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Rundgang mit Innenminister: Auf der Suche nach neuer Bauförderung

Stadtsanierung Rundgang mit Innenminister: Auf der Suche nach neuer Bauförderung

Fast alle Städte und Gemeinden in Nordsachsen suchen nach Fördermöglichkeiten um denkmalgeschützte Gebäude zu sanieren. Sachsens Innenminister Markus Ulbig diskutierte dazu mit Oberbürgermeister Andreas Kretschmer und dem Landtagsabgeordneten Frank Kupfer am Beispiel Oschatz.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (dritter von links) zu Gast in Oschatz. Zusammen mit Joachim Bonnke, Frank Kupfer, Andreas Kretschmer, Dietmar Schurig, Michael Voigt, Marc Etzold und Hans-Günter Sirrenberg (von links) ging es durch die Innenstadt.

Quelle: Mathias Schönknecht

Oschatz. Der Stein ist angestoßen: Nachdem Oschatz seit 2016 keine Gelder mehr aus dem Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ erhält, werden neue Wege gesucht, die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude in der Stadt weiter zu fördern. Auf gemeinsame Einladung von Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) und des CDU-Landtagsabgeordneten Frank Kupfer wurde zusammen mit Sachsens Innenministers Markus Ulbig (CDU) die Debatte darüber in Oschatz angeregt.

Privateigentümer sind finanziell überlastet

„Es wird immer Gebäude geben, die nicht auf dem neusten Stand sind“, sagte Ulbig. Eine Stadt sei stetig im Wandel. „Alles gleichzeitig neu – das geht nicht“, stellte Sachsens Innenminister zu Beginn klar. Aber: „Die Stadtsanierung in Ostdeutschland ist eine Erfolgsgeschichte.“ Dies müsse einmal so deutlich gesagt werden. Viele seiner westdeutschen Kollegen schauten mit neidischem Blick herüber, so Ulbig.

Nun müsse geschaut werden, was aus den restlichen Häusern in Privatbesitz wird, die bisher nicht gefördert wurden und deren Eigentümer die Sanierung aus eigenen Mitteln nicht stemmen könnten, erklärte Ulbig.


Die Gruppe am Altmarkt

Die Gruppe am Altmarkt. Dietmar Schurig im Gespräch mit Sachsens Innenminister Markus Ulbig (Bildmitte).

Quelle: Mathias Schönknecht

Mehr als 40 solcher sanierungsbedürftiger Häuser gebe es allein in der Oschatzer Innenstadt, berichtete CDU-Stadtrat Dietmar Schurig. Vor allem müsse ein Weg gefunden werden, wie die Lücke zwischen Sanierungskosten und den zu erwartenden Mieteinnahmen geschlossen werden könnte. Denn zurzeit sei es so, dass die Baukosten die zu erwartenden Einnahmen um ein vielfaches übersteigen, so der Stadtrat weiter. Um alle Ausgaben decken zu können, müsste der Quadratmeterpreis bei zehn bis 13 Euro liegen. Das sei vielleicht in Leipzig möglich, aber nicht in Oschatz, gab Schurig zu bedenken, der selbst verschiedene Gebäude in Oschatz saniert hat.

Ziel: „Stadtbildprägende Gebäude“ sanieren

Seine Stadt stehe nur beispielhaft für den gesamten Landkreis, sagte Kretschmar, der auch dem Kreisverband Nordsachsen beim sächsischen Städte- und Gemeindetag vorsteht. Fast jede Kommune suche nach Lösungen, die Sanierung „stadtbildprägender Gebäude“ zu fördern, so der Oberbürgermeister.

Über konkrete Finanzierungspläne wurde beim Rundgang in dieser Woche allerdings noch nicht gesprochen. Es sei erst einmal darum gegangen, die Debatte anzuregen, so Kretschmar.

Ein Beispiel für die Nutzung eines unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes zeigte der Geschäftsführer der Oschatzer Wohnstätten GmbH, Marc Etzold: Das Haus Ecke An der Döllnitz/Badergasse soll an den Neubau auf dem freien Nachbargrundstück angeschlossen werden und nach der Sanierung Haustechnik- und Fahrradräume beinhalten. „So kann eine Nutzung für Gebäude aussehen, für die es eigentlich keine Nutzung gibt“, so Etzold.

Von Mathias Schönknecht

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