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Oschatz Schaden von 7500 Euro an Flüchtlingsunterkunft in Dahlen
Region Oschatz Schaden von 7500 Euro an Flüchtlingsunterkunft in Dahlen
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09:26 22.03.2016
Die Jugendherberge Dahlen. Quelle: Dirk Hunger
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Dahlen

Zwei Monate lang diente die Jugendherberge Dahlen als Unterkunft für sogenannte unbegleitete jugendliche Ausländer. Vom Vertrag zwischen Landratsamt und Herbergswerk waren Stadtrat und -verwaltung seinerzeit überrascht worden. Einige Stadträte sorgten sich damals, ob die Herberge danach wieder für den touristischen Betrieb nutzbar sei. In der Stadt kursierende Gerüchte, wonach es in der Herberge erhebliche Schäden gegeben hätte, brachte Stadtrat Steve Klose (WHG) jetzt zur Sprache.

Bürgermeister Matthias Löwe (WHD) räumte ein, dass es Schäden gibt und Instandsetzungsarbeiten erforderlich seien. Details kenne er jedoch nicht. Auf die Anfrage von Bärbel Lehmann (Linke) antworte er, dass die Stadt diese Arbeiten weder zu beauftragen noch zu bezahlen habe.

Dauerbelegung sei eine höhere Belastung

Thomas Müller, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Jugendherbergswerkes, bewertete Aussagen über erhebliche Schäden als „bösartiges Gerücht“. Tatsächlich habe es aufgrund einer längerfristigen und untypischen Nutzung Schäden gegeben. So eine Dauerbelegung sei einfach eine höhere Belastung für das Haus und seine Einrichtung. In der Tat sind die Jugendlichen von einem Verein rund um die Uhr betreut worden, ohne dass jeder einzelne 24 Stunden am Tag persönlich beaufsichtigt wurde. Sie haben hier – im Gegensatz zu Schulklassen, die im Schnitt drei Tage in einer Herberge bleiben, fast die gesamte Zeit im Haus und in dessen Außenanlagen verbracht.

„Der Schaden lässt sich ganz konkret darstellen und beziffern“, betont Thomas Müller. Es seien Malerarbeiten in mehreren Räumen nötig und es habe zwei defekte Waschbecken gegeben. Außerdem müsse ein Fußboden repariert und mehrere Türblätter in Stand gesetzt werden. Außerdem müsste eine an Dachrinne erneuert werden, weil dort etwas hineingeworfen wurde.

Insgesamt seien Arbeiten und Material im Wert von rund 7500 Euro erforderlich, um die Schäden zu beseitigen. Das Herbergswerk kümmere sich darum, dass diese Arbeiten erledigt werden. Die Kosten würden vom Landratsamt erstattet. „Das wurde im Belegungsvertrag geregelt“, erläutert Thomas Müller. Das Schadensprotokoll sei von beiden Seiten abgezeichnet worden.

Kein zweiter Fluchtweg

In der Ratssitzung schnitt Matthias Löwe ein weiteres Problem an, das den Weiterbetrieb der Jugendherberge betrifft. Er sprach von „Forderungen baulicherseits“, die es schon eine Weile gäbe. Jetzt werde aber mit Nachdruck darauf gedrungen, sie umzusetzen. Thomas Müller erläuterte, das es Anfang März eine bauaufsichtliche Begehung in der Herberge gab. Dort stünde für Ober- und Dachgeschoss kein zweiter Fluchtweg zur Verfügung.

Die Behörde fordere, dass dieser eingerichtet werde, was auf den Anbau einer Außentreppe hinauslaufe. Außerdem werde eine Brandschutzabschottung des ersten Fluchtweges, also des Treppenhauses im Gebäude, verlangt. „Wir werden gemeinsam mit der Stadt nach einer Lösung suchen. Ich habe den Eindruck, dass die Stadt stark daran interessiert ist, dass die Herberge weiter genutzt werden kann“, unterstrich Thomas Müller.

Von Axel Kaminski

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