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Sachsens Fluglehrer erhalten in Oschatz den letzten Schliff

Segelflug Sachsens Fluglehrer erhalten in Oschatz den letzten Schliff

Acht zukünftige Segelfluglehrer aus Sachsen und Thüringen legen am Sonnabend ihre Prüfung in Oschatz ab. Darunter auch Elisabeth Landsteiner vom Oschatzer Flugplatz. Oberbürgermeister Andreas Kretschmar erkundigte sich über die Ausbildung, sah sich auf dem Flugplatz um und lobte den Verein für sein Engagement.

Vorstandsvorsitzender Jan Simon (links) führte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (rechts) auf den Segelflugplatz. Fluglehrer Klaus Streichert (vorne) vom Flugplatz Kamenz schulte die beiden zukünftigen Fluglehrer Robert Trautwein (hinten) und Elisabeth Landsteiner (2.v.r.) vor ihrer Prüfung.

Quelle: Foto: Dirk Hunger

Oschatz. Acht zukünftige Fluglehrer werden in diesen Tage auf dem Flugplatz in Oschatz ausgebildet. Sieben aus Sachsen, einer aus Thüringen. „Sachsens Fluglehrer werden in Oschatz gemacht“, betont der Vereinsvorsitzende Jan Simon. Schon seit 2007 werden hier alle zwei Jahre neue Fluglehrer ausgebildet. 14 Tage lang gibt es für die Fluglehrer-Anwärter einen straffen Unterrichtsplan, der nicht nur Praxis, sondern auch die Theorie beinhaltet.

„Wir hatten namhafte Referenten aus dem Segelflug bei uns, die hier unterrichtet haben“, sagt Vereinsmitglied Angela Polmer aus Oschatz. Eine solche Ausbildung ist mit viel Aufwand verbunden. Zwischen acht und zehn ist eine optimale Teilnehmerzahl. Doch um hier überhaupt die Ausbildung und Prüfung absolvieren zu können, mussten bereits vorab einige Voraussetzungen erfüllt werden. „Um eine Fluglehrerausbildung zu machen, müssen bereits 100 Flugstunden und 200 Starts hinter jedem Teilnehmer liegen. Vor der Teilnahme müssen im eigenen Verein bereits 20 Eingewöhnungsflüge vom hinteren Teil des Segelfliegers durchgeführt worden sein. Es ist eine ganz andere Sitzposition. Von hinten fliegt man ja sonst nicht und sieht auch einiges weniger. Nachwuchs ist bei den Fluglehrern immer gefragt. Ich wurde selber gut ausgebildet und will nun in die Fußstapfen meiner Fluglehrer treten“, sagt Fluglehrer-Azubi Sebastian Hertel aus Auerbach im Vogtland.

Die anderen Teilnehmer stammen aus Zwickau, Großrückerswalde, Klix, Thüringen und Oschatz. In Oschatz wurden schon knapp 50 Lehrer ausgebildet. Einer der Ausbilder ist Professor Karl-Heinz Dannhauer vom Luftsportverband Sachsen. „Der Auszubildende muss die Fehler, die ich bei den Flügen natürlich einbaue, erkennen und mir als Fluglehrling sagen, wie ich diese Fehler korrigiere“, so der Ausbildungsleiter.

Im Lehrgang 20 Starts

Im Lehrgang haben die zukünftigen Fluglehrer 20 Starts, darunter Windenstarts und Flugzeugschlepp. Ob sie das auch verinnerlicht haben, zeigt die Prüfung. Diese übernehmen andere Lehrer mit drei Starts. Der 20-jährige Markus Uhlig aus Chemnitz vom Flugplatz Großrückerswalde sieht der Prüfung gelassen entgegen. Mit 14 hat er mit der Fliegerei begonnen, mit 16 hatte er bereits seine Lizenz in der Tasche. Bei der Bundeswehr war er Sportsoldat im Segelflug. Als nächster Schritt folgt nun die Fluglehrerausbildung. „Das Fliegen ist vergleichbar mit dem Autofahren. In der Fahrschule macht man noch alles akkurat. Wenn man dann alleine fährt, wird man nachlässiger. Jetzt lernt man, es aus dem Blickwinkel des Lehrers zu sehen. Bisher bekomme ich die Fehler, die die Fluglehrer einbauen, relativ gut mit. Ich bin gespannt, wie es werden wird, wenn es echte Flugschüler sein werden.“

Bereits gute Vorbildung vorhanden

Die diesjährigen Teilnehmer haben schon ein gutes Wissen vom Fliegen, sagt Fluglehrer Lutz Kern, Geschäftsführer vom Landesluftsportverband Sachsen. Stolz sind die Oschatzer, dass in diesem Jahr eine Segelfliegerin aus Oschatz an der Ausbildung teilnimmt. Elisabeth Landsteiner ist Berufssoldatin in Leipzig. Oft wurde sie bereits gefragt, ob sie diese Ausbildung nicht machen wolle. Anfangs ging es aufgrund des Studiums und der Familienplanung nicht. Doch nach einer Absprache mit der Familie hat sie sich jetzt dafür entschieden. „Die Anfangsphase ist ungewohnt. Doch die eigenen Fertigkeiten werden dadurch verbessert. Das Lehren ist ganz anders, doch es läuft bisher ziemlich gut. Auch das Klima auf dem Lehrgang ist super“, so Elisabeth Landsteiner.

Um sich ein eigenes Bild von der Ausbildung zu machen, besuchte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar den Segelflugplatz in Oschatz. Kretschmar saß noch nie in einem Segelflieger. Er lacht. „Ich muss das auch nicht haben. Aber ich bewundere die Piloten. Sie machen es nicht nur als Hobby, sondern sind ein fester Bestandteil der Stadt und beteiligen sich als Verein. Im Sommer sind oft Segelflieger aus anderen Vereinen hier in Oschatz. In diesem Jahr konnte ich auf dem Platz Gäste aus unserer Partnerstadt Blomberg begrüßen“, so der Oberbürgermeister.

Am Sonnabend steht für die Auszubildenden die Prüfung an. In drei Flügen müssen sie ihr Können als Fluglehrer unter Beweis stellen.

Von Kristin Engel

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