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SHV Oschatz startet mit Niederlage

SHV Oschatz startet mit Niederlage

So viele Zuschauer, so viele Trainer gab es am Sonnabend zum Punktspielauftakt in der 3. Liga in der Rosentalsporthalle beim Spiel des SHV Oschatz gegen die TSG Wismar.

Oschatz.

 

Von Kerstin Staffe

 

 

 

Jeder in der Halle war gut beraten, wer der Trainerin der ersten Frauenmannschaft des SHV Oschatz Gehör schenkte: "Für die zweite Hälfte kann ich meinem Team nur ein Lob aussprechen. Die erste Halbzeit hat das Spiel schon vorentschieden. Wenn Einer dem Anderen in der Abwehr die Schuld zuschiebt, kann die Torfrau nur auf verlorenem Posten stehen." Das klingt schwer nach Kritik, und die müssen sich die SHV-Damen auch gefallen lassen. Nur wenn alle Spielerinnen einhundert Prozent geben, ob eingesetzt oder nicht, wird die Saison erfolgreich verlaufen. Die Gäste von der Ostsee haben es vorgemacht. Allein schon die Körpersprache auf dem Feld und der Bank zeigte, dass der weite Weg nicht umsonst sein sollte. Die TSG Wismar spielte in der letzten Saison noch in der zweiten Bundesliga, trotzdem kein Grund für den SHV, sich in der ersten Hälfte so einschenken zu lassen.

Der Gast, nach siebenstündiger Busfahrt, erst eine dreiviertel Stunde vor dem Spielbeginn in Oschatz angekommen, legte einfach wacher los. Die Rückraummitte traf in den ersten zehn Minuten nach Belieben, und die SHV-Sieben geriet mit 2:7 ins Hintertreffen. Argument genug für Jana Delor, ihre Mannschaft an die Linie zu beordern. Danach wirkte der Gastgeber im Angriff zwar lauffreudiger, was auch zu Treffern führte, aber in der Deckung haperte es nach wie vor. So konnten die Gäste bis zur Pause ihren Sechs-Tore-Vorsprung verwalten.

Nach dem Seitenwechsel begann eine grandiose Aufholjagd des SHV-Teams. Die kämpferische Einstellung, die Bereitschaft ohne Ball zu laufen, gut herausgespielte Torchancen statt Einzelaktionen, weitaus weniger Ballverluste als noch in Hälfte eins, all dies trug dazu bei, dass die Oschatzerinnen Tor um Tor aufholen konnten. Häußler, Schneider, Ackermann und immer wieder SHV-Regisseurin Ivana Vujica trafen in dieser Phase für den Gastgeber. Die Abwehr nahm so manchen Ball vorzeitig auf, und Katrin Miersch war auf dem Posten, um Tempogegenstöße einzuleiten. So gelang es zwischen der 34. und 40. Minute, vier Treffer in Folge zu erzielen - und der Spielstand wurde von 14:20 auf 18:20 korrigiert. Den jetzt zu sehenden Kampfgeist honorierte das fachkundige Publikum in der Rosentalsporthalle. Die Zuschauer unterstützten ihre Mannschaft lautstark von den Rängen. Viel Beifall gab es für Luise Ganske, die den Anschlusstreffer zum 24:25 in der 49. Minute herstellen konnte und sich insgesamt ein Sonderlob von SHV-Trainerin Jana Delor verdiente.

Aber die Gäste ließen sich nur kurz verunsichern. So verhinderten sie zunächst den Ausgleich und nutzten dann eine Zeitstrafe des SHV, um sich wieder abzusetzen. Die Kräfte der SHV-Spielerinnen schwanden, der Abschluss verfing sich wiederholt im Wismarer Abwehrblock, und die Gäste nutzten die sich bietenden Konterchance gnadenlos aus. So waren es beim 24:28 (55. Minute) wieder vier Tore Vorsprung. In den letzten Minuten der Begegnung dominierten auf beiden Seiten zahlreiche Fehlwürfe, der Rest war Ergebniskosmetik.

Ein Fazit für diesen ersten Punktspieltag, der vom SHV-Partner Mitgas präsentiert wurde und bereits ein ansehnliche Zuschauerkulisse in die Rosentalsporthalle lockte, war: Erste Halbzeit Flop, zweite Hälfte top. Die zweite Drittligasaison der SHV-Damen wird mit Sicherheit nicht einfacher, aber einen schweren Brocken hat die Vertretung mit dem Absteiger aus der zweiten Bundesliga aus Wismar erst einmal verarbeitet. In der kommenden Woche gibt es eine Zwangspause für die Delor-Sieben, da der VfL Bad Schwartau sein Team aus dem Punktspielbetrieb zurückgezogen hat. Jana Delor wird diese nutzen, um mit ihrer Mannschaft am Dienstag um 19.30 Uhr ein Trainingsspiel gegen den BSV Zwickau (2. Bundesliga) in der Rosentalsporthalle zu bestreiten.

Oschatz: Miersch, Eichhorn; Heine, Schneider (5/1), Wiersma (3), Vujica (10), Häußler (4), Ganske (3), Staffe, Ackermann (1), Natzschka, Ludwig (1), Böhm.

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