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Oschatz Rund um den Globus: Ein Ritt nach Alaska setzt Schlusspunkt unter Veranstaltungsreihe
Region Oschatz Rund um den Globus: Ein Ritt nach Alaska setzt Schlusspunkt unter Veranstaltungsreihe
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00:29 22.03.2018
Sonja Endlweber begeisterte im Oschatzer E-Werk mit ihrem Vortrag über einen 10000 Kilometer langen Abenteuerritt von der Grenze Mexikos bis nach Alaska. Quelle: Bärbel Schumann
Oschatz

Fernweh, Lust andere Kulturen und Länder fern der Urlauberzentren kennen zu lernen, das haben viele Menschen. Doch nicht alle wagen es aus den unterschiedlichsten Gründen, ein solches Abenteuer selbst zu starten. Anderen fehlt Mut, ein Stein zum Anstoßen, um sich auf den Weg zu machen. Thomas Barth, Jürgen Schütte, Bruno Maul und Sonja Endlweber haben es getan, mehrfach sogar. In der 2018er-Vortragsreihe „Rund um den Globus“ von Thomas Barth haben sie von ihren Reisen, besser von ihren unterschiedlichen Abenteuern, mit beeindruckenden Bildern, unverwechselbarer Musik und interessanten einmaligen Geschichten berichtet.

10 000 Kilometer im Sattel von Kanada nach Alaska

Zum Abschluss in diesem Jahr lud Barth mit Sonja Endlweber eine Frau ein, die sieben Jahre lang mit Günter Wamser von der Grenze Mexikos über die USA und Kanada bis nach Alaska ritt. 10 000 Kilometer hat sie in dieser Zeit im Sattel zurückgelegt. Mit eindrucksvollen Bildern entführte sie die Zuschauer am Sonnabend im E-Werk dorthin, wo der Westen Amerikas noch immer wild ist: in das Land der Cowboys und in die Heimat der Wölfe und Grizzlybären. Herrliche Landschaften, mühsames Vorankommen in Schluchten, über Berge, durch Flüsse und Sümpfe, Nähe zu Bären und anderen Tieren in der Wildnis, reizende Farbenspiele zwischen blühender Frühlingswiese und goldgelben Herbstwäldern, vom Überwintern im Blockhaus, wunderschönen Nordlichtern und neuen Freunden – die vielen Reiseimpressionen waren mehr als nur ein Rückblick und ein Reisebericht. Sie waren vor allem für jene unter den Gästen mit Sehnsüchten nach anderen Ländern, ein Mut machen, aufzubrechen. „Es gibt Momente im Leben, da muss man einfach handeln. Jeder hat solche Momente“, meint die Abenteuerreiterin. Vor dem Start zu ihrem großen Ritt im Jahr 2006 war Sonja Endl-weber eine Karrierefrau. Die promovierte Ökonomin war in einer großen Unternehmensberatung tätig, verdiente gutes Geld. Hier erhielt sie die Chance, für ein Jahr nach Kambodscha als Entwicklungshelferin zu gehen. Das veränderte ihre Einstellungen zum Leben, zum Geldverdienen, zu Glück und Zufriedenheit. „Ich habe da gelernt, dass Leben sehr kurz sein kann. Und: Glück und Zufriedenheit haben nichts mit Geld zu tun“, erzählte sie vor der Schau.

14 Tage von der Entscheidung bis zum Start der Reise

Durch Zufall lernte sie den Abenteuerreiter Günter Wamser, der heute ihr Ehemann ist, kennen. Der hatte gerade seinen nächsten großen Ritt geplant. Nur 14 Tage blieben ihr, sich für ein Mitkommen zu entscheiden. „Das waren 14 Tage von Kündigung, Wohnungsaufgabe bis Reitunterricht. Denn als kleines Mädchen hatte ich zwar auf dem Pferd gesessen und englische Dressur in einer Reithalle, aber für die vor uns liegende Reise brauchte es mehr“, so Endlweber. Ja, ans Aufgeben hatte sie schon gedacht. Aber das sei mehr eine Kopfsache gewesen. In der Summe war Endlwebers Vortrag so mehr als nur ein Reisebericht. Zugleich setzte sie, damit einen Glanzvollen Schlusspunkt unter die „Rund um den Globus“ Reihe 2018.

Reihe der Superlative geht zu Ende

Damit geht zugleich eine Reihe der Superlative zu Ende. Die reichte von Live-Musik aus Cuba zu Reisebildern bis hin zum Ritt nach Alaska, mit dem Endlweber zudem die erste Frau war, die bei Thomas Barth von ihren Abenteuern berichtete. Quotenfrau sozusagen.

Ist diese 2018er-Vortragsreihe damit künftig noch zu toppen? Thomas Barth will von einer solchen Wertung nichts wissen. „Die Welt ist vielfältig. Und mir geht es um diese Vielfalt, aber handverlesen. Die beginnt vor der Haustür und kann bis Kanada als Beispiel reichen“, so der Veranstalter. Überrascht hat ihn, dass sein eigener Pilgerreisevortrag ausverkauft war. Mit den Besucherzahlen sei er zufrieden. Auch mit den Premierenorten Belgern und Meißen. Deshalb werde es 2019 wieder vier Veranstaltungsorte geben. Das Programm stehe noch nicht komplett. „Auf alle Fälle wird es einen Vortrag „Mallorca – Insel der Stille“ geben. Das sei ein Vortrag, bei dem manches Klischee der Insel auf den Kopf gestellt werde.

Von Bärbel Schumann

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