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Oschatz Sabbat in der Klosterkirche
Region Oschatz Sabbat in der Klosterkirche
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17:00 17.04.2013
Die Gepflogenheiten des Sabbat stellen diese Jugendlichen zum jüdischen Abend in der Oschatzer Klosterkirche vor. Quelle: Dirk Hunger
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Im Rahmen der antirassistischen Woche Ende März engagierte sie sich bereits im E-Werk bei vielen Veranstaltungen.

Die Idee für den Abend in der Klosterkirche wurde schon im Januar geboren. "Seitdem bereiteten wir die Durchführung vor und organisierten ein passendes Programm für die Oschatzer", so die Studentin, die auch in der Kirchgemeinde aktiv ist. Doch nicht nur die evangelische Kirchgemeinde Oschatz, sondern auch das E-Werk unterstützte die Gestaltung des Abends. "Wir nutzen den Abend als Nachtrag zur antirassistischen Woche und stellen neue Informationen zu den Stolpersteinen vor", so Anja Kohlbach vom E-Werk. Mit aktuellen Bildern wurde Linda Mendel den Oschatzern vorgestellt. Sie ist eine Nachfahrin der jüdischen Familie Mendel, die bis zu den Progromen in der Strehlaer Straße 7 in Oschatz gelebt hatte und 1935 weggezogen war. Sogenannte Stolpersteine erinnern in der Strehlaer Straße an die Mendels.

Eingestimmt durch diesen reellen Bezug zur Geschichte begangen die Gäste dann gemeinsam den jüdischen Abend. Fremd sind Dinge nur, solange Unwissenheit herrscht. Um Verständnis und Toleranz zu fördern steht also immer das Kennenlernen und Erklären im Vordergrund. Diesen Ansatz nutzten auch die jungen Oschatzer, die in einem kleinen Theaterstück den Sabbat nachstellten. Untermalt mit Dia-Show und erklärenden Worten von Elena Albrecht formten die fremden Bräuche für die Besucher konkrete Bilder. Wein und Brot wurden gesegnet und der Ablauf der Feierlichkeiten vorgespielt.

Nun war es aber ein Dienstagabend und kein Freitag. Daher gab es nicht nur Brot und Wein als Stärkung für die rund 80 Besucher, sondern auch ausgesuchte koschere Suppen. Zur Auswahl stand eine Hühnersuppe und eine Gemüsebrühe mit Bohnen. Nach so vielen Informationen waren die Gäste dankbar für diese Stärkung. Und bei einem Glas Wein überbrückte man die Wartezeit bis zum Auftritt der Klezmerband in geselliger Runde.

"Da wir keinen Eintritt genommen haben, finanzieren wir die Musiker durch einen Fonds, der für die bundesweiten Tage der Demokratie zur Verfügung steht", erklärte Elena Albrecht das Konzept. Die ungewöhnlichen Klänge der Klezmerband "Shoshana" gefielen den Zuhörern. "Die Musik kam sehr gut an, und wir bekamen durchweg positive Resonanz für den Abend", zog Anja Kohlbach ein Resümee zu der Veranstaltung.

Janett Petermann

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