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SV Traktor Naundorf marschiert souverän in die Kreisliga

SV Traktor Naundorf marschiert souverän in die Kreisliga

Nicht jeder Häuslebauer ist heutzutage darauf aus, dass sein zukünftiges Heim einen Keller haben muss. Entsprechend kann er sich einen tiefen Aushub ersparen und geht schneller in luftige Höhen.

Oschatz.

Von sven zschiesche

 

Wären die Spieler des SV Traktor Naundorf (SVN) also Bauherren und der Kreisliga-Aufstieg ihr Eigenheim, dann hätten sie in der Vorsaison einen riesigen Keller gebaut. Der personelle Umbau des Teams hatte schon in der Saison 2011/2012 begonnen, in der Vorsaison waren die Naundorfer einer der Meisterschaftskandidaten. Doch nach enttäuschendem Saisonstart fand man sich nur in der Platzierungsrunde wieder, dem Keller der Kreisklasse. In der neuen Saison konnte man sich nunmehr komplett dem wirklichen Bau widmen und stellte nach einer überaus souveränen Saison das Bauwerk fertig - schaffte den Aufstieg in die Kreisliga.

 

Bereits am ersten Spieltag setzten sie sich an die Tabellenspitze, die anfänglich hart gegen den SV Roland Belgern II behauptet werden musste. Als es scheinbar zum Bruch kam, die Naundorfer zu Hause dem FSV Blau-Weiß Wermsdorf II am fünften Spieltag mit 1:2 unterlagen, war das nicht das Ende, sondern vielmehr der Anfang. Es sollte bis zur Winterpause die einzige Niederlage des SVN bleiben, womit schon zur Saisonhalbzeit ein komfortabler Vorsprung zu Buche stand. In der Rückrunde war zwar die Konstanz nicht immer über 90 Minuten gegeben, in Gefahr geriet der Meistertitel aber nicht mehr. Als es beim ärgsten Verfolger SV Roland Belgern die zweite Saison-Niederlage gab, stand man bereits als Meister fest. Der Ärger darüber konnte sich also in Grenzen halten. Letztlich war der Vorsprung am Saisonende auf den Tabellenzweiten ganze neun Punkte groß, die deutlichste Meisterschaft seit acht Jahren.

 

Dass es so einen klaren Ausgang finden würde, war zur Halbzeit bereits angedeutet. Immerhin lagen da auch schon acht Pluspunkte mehr auf dem Naundorfer Konto als beim ersten Verfolger. Doch die Verfolgergruppe bestand damals noch aus vier Teams. Neben den erwähnten Belgeranern durften der FC Terpitz (FCT) und die SG Schmannewitz ebenfalls noch hoffen. Doch beide Vertretungen erlebten eine äußerst durchwachsene Rückrunde. Während Schmannewitz mit personellen Problemen zu kämpfen hatte und 2014 nur noch drei Siege einfahren konnte, war es für die Terpitzer scheinbar eine Kopfschwäche. Denn vornehmlich die Kellerkinder fanden im FCT einen willkommenen Gegner und holten sich unerwartete Punkte. Tabellarisch passte es in der Endabrechnung für beide noch, da der Vorsprung aus der Hinrunde reichlich war und die Mannschaften aus dem Mittelfeld auch nicht über sich hinauswuchsen.

 

Die beiden Teams waren auch in der Fairplay-Wertung an exponierter Stelle. Während Schmannewitz den Titel der "Fairsten Mannschaft" hauchdünn vor Battuna Beach gewann, bildete der FC Terpitz dort das Schlusslicht. Zum Vergleich dazu: Schmannewitzer Spieler sahen nur 16 Mal den gelben Karton. Drei Mal so oft wurde Gelb einem Terpitzer Kicker vor die Nase gehalten. Außerdem mussten mit Ronny Kirschke und Steve Meyer zwei Terpitzer nach einer roten Karte vorzeitig duschen gehen.

 

Die geringste Anzahl der gelben Karten in der Saison gab es für den FSV Wacker Dahlen II. Trotzdem reichte es für den Sieg bei der Fairplay-Wertung nicht, da das Team zwei Mal nicht antrat. Die Wackeren kochten personell auf allerkleinster Flamme, waren im Prinzip nur Punktelieferant. Sieben der neun Punkte, die sich am Saisonende auf dem Habenkonto befanden, wurden bis Oktober eingefahren - darunter der einzige Erfolg am letzten Oktober-Wochenende über Elbaue III. Eine Enttäuschung waren sie damit aber nur bedingt, da von vornherein wenig von ihnen erwartet wurde. Anders dagegen der LSV Schirmenitz. Ebenso wie der Meister Naundorf im Vorjahr nur in der Platzierungsrunde aktiv, die er klar für sich entschied, war diese Saison noch einen Tick schlechter gelaufen. Interessant aber, dass der LSV im Winter nur auf Grund des besseren Torverhältnisses nicht das Tabellenende zierte. In der Rückrunde war man allerdings nach dem Top-Trio das erfolgreichste Team vom Rest.

 

In diesem Rest schwamm der FSV Blau-Weiß Wermsdorf II munter dahin. Die Blau-Weißen überraschten in der Hinrunde mit Siegen über Naundorf und Belgern II zwei Mal richtig, waren aber ansonsten zu unstabil in ihren Leistungen. Immer wenn die Formkurve wieder bergauf zu zeigen schien, gab es unnötige Punktverluste. Der siebte Tabellenrang stand in Hin- und Rückrunde zu Buche und damit auch im Abschlussklassement.

 

Torschützenliste

 

1. Michael Winzer (VfB Thammenhain/

 

Kobershain) - 26 Tore

 

2. Andre Werner (SV Roland Belgern II)

 

- 23 Tore

 

3. Marco Kunze (SV Roland Belgern II)

 

- 17 Tore

 

4. Benjamin Heinicke (FSV Blau-Weiß

 

Wermsdorf II) - 16 Tore

 

4. Stephan Saack (SV Traktor Naundorf)

 

- 16 Tore

 

5. Marcel Jost (SV Battuna Beach)

 

- 15 Tore

 

Zuschauerzahlen

 

1. SV Battuna Beach680 Zuschauer

 

(57 pro Spiel)

 

2. SV Traktor Naundorf579 Zuschauer

 

(53 pro Spiel)

 

3. SV Roland Belgern II469 Zuschauer

 

(39 pro Spiel)

 

4. SG Schmannewitz439 Zuschauer

 

(40 pro Spiel)

Sven Zschiesche

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