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Oschatz Sachsens Innenminister Roland Wöller trifft Feuerwehrhäuptlinge der Collm-Region
Region Oschatz Sachsens Innenminister Roland Wöller trifft Feuerwehrhäuptlinge der Collm-Region
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16:34 03.05.2018
Minister Roland Wöller im Gespräch mit Landtagsabgeordneten Frank Kupfer, Wehrleiter Lars Natzke, Landrat Kai Emanuel und Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (v.l.). Quelle: Foto: C. Kunze
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Oschatz

In der Oschatzer Feuerwehr gibt es keine hauptamtlichen Kräfte – diese Information überraschte Sachsens Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller (CDU) beim Besuch des Depots am Mittwoch. Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Frank Kupfer waren zur Stippvisite des Politikers zudem 70 Feuerwehrhäuptlinge aus Kupfers Wahlkreis eingeladen – etwa die Hälfte davon war da.Die von Frank Kupfer initiierte Zusammenkunft sei mit Blick auf das erhöhte Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung zustande gekommen. „Die Bürger müssen sich verlassen können – auf Ärzte, Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr.“

Nicht jede Wehr so gut ausgestattet wie Oschatz

Das ehrenamtliche Modell habe Zukunft, so der Staatsminister des Innern. Deshalb investiere der Freistaat in den kommenden fünf Jahren 200 Millionen Euro in den Brandschutz. Aus den Reihen der Bürgermeister, der Collm-Region, die ebenfalls zugegen waren, kam der Einwand, dass man sich auch hätte anderswo treffen können – denn nicht jede Ortswehr sei so ausgestattet wie die Oschatzer. Man hätte sich auch in eine einfachen Garage, auf Getränkekästen sitzend, unterhalten können. Der Oschatzer Wehrleiter Lars Natzke griff diesen Einwand unbewusst auf – und betonte die überörtliche Bedeutung seiner Abteilung. „Wir sehen uns mit steigenden Einsatzzahlen und immer komplexer werdenden Herausforderungen konfrontiert – da muss auch Technik und Manpower aufrecht erhalten werden.“ Dass der Nachwuchs in Oschatz fit, motiviert und gut aufgestellt ist, bewiesen die angehenden Feuerwehrleute dem Innenminister mit einer Löschübung.

Landrat kritisiert bürokratische Hürden

Gut ausgebildete Kräfte für die Einsatzbereitschaft seien das eine, die konkreten Anreize für das Engagement in der Feuerwehr das andere, betonte Nordsachsens Landrat Kai Emanuel. Er verwies auf das mitunter langwierige Verfahren für die Anschaffung von Einsatzfahrzeugen. „Moderne Technik ist aber das A und O, um junge Menschen zu begeistern. Die Jungs und Mädels wollen nicht an Oldtimern rumbasteln“, sagte er. Als positiv und nachahmenswert wertete Wöller das nicht unumstrittene Credo der Stadt Oschatz, Feuerwehrangehörige bei der Ausschreibung auf Arbeitsstellen in der kommunalen Verwaltung zu bevorzugen – und umgekehrt, Angestellten den Dienst in der Wehr nahe zu legen.

Wöller: Feuerwehr leistet mehr als sie muss

Staatsminister Wöller nutzte nach einem Rundgang durch das Gerätehaus den Austausch in lockerer Atmosphäre, um sich anzuhören, wo es bei den Feuerwehren im wahrsten Sinne des Wortes brennt. „Wir müssen miteinander reden – Kommunikation ist die halbe Miete, erst recht in Ihrem Aufgabenfeld, wo es Tag und Nacht darum geht, Leib und Leben, Hab und Gut der Menschen zu retten und vor Schäden zu bewahren“, so Wöller.Ebenfalls unterstrich er die Zusammenarbeit der ehrenamtlichen Helfer im ländlichen Raum untereinander und deren Arbeit über das Soll hinaus. „Die Feuerwehr ist eine große Familie, eine kulturell-soziale Institution, die Brauchtum aufrecht erhält. Auch das gilt es, zu unterstützen.“

Von Christian Kunze

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