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Sauerkraut hobeln, Buttern und Dreschen: Schmannewitzer feiern Erntedank

Hunderte Besucher Sauerkraut hobeln, Buttern und Dreschen: Schmannewitzer feiern Erntedank

Sauerkraut hobeln, Buttern und Dreschen – so feiern die Schmannewitzer Erntedankfest. Der Schmannewitzer Verschönerungsverein holte längst vergessene Handwerkstechniken ans Tageslicht.

Im Hof des Bauernmuseums war viel los.

Quelle: Bärbel Schumann

Schmannewitz. Hunderte Besucher tummeln sich an diesem Nachmittag auf dem Anwesen des Schmannewitzer Bauernmuseums. Sie sind gekommen, um mit den Mitgliedern des Schmannewitzer Verschönerungsvereins Erntefest zu feiern. Das hat hier seit Jahren Tradition und lockt immer wieder Besucher, vor allem wegen der Schauvorführungen, an.

Viele gesammelte Dinge, vom Butterfass über den Krauthobel oder die Steintöpfe bis hin zur hölzernen Dreschmaschine und den Dreschflegeln sowie einigen anderen historischen Geräten oder Haushaltsgegenständen aus dem Bauernmuseum werden an einem solchen Tag mit Leben erfüllt. Die Vereinsmitglieder zeigen dann mit Unterstützung von Einwohnern, wozu sie einst nützlich waren und wo sie im Bauernhaushalt auf dem Dorf verwendet wurden.

Der Verschönerungsvereins zeigte die Kunst des Dreschens

Der Verschönerungsvereins zeigte die Kunst des Dreschens.

Quelle: Bärbel Schumann

Separator, Fass, Butterform mit dem Logo der Bauernfamilie sind ein Teil davon. Von Sandra Burkhardt und Christa Zehrfeld werden sie benutzt, um Butter zu machen. Das braucht Zeit, deshalb wurde die Sahne dafür bereits vorher aus der Molkerei geholt und aufbereitet. Kraftvolle Handarbeit gehört ebenso wie Geduld dazu, um schließlich streichfertige Butter für eine Bemme von einem der im Lehmofen des Bauernhauses gebackenen Brote zu haben.

Krautmachen ist Handarbeit

In einer Ecke des Hofes hat sich Heidrun Tilgner breit gemacht. Auch hier ist Handarbeit gefragt, denn sie hobelt Weißkraut mit einem hölzernen Hobel. Ein Steinguttopf mit Deckel steht bereit, um darin später das gehobelte und gewürzte Kraut einzustampfen. Neugierig schauen ihr dabei einige der Kurgäste aus der Reha-Klinik des Ortes über die Schulter. Als wieder einer der großen Krautköpfe in feine Streifen in einer Schüssel zum Würzen bereit liegt, verrät die Schmannewitzerin noch ihr Rezept für das daraus entstehende Sauerkraut. „Ich würze mit Salz, Kümmel, Wacholderbeeren und Möhrenscheiben“, erklärt sie. „Vor dem Einschichten in den Topf alles gut mischen. Ich benutze nachher Hygiene-Handschuhe zum Einschichten und Stampfen, damit keine fremden Bakterien hinein geraten und es nicht schlecht wird.“ Wichtig sei auch, dass nach dem Abdecken der Rand des Steinguttopfes immer mit Wasser gefüllt sei. Nach sechs bis acht Wochen sei dann daraus Sauerkraut entstanden, dass man beginnen könne, zu verzehren.

Heidrun Tilgner zeigt das Krauthobeln

Heidrun Tilgner zeigt das Krauthobeln

Quelle: Bärbel Schumann

Blasmusikanten spielen

Als Klärchen die dunklen Wolken an diesem Nachmittag zur Seite geschoben hat, machen es sich viele Besucher an den aufgestellten tischen im Hof gemütlich. Frischer Zuckerkuchen aus dem Bauernofen oder auch Fett- und Wurstbemmen werden genossen. Zur Unterhaltung spielen die Jahnataler Blasmusikanten aus Ostrau. Dann zeigen Vereinsvorsitzender Karl Heinz Trudel, Gottfried Göllnitz und Gottfried Pinkert, wie früher aus dem Stroh des Getreides das Korn gedroschen wurde. Rolf Dietze kommentiert die einzelnen Arbeitsgänge, erklärt Besonderheiten. Da staunten manche junge Städter nicht schlecht, wie mühevoll und kraftaufwendig diese Arbeit war. Auch in den Ausstellungsräumen des Museums herrscht Gewimmel. Viele Familien sind darunter, die sich über dörfliche Traditionen und die Geschichte des Ortes informieren wollen. Der Landschaftspflegeverband ist ebenso wie manch anderer Handwerker präsent.

Sandra Burkhardt und Christa Zehrfeld demonstrieren das Buttern

Sandra Burkhardt und Christa Zehrfeld demonstrieren das Buttern.

Quelle: Bärbel Schumann

Von Bärbel Schumann

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