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SPD würdigt Engagement der Oschatzerin Anja Kohlbach für Flüchtlinge

Frauentag SPD würdigt Engagement der Oschatzerin Anja Kohlbach für Flüchtlinge

Viele Menschen setzen sich ehrenamtlich für die Integration von Flüchtlingen ein. In Oschatz laufen die Fäden dafür seit vielen Monaten bei Anja Kohlbach zusammen. Die Sozialpädagogin koordiniert die Arbeit des Bündnisses für Demokratie, Menschlichkeit und Toleranz. Anlässlich des Frauentages gibt es dafür Blumen von der SPD.

Ursula Fritzsche (l.) und Volkmar Winkler würdigen Anja Kolhbach für ihren Einsatz in der Flüchtlingskrise.

Quelle: Christian Kunze

Oschatz. Die SPD sagt es mit Blumen: Seit zehn Jahren würdigen die Sozialdemokraten engagierte Frauen der Region anlässlich des Internationalen Frauentages. In diesem Jahr besuchten Ursula Fritzsche vom Ortsverband Döllnitztal und Landtagsabgeordneter Volkmar Winkler Anja Kohlbach. „Frau Kohlbach ist das Gesicht für Menschlichkeit, Demokratie und Toleranz in Oschatz“ , so Winkler. Wie kaum eine zweite habe sie sich in den zurückliegenden Monaten um die Integration geflüchteter Menschen im Stadtgebiet verdient gemacht – als unverzichtbarer Teil des Bündnisses in Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde, so der Ablasser.

„Bemerkenswert ist, wie Anja Kohlbach ihren ehrenamtlichen Einsatz mit ihrem Beruf als Sozialpädagogin im E-Werk und den Herausforderungen als Mutter zweier Kinder unter einen Hut bringt“, betont Ursula Fritzsche. Deshalb würdige man die Oschatzerin stellvertretend für alle anderen Damen.

Die 36-Jährige ist seit wenigen Monaten wieder als Fachkraft für Jugendarbeit im E-Werk tätig. Schon zuvor, im Spätsommer 2015, erkannte sie, welche Belastungsprobe auf die Region mit den Flüchtlingsströmen zukommt – und setzte sich mit anderen gemeinsam dafür ein, dass die hier ankommenden Menschen nicht durch das Raster fallen.

Arbeit mit Schwächeren und Benachteiligten

Die Arbeit mit Schwächeren, Benachteiligten, Hilfesuchenden und Heranwachsenden liegt Anja Kohlbach im Blut. Bereits seit ihrem 17. Lebensjahr beschäftigte sie sich ehrenamtlich mit Jugendlichen in ihrer Heimatstadt. Das Interesse ließ auch während ihres Studiums in Leipzig nicht nach. „An jedem freien Wochenende kam ich wieder her und sorgte mit kreativen Angeboten dafür, dass bei den jungen Oschatzern keine Langeweile aufkommt“, erinnert sie sich. Und damit nicht genug: Selbst am Studienort in Leipzig kümmerte sie sich um die Sorgen und Nöte obdachloser Menschen.

Der unentgeltliche Einsatz für Asylsuchende brachte der Diplom-Sozialpädagogin auch Anfeindungen ein. Da war in sozialen Netzwerken oft vom „Gutmensch“ die Rede – als Vorwurf, sich um die Belange ausländischer Bürger zu kümmert. „Ehrenamt und soziales Engagement bedürfen keiner Rechtfertigung“, sagt die 36-Jährige, die zu denen gehört, die ihren Beruf als Berufung sehen – und sich deshalb auch außerhalb der regulären Arbeitszeit für die Belange anderer einsetzen. Dabei trotzt sie Kritikern wie bürokratischen Hürden. Härte- und Problemfälle gebe es sowohl unter der hiesigen als auch der zugereisten Bevölkerung. Und beide bedürfen der ein oder anderen Überstunde.

Viele Unterstützer gefunden

Der unermüdliche Einsatz für jene, die Unterstützung nötig haben – egal welcher Herkunft sie sind, mache sich vor allem dadurch bezahlt, dass man andere Menschen damit anstecken kann. „Wir haben zahlreiche Angebote unterbreitet und viele Helfer gefunden, die genau so an einem Strang zeihen, ohne auf die Uhr oder den Geldbeutel zu schauen“, sagt sie über die Arbeit des Bündnisses für Demokratie. Menschlichkeit und Toleranz.

Patenschaften, Freizeitangebote, Sprachkurse, Behördengänge – all das und noch mehr gehört dazu, wenn man denen, die neu hier ankommen, helfen möchte. Diese Aufgaben zu koordinieren und zu verteilen, ohne dass die eigene Familie zu kurz kommt, ist der Oschatzerin gelungen. Sie tut all das mit dem guten Gewissen, ihren eigenen Kindern etwas vorzuleben, was sie selbst als Heranwachsende verinnerlichen und anwenden können.

Von Christian Kunze

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