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Oschatz Saat hat ersten Frost überlebt
Region Oschatz Saat hat ersten Frost überlebt
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16:16 06.02.2014

Als Gottfried Göpfert dieser Tage eine Maus über die Straße huschen sah, führte das dem Vorstand der Liptitzer Döllnitztal-Agrargenossenschaft einmal mehr vor Augen: Der bisherige Winter war ein vergleichsweise milder. "Hinsichtlich des Ungeziefers deutet alles darauf hin, dass wir im Frühjahr größere Anstrengungen zu dessen Bekämpfung werden unternehmen müssen als nach normal kalten Wintern", so Göpfert. Andererseits gibt es für ihn mit Blick auf den Zustand der Kulturen aktuell wenig Anlass zur Klage. "Vor den ersten strengeren Frösten fiel glücklicherweise etwas Schnee", spricht der Vorstand das Hauptproblem an, das Landwirte im Winter umtreibt. Sie haben Angst vor sogenannten Barfrösten, die zu Auswinterungen bei den noch jungen Pflanzen führen können. "Derzeit jedoch habe ich keine Bedenken, dass es eine schlechte Ernte werden könnte", so Göpfert.

Insgesamt gut ist die Stimmung auch beim Geschäftsführer des Heidegutes Dahlen, Ernst Bößneck. "Der Schnee fiel rechtzeitig genug, um den Saaten während der jüngsten Frostperiode sozusagen eine kleine Decke zur Verfügung zu stellen", so Bößneck. Ihm bereitet der Harsch auf den Feldern die größeren Kopfzerbrechen. "Sich abwechselnde Frost- und Tauperioden können im ungünstigen Fall dazu führen, dass sich Harsch bildet, der wiederum den Gasaustausch der Pflanzen behindert", so Bößneck. Der Dahlener stellt den Saaten ein gutes Qualitätszeugnis aus. "Wir hatten einen optimalen Herbst mit nicht allzu vielen Niederschlägen. Das hat die noch jungen Pflanzen dazu gezwungen, ihre Wurzeln auszubilden, um an Wasser heranzukommen", so der Heidegut-Chef. Er bezeichnet die Wurzelbildung über den Herbst hinweg als das A und O für eine gute Ernte. "Eine gut ausgebildete Wurzel ist Voraussetzung für die maximale Aufnahme von Nährstoffen im Frühjahr."

Gute Bedingungen, Wurzeln auszubilden, hatten auch die jungen Saaten auf den Feldern der Agrargenossenschaft Laas in Liebschützberg, deren Vorstandsvorsitzender Dietmar Wiesner die vorhandene dünne Schneedecke ebenfalls als Segen für die hiesige Landwirtschaft bezeichnet. "Sie beruhigt zumindest. Denn darüber, ob wir insgesamt mit dem Wachstum der Pflanzen zufrieden sein können, werden wir erst in einigen Wochen Gewissheit haben", so Wiesner. Er gibt zu bedenken, dass der Winter noch nicht Geschichte sei. "Da wir uns aktuell wieder in einer Tauperiode befinden, ist das Risiko von Barfrösten noch lange nicht vom Tisch."

Auch Andreas Fetzer, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Altoschatz-Merkwitz, mag noch keine Entwarnung geben. "Bislang ist angefangen von der relativ allmählichen Abkühlung bis hin zum rechtzeitigen Schneefall meteorologisch alles im Sinne der Landwirtschaft gelaufen. Insbesondere nach den Erfahrungen des vergangenen Winters halte ich es jedoch nicht für ausgeschlossen, dass wir noch einige Wochen lang mit Frösten rechnen müssen."

Roger Dietze

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