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Sanierung des Kultursaals in Wermsdorf verzögert sich

Baugeschehen Sanierung des Kultursaals in Wermsdorf verzögert sich

Die Sanierung des Kultursaales auf dem Gelände der Wermsdorfer Hubertusburg dauert länger als geplant. Weil die Nässeschäden größer sind als zunächst angenommen, braucht der Untergrund mehr Zeit zum Trocknen. Wann der Saal wieder bespielt werden kann, ist unklar.

Der alte Saalboden ist herausgerissen. Ein neuer Aufbau erfolgt erst, wenn der Untergrund vollständig trocken ist.

Quelle: Jana Brechlin

Wermsdorf. Das anhaltende Sommerwetter ist ideal für die Sanierung des Kultursaales auf dem Gelände von Schloss Hubertusburg in Wermsdorf. Nachdem der alte Fußboden komplett ausgebaut und der Unterbau abgetragen wurde, sind die hohen Temperaturen dringend nötig, um die von Nässe befallenen Stellen zu trocknen. Deshalb ist im Saal Durchzug angesagt, stehen die Fenster auf beiden Seiten tagsüber offen. Wann es mit der Sanierung weitergehen kann, ist derzeit noch unklar.

Derzeit sind die gemauerten Bögen der Kellergewölbe gut sichtbar

Derzeit sind die gemauerten Bögen der Kellergewölbe gut sichtbar.

Quelle: Jana Brechlin

Im vergangenen Jahr war der Saal wegen Nässeschäden und Pilzbefall baurechtlich gesperrt worden (wir berichteten). Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits Anfang 2017 abgeschlossen sein. Allerdings ist der Sanierungsaufwand doch deutlich aufwendiger. „Während der Baumaßnahme wurde festgestellt, dass das Ausmaß der Schäden größer ist, als dies im Vorfeld abzusehen war“, erklärt Dieter W. Ruf, Abteilungsleiter im Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement (ZFM), das für die Hubertusburg als Freistaat-Immobilie zuständig ist. „Sämtliche von Nässe befallenen Stellen müssen getrocknet und historische Befunde im Fußbodenbereich gesichert werden“, fügt er hinzu.

Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU) hat sich den Saal zwischendurch von Steffen Delang vom Landesamt für Denkmalpflege zeigen lassen und dabei erfahren, dass neben den gemauerten Gewölben des darunter liegenden Kellers, die derzeit gut sichtbar sind, durch die Arbeiten auch weitere Besonderheiten ans Licht gekommen sind: alte Holzeinläufe, die offenbar zu den früheren Pferdeställen der Anlage gehörten. Während einige der kleinen Becken mit jeweils einem Abfluss bereits deutlich zersetzt sind, sind andere noch sehr gut erhalten. Da diese Funde gut einen halben Meter unter dem heutigen Fußbodenniveau liegen, werden die Einläufe nach der Sanierung wohl wieder in der Tiefe verschwinden. Allerdings sollen diese gesichert und zum Beispiel durch eine Klappe im Boden bei künftigen Führungen sichtbar gemacht werden können.

Ursprünglich hatte der Freistaat 100 000 Euro für die Sanierungsarbeiten vorgesehen. Er gehe davon aus, dass sich die prognostizierten Baukosten nicht nennenswert erhöhen werden, so Dieter W. Ruf. Neben der Erneuerung des Saalfußbodens sei auch der Wiedereinbau von Heizkörpern und Bühnentreppe sowie die Erneuerung der Saaleingangstür geplant, so der Abteilungsleiter. „Nach Abschluss aller Arbeiten wird der Kultursaal wieder für Veranstaltungen zur Verfügung stehen“, kündigt er an, „ein konkreter Zeitpunkt kann momentan noch nicht benannt werden.“

Die Gemeinde Wermsdorf, die derzeit einen Generalmietvertrag für die Räumlichkeiten hat, würde dann gerne als Pächter agieren. „Das würde uns die Möglichkeit einräumen, auch selbst investieren zu können“, begründet Matthias Müller. So seien auch Förderungen denkbar, sofern ein Pachtvertrag abgeschlossen ist. „Wir würden gerne dafür sorgen, dass der Saal eine zeitgemäße Beleuchtung und eine moderne Beschallungsanlage bekommt, dann könnte man die Räume als Tagungs- und Veranstaltungszentrum besser nutzen“, beschreibt der Bürgermeister.

Von Jana Brechlin

Wermsdorf 51.2803708 12.940642
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