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Oschatz SHV mit zwei Gesichtern ins Finale
Region Oschatz SHV mit zwei Gesichtern ins Finale
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16:35 29.02.2012
Nicole Natzschka (Nr. 5) stellt gegen Marienberg ihren unwiderstehlichen Drang zum Tor erfolgreich unter Beweis. Währenddessen beobachtet Spielmacherin Ivana Vujica (Nr. 22) konzentriert die Aktion und Carmen Schneider wird von Vicky Schütze (Nr. 28) mit einer Manndeckung an der kurzen Leine gehalten. Quelle: Dirk Hunger
Oschatz

Die zahlreichen Zuschauer in der Rosentalsporthalle trauten ihren Augen nicht. Mit 4:12 gerieten die SHV-Frauen zu Spielbeginn gegen die Erzgebirgerinnen ins Hintertreffen. Zwar hatte Maria Ludwig die Gastgeber in Führung geworfen und bis zum 3:3 (6. Minute) blieb auch alles im Rahmen. Aber dann sorgten fünf Latten- beziehungsweise Pfostentreffer, zwei kurz aufeinander folgende Zeitstrafen und ein nicht verwandelter Siebenmeter für den Acht-Tore-Rückstand (17.) der Gastgeber. Torfrau Katrin Miersch wagt eine Erklärung: "Wir hatten wohl noch das Spiel in Magdeburg im Kopf, welches ähnlich begann. Als der Ball jetzt erneut Latte und Pfosten traf, bekamen wir tatsächlich ein Kopfproblem, wohl wissend, dass Marienberg wesentlich stärker als Magdeburg ist."

Trainerin Jana Delor faltete ihre Spielerinnen in der fälligen Auszeit regelrecht zusammen, verlangte vor allem in der Abwehr eine wesentliche Steigerung. In der 21. Minute führten die Gäste beim Stand von 6:14 immer noch mit acht Toren, aber jetzt hatte der SHV den Faden endlich wieder gefunden und begann eine unglaubliche laufintensive Aufholjagd. Die Deckung kontrollierte in dieser Phase jeden Angriffszug, erkämpfte einen Ball nach dem anderen und im Gegenzug trafen die Gastgeber jetzt nach Belieben. Sechs Tore in Folge fielen auf diese Weise und erst beim 12:15 (29.) traf Marienberg wieder. Anja Heine und Ivana Vujica legten innerhalb von Sekunden noch zwei Treffer nach und so ging es mit dem Anschlusstreffer in die Pause.

Der SHV kam auch wesentlich wacher aus der Kabine und knüpfte nahtlos dort an, wo Halbzeit eins endete. Carmen Schneider und Maria Häußler sorgten für Ausgleich und Führung der Gastgeber zum 17:16 (34.). Jetzt ließ der SHV nicht mehr locker - Anja Heine zündete den Turbo auf der Außenbahn und erhöhte bis zum 20:17 (36.). Die Heimsieben hatte das Spiel gedreht und auf den Rängen spürten alle ein tiefes Durchatmen. Beide Fangruppen gaben ihr Bestes, um die Teams zu unterstützen. Dabei dürften wohl, in Dezibel gemessen, die Marienberger Fans den Sieg davon getragen haben. Doch noch waren reichlich 20 Minuten zu spielen. Der SHV zeigte sich jetzt aber als Herr in der Halle. In der Abwehr sicher und im Angriff variabel, so konnte der Vorsprung über die Stationen 25:20 (45.) und 29:22 (49.) vorentscheidend ausgebaut werden. Bemerkenswert, mit welcher Energie die vergleichsweise kleine Nicole Natzschka auch in der Abwehr zu Werke ging, sich Bälle erkämpfte und dann ihre Schnelligkeit im Konterspiel auslebte. Ein Erfolgserlebnis gab es auch für Nachwuchstalent Julia Hessel, die einen blitzschnell ausgeführten Freiwurf für einen Treffer nutzen konnte.

Jana Delor war auch nach dem Spiel mehr oder weniger noch sprachlos. "Meine Mannschaft hat es sich selbst unnötig schwer gemacht, ich habe momentan keine Erklärung für die ersten 20 Minuten." Egal, sie hat offenbar, als es darauf ankam, die richtige Ansprache gegenüber der Mannschaft gefunden und in die Erfolgsspur zurückgeführt. Für diese meisterliche Leistung dankten die Fans mit viel Applaus.

Besonders bedanken möchte sich die SHV-Vertretung bei der Energieberatung Lutz Biedermann. Der Unternehmer und Oschatzer Stadtrat sponserte bei diese Begegnung für die Oschatzer Frauen einen festen Betrag pro Tor in die Mannschaftskasse und äußerte sich angesichts der aufregenden Partie lobend zur Leistung der gesamten SHV-Mannschaft.

Oschatz: Eichhorn, Miersch; Heine (6), Schneider (5), Vujica (10), Staffe, Häußler (4), Ludwig (1), Wiersma (1), Natzschka (5), Müller (2), Hessel (1).

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