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Schandfleck-Sanierung verzögert sich

Schandfleck-Sanierung verzögert sich

Alles andere als ansehnlich: Das Gebäude des ehemaligen Kreisbetriebs für Landtechnik (KfL) am Dorfplatz ist für die meisten Einwohner ein Schandfleck. Entsprechender Unmut machte sich zur jüngsten Ratssitzung breit, als Bürgermeister Michael Reinhardt verkünden musste, dass die geplante Sanierung des Objektes in diesem Jahr nicht mehr angegangen werden kann.

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Erinnert an den Kampf um die 1. Klasse der Grundschule Hof 2010, verfällt aber auch zusehends: Das ehemalige KfL-Gebäude in Hof.

Quelle: Dirk Hunger

Von CHRISTIAN KUNZE

 

Als "beschämend" bezeichnete Günter Hunger aus Hof in der öffentlichen Sitzung am vergangenen Donnerstag den Zustand der Immobilie. "Im August wollen wir die Ersterwähnung unseres Dorfes vor 750 Jahren feiern. Für die Besucher ist dieser Bau alles andere als ein Anreiz, uns zu besuchen", monierte er und regte an, wenigstens für die Feierlichkeiten im Spätsommer diesen Jahres eine Lösung zu finden.

 

Die Sanierung des Gebäudes hat sich die Gemeinde schon länger auf die Fahnen geschrieben. Das zuletzt erstellte Gutachten ist jedoch sechs Jahre alt und neuere Betrachtungen eines Planers haben einige Versäumnisse der Vorgänger offenbart, erklärte Bürgermeister Michael Reinhardt. So seien einige dringend notwendige Baumaßnahmen nicht berücksichtigt worden, Nachholbedarf gebe es zudem bei der Regenentwässerung, Maurerleistungen und bei Stahlträgern im Inneren, die entweder aufbereitet oder komplett ersetzt werden müssen. "Wir wollen es lieber später richtig machen, als die Sache jetzt sofort nur halbherzig anzupacken", brachte es das Gemeindeoberhaupt zur Sitzung auf den Punkt.

 

Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Verschiebung der Sanierung ist die Finanzierung: So hatte die Gemeinde ursprünglich geplant, das ganze ohne Fördermittel, also komplett aus eigener Hand zu zahlen. Im kommenden Jahr beginne jedoch eine neue Förderperiode. "Im Interview mit der Oschatzer Allgemeinen sprach Staatsminister und Landtagsabgeordneter Frank Kupfer unlängst davon, dass es keine Einschränkungen bei der Art der förderfähigen Projekte gibt. Nehmen wir ihn beim Wort und arbeiten schon jetzt daran, einen Fördermittelantrag zu erarbeiten, der bei der ersten Sitzung des regionalen Entscheidungsgremiums auf dem Tisch liegt", so Reinhardt. Möglich seien demnach Fördersätze bis zu 75 Prozent der Gesamtkosten - und die hat die Gemeinde Naundorf mit rund 200 000 Euro veranschlagt.

 

Markant an der zur Bundesstraße 169 zeigenden Fassade des KfL-Gebäudes ist ein Schriftzug aus dem Jahr 2010. In großen gelben Buchstaben erinnern dort die Worte "Rettungspakete für Banken wo bleibt unser Paket? Lilly Paul" an den Mitwirkungsentzug für die 1. Klasse der Grundschule Hof in selbigem Jahr. Eltern, die, letztlich ohne Erfolg, dafür kämpften, dass ihre Kinder in Hof, und nicht in Oschatz eingeschult werden, setzten damals ein Zeichen mit Pinsel und Farbe. Geht es nach den Mitgliedern des Heimatvereins, soll er erhalten bleiben, erfuhr OAZ auf Nachfrage bei der Vorsitzenden Heike Pinkert. "Unser Plan ist es, die Fassade während der 750-Jahr-Feier mit einer Plane abzudecken". Damit könne er sich auch anfreunden, sagt Frank Clauß, einer der Väter, die damals zum Pinsel gegriffen hatten. "Sollte die Sanierung im kommenden Jahr klappen, kann der Schriftzug natürlich verschwinden", so der Salbitzer gegenüber der Oschatzer Allgemeinen.

Christian Kunze

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