Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz SPD würdigt Engagement der Oschatzerin Anja Kohlbach für Flüchtlinge
Region Oschatz SPD würdigt Engagement der Oschatzerin Anja Kohlbach für Flüchtlinge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 08.03.2017
Volkmar Winkler (SPD) überreicht Anja Kohlbach einen Blumenstrauß. Quelle: christian kunze
Anzeige
Oschatz

Die SPD sagt es mit Blumen: Seit zehn Jahren würdigen die Sozialdemokraten engagierte Frauen der Region anlässlich des Internationalen Frauentages. In diesem Jahr besuchten Ursula Fritzsche vom Ortsverband Döllnitztal und Landtagsabgeordneter Volkmar Winkler Anja Kohlbach. „Frau Kohlbach ist das Gesicht für Menschlichkeit, Demokratie und Toleranz in Oschatz“ , so Winkler. Wie kaum eine zweite habe sie sich in den zurückliegenden Monaten um die Integration geflüchteter Menschen im Stadtgebiet verdient gemacht – als unverzichtbarer Teil des Bündnisses in Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde, so der Ablasser.

„Bemerkenswert ist, wie Anja Kohlbach ihren ehrenamtlichen Einsatz mit ihrem Beruf als Sozialpädagogin im E-Werk und den Herausforderungen als Mutter zweier Kinder unter einen Hut bringt“, betont Ursula Fritzsche. Deshalb würdige man die Oschatzerin stellvertretend für alle anderen Damen.

Die 36-Jährige ist seit wenigen Monaten wieder als Fachkraft für Jugendarbeit im E-Werk tätig. Schon zuvor, im Spätsommer 2015, erkannte sie, welche Belastungsprobe auf die Region mit den Flüchtlingsströmen zukommt – und setzte sich mit anderen gemeinsam dafür ein, dass die hier ankommenden Menschen nicht durch das Raster fallen.

Arbeit mit Schwächeren und Benachteiligten

Die Arbeit mit Schwächeren, Benachteiligten, Hilfesuchenden und Heranwachsenden liegt Anja Kohlbach im Blut. Bereits seit ihrem 17. Lebensjahr beschäftigte sie sich ehrenamtlich mit Jugendlichen in ihrer Heimatstadt. Das Interesse ließ auch während ihres Studiums in Leipzig nicht nach. „An jedem freien Wochenende kam ich wieder her und sorgte mit kreativen Angeboten dafür, dass bei den jungen Oschatzern keine Langeweile aufkommt“, erinnert sie sich. Und damit nicht genug: Selbst am Studienort in Leipzig kümmerte sie sich um die Sorgen und Nöte obdachloser Menschen.

Der unentgeltliche Einsatz für Asylsuchende brachte der Diplom-Sozialpädagogin auch Anfeindungen ein. Da war in sozialen Netzwerken oft vom „Gutmensch“ die Rede – als Vorwurf, sich um die Belange ausländischer Bürger zu kümmert. „Ehrenamt und soziales Engagement bedürfen keiner Rechtfertigung“, sagt die 36-Jährige, die zu denen gehört, die ihren Beruf als Berufung sehen – und sich deshalb auch außerhalb der regulären Arbeitszeit für die Belange anderer einsetzen. Dabei trotzt sie Kritikern wie bürokratischen Hürden. Härte- und Problemfälle gebe es sowohl unter der hiesigen als auch der zugereisten Bevölkerung. Und beide bedürfen der ein oder anderen Überstunde.

Viele Unterstützer gefunden

Der unermüdliche Einsatz für jene, die Unterstützung nötig haben – egal welcher Herkunft sie sind, mache sich vor allem dadurch bezahlt, dass man andere Menschen damit anstecken kann. „Wir haben zahlreiche Angebote unterbreitet und viele Helfer gefunden, die genau so an einem Strang zeihen, ohne auf die Uhr oder den Geldbeutel zu schauen“, sagt sie über die Arbeit des Bündnisses für Demokratie. Menschlichkeit und Toleranz.

Patenschaften, Freizeitangebote, Sprachkurse, Behördengänge – all das und noch mehr gehört dazu, wenn man denen, die neu hier ankommen, helfen möchte. Diese Aufgaben zu koordinieren und zu verteilen, ohne dass die eigene Familie zu kurz kommt, ist der Oschatzerin gelungen. Sie tut all das mit dem guten Gewissen, ihren eigenen Kindern etwas vorzuleben, was sie selbst als Heranwachsende verinnerlichen und anwenden können.

Von Christian Kunze

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Falsch geplant oder falsch ausgeführt? Den Praxistest haben die Fundamente der neuen Wegweiser an der Staatsstraße zwischen Bornitz und Riesa-Canitz nicht bestanden. Einer fiel bei einer Windböe im Dezember, der andere Ende Februar um.

08.03.2017

Mit Spürhunden hat die Polizei am Dienstag nach dem vermissten Mann gesucht, der aus dem Fachkrankenhaus Wermsdorf verschwunden ist. Am Montag habe es nach Informationen der Polizeidirektion Leipzig einen Hinweis gegeben, gefunden wurde der 45-Jährige allerdings nicht.

09.03.2017

Wer angesichts immer stärker werdender diktatorischer Tendenzen weltweit Anzeichen eines Regimestaats erkennen will, der wird in der ehemaligen DDR fündig. Das Wirken des einstigen Ministeriums für Staatssicherheit in Oschatz steht im Zentrum einer Ausstellung in der Alten Schaltwarte des Jugend- Kultur- und Umweltzentrums E-Werk,

07.03.2017
Anzeige