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Sächsische Erdbeersaison im Obstland eröffnet

Sächsische Erdbeersaison im Obstland eröffnet

Dürrweitzschen/Ablaß. Er brauche heute Leute, die möglichst anzügliche Witze erzählen, frohlockt Bernd Lehmann: "Damit unsere Erdbeeren rot anlaufen." Der Geschäftsführer der Ablasser Obstgarten GmbH bittet zur Eröffnung der Erdbeersaison ins Dreikreise-Eck Nordsachsen, Leipzig, Mittelsachsen.

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Blütenkönigin Kathleen Goldammer präsentiert zur Eröffnung der Erdbeersaison die süßen Früchte auf einem Feld der Ablasser Obstgarten GmbH.

Quelle: Thomas Kube

Von Haig Latchinian

 

Vor lauter Kälte hat die sächsische Blütenkönigin Kathleen I. zumindest rosa Bäckchen. Umso mehr beschwört sie die Sonnenseiten der Erdbeere: "Sie besteht zu 90 Prozent aus Wasser. 100 Gramm enthalten gerade mal 32 Kalorien. Sie ist reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien. Die Römer verehrten sie als göttliche Pflanze."

 

Auf sächsischen Feldern werden in diesem Jahr voraussichtlich etwa 4300 Tonnen der edlen Frucht geerntet. Gerd Kalbitz, Vorsitzender des Landesverbandes "Sächsisches Obst", bezeichnet die Region im Vergleich zu Bundesländern wie Niedersachsen (39 000 Tonnen), Nordrhein-Westfalen (31 000) und Baden-Württemberg (25 000) als Anbauzwerg, doch lohne es allemal, bei regionalen Produkten zuzugreifen: "Nur die werden vollreif geerntet, müssen nicht über weite Strecken transportiert werden und entwickeln so das ganze Aroma. Eine noch halb grün gepflückte Erdbeere kann nicht mehr rot werden."

 

Monika Wojtas, Maria Kolczenckia und Malgorzata Hawryluk hocken in den langen Reihen. Vor sich her schieben sie eine kleine Karre, auf denen sich Stiegen mit Schalen befinden. Die Frauen kommen aus Polen, verdingen sich zusammen mit Litauerinnen, die in 14 Tagen in Ablaß erwartet werden, als Erntehelfer. Der Wind pfeift, der Regen peitscht, mancher Deutsche kneift. Vor sechs, sieben Jahren war das Verhältnis zwischen Osteuropäern und Einheimischen noch "Fifty-Fifty", wie Geschäftsführer Lehmann sagt. Inzwischen sind unter den Pflückern fast ausnahmslos ausländische Helferinnen anzutreffen. Voriges Jahr bekamen sie in Ablaß 4,20 Euro pro Stunde. Jetzt sind es schon 7,20 Euro. Der Mindestlohn lässt grüßen. An den gut 80 Erzeugern im Landesverband geht das nicht spurlos vorüber: "Rund 2,80 Euro kostet derzeit die 500-Gramm-Schale im Verkauf. Zwar argumentiert der Handel mit gestiegenen Kosten wegen des Mindestlohnes, doch bei uns kommt kaum was an. Wir erlösen bei 500 Gramm gerade mal 1,20 Euro", so Lehmann. Seine Ablasser Obstgarten GmbH gehört zur Mutterfirma Obstland Dürrweitzschen AG.

 

Zur Saisoneröffnung kredenzt Olav Praetsch leckere Erdbeeren mit Schokoladenüberzug. Der Chocolatier betreibt im Wermsdorfer Bischofsweg eine eigene Schauproduktion mit Werksverkauf. Dabei verwendet er vorzugsweise Früchte aus dem Obstland: "Wir sind gerade dabei, mit Sachsenobst eine neue Produktlinie zu entwickeln." Der Sachse genießt pro Jahr gut drei Kilo Erdbeeren, das entspricht 200 einzelnen süßen Früchtchen. Nach Angaben von Udo Jentzsch, Verbands-Geschäftsführer "Sächsisches Obst", wird auf 38 Prozent der Erdbeerfelder im Freistaat die Sorte Elsanta angebaut. Auf 53 Prozent der Fläche wird für den Markt geerntet, 47 Prozent stehen Selbstpflückern zur Verfügung, so zum Beispiel ab dem Wochenende auch im Raum Leipzig, Wurzen und Oschatz.

 

Matthias Keller von Sachsens Landwirtschaftsministerium lässt die Obstbauern in Dürrweitzschen nicht im Regen stehen. Er verspricht ihnen auch weiter Zuschüsse bei Neuanschaffungen wie zum Beispiel von Tröpfchenbewässerung, innovativer Spezialtechnik oder Hagelschutznetzen.

 

Zurück auf dem Feld in Ablaß: Während die Helferinnen weiter fleißig pflücken, spricht Geschäftsführer Lehmann über die Kirschessigfliege, die über Amerika und China in Europa angekommen sei und künftig eine große Gefahr für das Weichobst auch in Sachsen darstellen könne: "Die Fliege ist kaum bekämpfbar." Verbands-Vorsitzender Kalbitz träumt derweil von der Eier legenden Wollmilchsau: "Damit wir die 8,50 Euro bei Frau Nahles abrechnen können, brauchen wir eine Erdbeere mit dem Geschmack von Mieze Schindler, die auch nach 300 Kilometern Transport noch fest ist, 20 Tonnen pro Hektar Ertrag hat und von der in der Stunde 20 Kilo gepflückt werden können."

Latchinian, Haig

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