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Oschatz Sachsenforst räumt Baum-Mikado im Wermsdorfer Forst auf
Region Oschatz Sachsenforst räumt Baum-Mikado im Wermsdorfer Forst auf
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14:19 02.03.2018
Uwe Lange schätzt die von Sturmtief Herwart verursachten Schäden in dem von ihm geleiteten Forstrevier Horstsee auf rund 4000 Festmeter. Quelle: Axel Kaminski
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Wermsdorf

Es gibt Stellen im Wermsdorfer Wald, die nach dem Durchzug von Sturmtief Herwart wie ein riesiges Mikadospiel aussehen. Von „flächigen Würfen“ spricht der Fachmann in diesem Fall und tatsächlich muss da der Fachmann ran. „Dort, wo Bäume ineinander gefallen sind und unter Spannung stehen, werden wir nicht gerade die privaten Brennholzwerber ranlassen“, unterstreicht Uwe Lange, Leiter des Forstreviers Horstsee.

Während des Sturmes und unmittelbar danach hatte das Beseitigen von Bäumen, die auf Straßen gestürzt waren oder bei denen diese Gefahr bestand, Priorität. „Jetzt sehen wir zu, dass wir die Waldwege frei bekommen, damit wir selbst mit unserer Technik wieder beweglich sind“, war von Uwe Lange zu erfahren.

Schaden von rund 10 000 Festmetern Holz

Den Schaden im gesamten Wermsdorfer Wald schätzt er auf rund 10 000 Festmeter, jeweils zirka 4000 in den Revieren Collm und Horstsee, etwas weniger im Revier Wermsdorf.

Ursache für diese großen Schäden sei nicht nur die Windstärke. „Dieser Sturm kam nicht aus der Hauptwindrichtung, sondern von Nordwest bis Nord“ erläutert der Revierleiter. Aus der Hauptwindrichtung – also West bis Südwest – habe man einen Deckungsschutz für die Bestände, quasi einen Windschutz, geschaffen.

Würde die Kraft aus einer anderen Richtung auftreffen, könne dieser Schutz seine Wirkung kaum entfalten. Der Sturm habe quasi über die von der Sachsendorfer Straße gebildeten Schneise in die Bestände hineinblasen können.

Besonders die flach wurzelnde Fichte betroffen

Von den flächigen Würfen sei im Wermsdorfer Wald besonders die flach wurzelnde Fichte betroffen. Vor allem dort, wo sie auf einem stark tonhaltigen Boden stehe, könne sie dem Sturm wenig entgegensetzen. Aber auch Kiefern, Lärchen und Birken seien entwurzelt worden. „Die größten Schäden gab es an nassen Standorten“, erläutert der Leiter des Sachsenforst-Revieres Horstsee.

Die teils mitsamt dem Wurzelteller umgestürzten Bäume seien dabei nur der sichtbare Teil der Schäden und Gefahren. Auf dem Weg zu so einem „fotogenen“ flächigen Wurf stoppt Uwe Lange seinen Geländewagen und eilt mit der Sprayflasche an einen Baum. Er ist kurz über dem Boden gerissen, hängt mit der Krone im Nachbarbaum, steht aber noch. „Er muss gefällt werden, bevor er einfach so oder beim nächsten starken Wind umstürzt“, erläutert der Revierleiter. Das Betreten der Wälder erfolge immer auf eigene Gefahr, stellt Uwe Lange klar. Momentan sollte man bei Waldspaziergang aber besonders umsichtig sein. Pilzsammlern rät er, den Blick auch mal nach oben zu richten – und den Forstfahrzeugen nicht die Zufahrt zu versperren.

Aufarbeitung bis zum Frühjahr

„An den Folgen des Sturmes werden wir bis ins Frühjahr zu arbeiten haben“, schätzt er ein. Zum Glück sei die warme Jahreszeit vorbei, so dass die Insekten und Holzschädlinge weniger aktiv seien. „Wir können das Holz also in Ruhe aufbereiten“, stellt Uwe Lange fest.

Von Axel Kaminski

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