel randaliert hat, ins Gespräch kommen. Fehlanzeige. Bei der angegebenen Adresse handelt es sich um ein unbewohntes, herunter gekommenes Haus ohne Klingel. Aber es hängt ein Zettel mit rumänischen Namen sichtbar an der Haustür.

Von zwei anderen rumänischen Familien wurde OAZ höflich empfangen. Da sie nur rumänisch sprechen, kam es zu keiner Kommunikation, auch nicht in englischer Sprache. So konnte die OAZ nicht in Erfahrung bringen, ob Familienmitglieder arbeiten oder nicht.

Auf Anfrage beim Jobcenter antwortete die Chefin Christine Westphal, dass auch arbeitslose EU-Einwanderer Anspruch auf Hartz IV haben können. „Das ist gesetzlich geregelt. Es wird aber immer der Einzelfall geprüft“, sagte sie. Werde die Leistung vom Jobcenter abgelehnt, prüfe das Landratsamt die Möglichkeit der Sozialhilfe.

Von Gabi Liebegall

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