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Rund 50 000 Besucher beim Wermsdorfer Horstseeabfischen

Volksfest Rund 50 000 Besucher beim Wermsdorfer Horstseeabfischen

Frische Karpfen wurden am Wochenende zu Hunderten aus dem Horstsee in Wermsdorf gefischt. Das traditionelle Abfischen besuchten in diesem Jahr etwa 50 000 Gäste. Das freundliche Herbstwetter nutzten viele Menschen aus der Region und darüber hinaus zu einem Ausflug nach Wermsdorf.

Menschenmassen bevölkerten am Wochenende den Horstseedamm, wo viele Stände Leckereien vom Fisch anboten.

Quelle: Foto: Dirk Hunger

Wermsdorf. Rappelvoll ist das Festzelt an diesem Sonnabendabend beim Wermsdorfer Horstseeabfischen. „Die Erbschleicher“ sorgen für Stimmung. Viele der Besucher amüsieren sich prächtig, lassen auf diese Weise einen Besuch bei diesem traditionsreichen und größten sächsischen Fischerfest ausklingen. „Es ist einfach wieder geil“, gesteht Frank Mann aus Grimma, der sich mit Freunden in Wermsdorf getroffen hat. Verärgert, dass das Fest in diesem Jahr mit etwas Verspätung wegen der Straßenbaumaßnahmen stattfindet, ist er wie viele andere nicht – denn das Wetter spielt ja mit. „Schon als Kind habe ich das Fest am Horstsee kennengelernt und genossen. Wir sind damals mit der ganzen Familie hingefahren, weil es viel leckeren Fisch gab. Allerdings war frühes Aufstehen damals angesagt, damit man auch die besonderen Spezialitäten wie geräucherten Aal bekam“, blickt der Mittfünfziger zurück. Heute sei das kein Thema mehr, deshalb käme er erst am Nachmittag nach Wermsdorf, um bis spät in die Nacht zu feiern.

Mitglieder der Feuerwehr sichern das Fest ab

Zum Feiern kaum Zeit haben dagegen viele Frauen und Männer, die durch ihre Arbeit und ihr Engagement zum Gelingen des Volksfestes beitragen. Ein Beispiel dafür sind die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Wermsdorf um Wehrleiter Carsten Köhler. Früh um sieben Uhr beginnt für die meisten der Wermsdorfer Blauröcke an einem Hostseefischen-Tag der Dienst. Dann treffen sie sich im Depot, um ihren Einsatz beispielsweise als Ordner und Parkplatzwächter abzustimmen. Im Depot beginnen dann auch jene Mitglieder ihren Dienst, die einen schmackhaften Eintopf in der Feldküche der Wehr kochen, Getränke ordern und bereit halten, um so für das leibliche Wohl der Helfer zu sorgen. Parkplätze kennzeichnen, Sperrungen aufbauen, gehören anschließend zu den Aufgaben, ehe die ersten Besucherautos eingewiesen, die OAZ-Beilage „Der Horstseefischer“ verteilt und die Parkgebühren kassiert werden. Und dabei immer freundlich, höflich sein, erst recht, wenn sich die Schlange der wartenden Autos und Reisebusse zum Beispiel aus Richtung Mutzschen am Sonnabendvormittag über den Göttzwitzer Kreisel bis kurz vor Mutzschen staute.

Wermsdorfer Fischsuppe besonders gefragt

Ohne Helfer kommen aber auch die Teichwirtschaften, die Wermsdorfer Seegasthöfe oder die Fischhändler an solch einem Wochenende nicht aus. „Wir sind seit 6 Uhr im Einsatz“, erklärte Steffen Schwarze, Mitarbeiter der Firma Schulz, während er in einem der Kessel mit der Original Wermsdorfer Fischsuppe rührte. „44 Leute sind bei uns im Fischerdorf bestimmt insgesamt im Einsatz.“ Ihr unverkennbares Zeichen: Alle Helfer und Akteure tragen hier das weiß-blau gestreifte Fischerhemd. Egal in welcher Form man Fisch vor Ort genießen oder ob man ihn mit nach Hause nehmen wollte, für jeden Geschmack hielt das Fischerdorf etwas bereit. Doch besonders gefragt war wieder die Fischsuppe, deren Qualität vor allem davon abhängt, wie gut der Karpfen im Sud verweilte, denn kochen darf der nicht. „Acht Kessel werden es bis heute Abend bestimmt noch werden“, schätzte Steffen Schwarze am Sonnabend ein.

Doch nach dem letzten Gast war noch nicht Schluss. Aufräumen und Vorbereitungen für den Sonntag warteten. Oft sind Familien über Generationen hinweg beim Hostseefischen im Einsatz. Das trifft auch auf die Familie des Chefs der Teichwirtschaften Wermsdorf und Torgau Georg Stähler zu. Enkelin Laura verkaufte beispielsweise charmant und beflissen an einem Stand Fischbrötchen.

150 Händler boten ihre waren an

Apropos Stände. Waltraud und Frank Rüdrich aus Leisnig gehörten mit ihrem Verkaufsmobil zu den rund 150 Händlern, die neben den Schaustellern und dem Angebot zu einem Hubschrauberrundflug für Abwechslung neben den kulturellen Angeboten im Festzelt sorgten. „Hier ist alles wieder top organisiert. Das findet man nicht immer“, meinte Frank Rüdrich.

Doch bei so manchem Besucher aus der Oschatzer Region kommt beim Rückblick auf längst vergangene Jahre Wehmut auf. „Mit der Tradition des Wermsdorfer Abfischens hat das hier heute, bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr viel zu tun. Für meinen Geschmack haben diese vielen Händler mit den dubiosesten Artikeln nichts mit dem Fischen und der damit verbundenen Kultur zu tun. Das ist reiner Kommerz“, erklärte ein Besucher. „Aber der Fischzug hier am Horstsee, den kann man noch erleben und den Enkeln zeigen. Auch Fischkönigin Sarah Appenfelder meistert ihre Aufgaben souverän. Es macht Spaß, zu sehen, wie sie ihr Amt ausfüllt“, ergänzte seine Frau.

„50 000 Besucher werden es wohl in diesem Jahr wieder gewesen sein“, meinte Georg Stähler am Sonntagnachmittag. Eine genaue Zahl konnte er allerdings zu Redaktionsschluss noch nicht nennen, denn auf Grund des schönen Wetters strömten Gäste bis in die Abendstunden zum Wermsdorfer Traditionsfest.

Von Bärbel Schumann

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