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Oschatz Schere schließt sich nur langsam
Region Oschatz Schere schließt sich nur langsam
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16:30 19.07.2012
Projektleiter Jürgen Mehner (l.) koordiniert die Beschäftigung der Ein-Euro-Jobber Klaus Schivelbein, Bodo Morgenstern, Heike Wruck und Irene Kunath (v.l.). Quelle: Dirk Hunger

Von Frank Hörügel

"Es macht einfach Spaß, man kommt raus", sagt Kerstin Hessel. Die 44-Jährige bemalt Türschilder mit bunten Motiven. "Wir freuen uns, bedürftigen Kindern helfen zu können", sagt Norbert Grund. Der 55-Jährige erledigt den Papierkram in der Spielzeug-Aufnahme. Die beiden Oschatzer gehören zur 16-köpfigen Belegschaft der Toys Company (Spielzeug-Firma).

"Wir sind wie eine kleine Firma aufgebaut", sagt André Mehner. Größter Unterschied: In der Toys Company fließt kein Geld, hier wird kein Profit erzielt. Der 36-jährige Mehner ist Chef der 16 Ein-Euro-Jobber, die in der Merkwitzer Straße 27 arbeiten. Hier nehmen die Langzeitarbeitslosen gebrauchte Spielsachen von Spendern entgegen, reparieren die Puppen, Spiele und Autos und geben sie an sozial schwache Kinder wieder kostenlos ab. Die bedürftigen Kinder bekommen kleine Holztaler, die sie gegen Spielzeug eintauschen können.

Träger dieser Beschäftigungsmaßnahme ist die Dekra Akademie GmbH, die das Projekt in Oschatz durchführt. "Wir wollen Leuten, die schon länger aus dem Berufsleben raus sind, die Chance einer sinnvollen Beschäftigung geben", sagt Kathrin Tischer von der Dekra Akademie. Die Integrationschancen der Langzeiterwerbslosen sollen nach ihren Angaben in der Toys Company verbessert werden. "Damit sie wieder in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung kommen", beschreibt Kathrin Tischer das Ziel.

Zum 1. August soll die Belegschaft in Oschatz verdoppelt werden - auf 32 Frauen und Männer. "Das Jobcenter Nordsachsen hat nachgefragt, ob wir Kapazitäten haben. Und die haben wir", so Kathrin Tischer.

Die Dekra Akademie GmbH ist nicht der einzige Träger von Projekten für Ein-Euro-Jobber, der auf den Hilferuf des Jobcenters Nordsachsen reagiert hat. Als Geschäftsführerin des Jobcenters mit Hauptsitz in Oschatz hatte Michaela Ungethüm in der jüngsten Kreistagssitzung auf das Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage hingewiesen und die Kreisräte um Unterstützung gebeten. Offenbar ist sie erhört worden. "In den letzten Wochen sind etwa 60 zusätzliche Arbeitsgelegenheiten im Landkreis dazugekommen, mit leichtem Schwerpunkt bei den Städten und Gemeinden als Maßnahmeträger", sagt sie. Meist gehe es um das Beseitigen wilder Müllablagerungen im öffentlichen Verkehrsraum, das Unterstützen ehrenamtlicher Naturschützer oder die Pflege von Brachgärten. Nach wie vor gelte aber, so Unge-thüm, dass dafür nur Erwerbslose in Betracht kämen, "die mittelfristig keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt haben".

-Kommentar

Die Toys Company in der Merkwitzer Straße 27 hat montags bis freitags von 8 bis 12.30 Uhr geöffnet. Mittwochs ist von 12 bis 16.30 Uhr offen, Tel. 03435/935 98 08.

Ein-Euro-Jobs

Die Tätigkeiten für Ein-Euro-Jobber müssen zusätzlich und im öffentlichen Interesse sein. Pflichtaufgaben der Kommunen kommen dafür nicht in Betracht.

Ein-Euro-Jobber bekommen neben ihrem Arbeitslosengeld II eine sogenannte Mehraufwandsentschädigung von 1,25 Euro je Stunden bei einer Wochenarbeitszeit von 20 Stunden. Die Träger der Maßnahmen erhalten Sachkosten gegen Nachweis erstattet.

In den meisten Einsatzgebieten für Ein-Euro-Jobber müssen die jeweiligen Kammern oder der Garten- und Landschaftsbauverband vorher eine Genehmigung erteilen. Damit soll unlauterer Wettbewerb verhindert werden.

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