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SHV Oschatz chancenlos im Rödertal

SHV Oschatz chancenlos im Rödertal

Im insgesamt vierten Aufeinandertreffen hat es nun geklappt. Der HC Rödertal besiegt den SHV Oschatz deutlich mit 34:25 (18:11). Fair gratulierte SHV-Trainerin Jana Delor dem sportlichen Kontrahenten zum Sieg im Sachsenderby: "Da gibt es nichts dran zu rütteln, dieser Sieg war eindeutig.

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Kraftvoll versucht Ivana Vujica (Nr. 22) die Abwehr der Rödertalbienen zu überwinden. Unterstützung erhält sie dabei von der Mannschaftskameradin Doreen Wiersma. Rechts im Bild auf der Bank des HC Rödertal ist der langjährige Oschatzer Trainer Andreas Lemke zu erkennen.

Quelle: Gerhard Schlechte

Radeberg/Oschatz. Von Kerstin Staffe

Fair gratulierte SHV-Trainerin Jana Delor dem sportlichen Kontrahenten zum Sieg im Sachsenderby: "Da gibt es nichts dran zu rütteln, dieser Sieg war eindeutig." Dem darf man sicher noch hinzufügen: Dieser HC Rödertal spielt bereits in einer anderen Liga, sowohl in finanzieller als auch in sportlicher Hinsicht. Bei dieser Spielweise dürfte auch der Durchmarsch im Bereich des Möglichen liegen. Ob es dann doch neun Tore Differenz sein mussten, steht auf einem anderen Blatt. Aber: Die Gastgeber waren tatsächlich in allen Belangen überlegen, schneller auf den Beinen und im Kopf, sicherer im Zuspiel, mit Kondition ohne Ende ausgestattet und zupackender in der Abwehr. Das war wohl auch der Knackpunkt - die SHV-Abwehr, die diesen Namen in dem Spiel nicht wirklich verdient hat. Ein Abwehrriegel war jedenfalls nicht zu sehen, allenfalls Einzelstücke. Zu oft ließen sich die Gäste mit einer simplen Finte einfach austanzen oder traten viel zu spät heraus. Da stimmt offenbar auch gedanklich nicht alles.

Die Gastgeber gingen mit 2:0 in Front, und erst in der fünften Minute gelang den Oschatzerinnen der Anschluss. Das wiederholte sich bis zur 15. Minute beim Stand von 8:4 noch dreimal. Rödertal legte zwei Treffer vor, und der SHV konnte nur mit einem Treffer antworten. Die relativ offene Deckungsvariante der Gastgeber stellte den SVH vor erhebliche Probleme. Normalerweise bietet sich jede Menge Freiraum für den Kreis, aber die Gäste konnten diese Tatsache nicht nutzbringend anwenden. Dazu wäre vor allem eine wesentlich höhere Laufbereitschaft ohne Ball notwendig gewesen. Hinzu kam eine Reihe von Fehlern, die oft auch mit ungenauen Zuspielen begannen. Zur Pause stand dann bereits ein komfortabler Vorsprung für das Heimteam auf der Anzeigetafel.

Interessant vor allem für die Oschatzer Fans war die Beratertätigkeit von Andreas Lemke (viele Jahre SHV-Trainer) auf der Bank. Der Ratschläge hätte es an diesem Tag allerdings gar nicht bedurft, denn mit Evelina Kalasauskaite, Egle Alesiunaite, Jessica Stiskall und Jurgita Markeviciute standen vier Spielerinnen auf dem Feld, die den SHV auch unberaten abgeschossen hätten. 30 Treffer brachte das Quartett auf sein Konto.

Zurück aus der Kabine erhofften sich die SHV-Anhänger natürlich noch eine Wende im Spiel. Aber dazu hätte es eines Wunders bedurft. Zu oft konnten die SHV-Spielerinnen nur noch hinterherschauen. Zu lange dauerte das Umschalten von Angriff auf Abwehr, so dass es immer wieder Konterchancen für den HC gab. Beim Stand von 20:14 folgte dann eine doppelte Zeitstrafe für den SHV, und Berater Lemke konnte das passende Konzept in das Ohr der Trainerin Eagle Kalinaskauite soufflieren. So konnten die HC-Damen den Vorsprung auf 22:14 ausbauen. Auf Oschatzer Seite fehlte im Angriff zunehmend der Druck hinterm Ball, was immer wieder zu Tempogegenstößen für die Gastgeber führte.

Die Mannschaft von Jana Delor wird mit dieser Niederlage umgehen müssen und können, ganz einfach weil man sich nur vergleichen kann mit Mannschaften, die unter annähernd gleichen Bedingungen spielen. Deshalb wird die Handballwelt in Oschatz mit dieser Niederlage nicht untergehen, aber ein paar Konsequenzen von Seiten der Mannschaft wären richtungsweisend und wünschenswert. Beim Trainer-Gespräch im Anschluss an die Partie schätzte Jana Delor realistisch ein: "Wir waren heute offensichtlich nicht frei im Kopf, waren nicht präsent auf dem Feld und haben den Kampf nicht angenommen." Das sind Ansatzpunkte für das Team im Hinblick auf die kommende Heimbegegnung gegen den Berliner TSC.

Oschatz: Miersch, Eichhorn; Heine (1), Schneider (11/1), Vujica (4), Wiersma (1), Ackermann, Ganske (2), Häußler (4), Ludwig (2), Böhm, Wirsik, Hessel.

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