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Oschatz Schildauer Kräuterhexe schwört auf grüne Kraft
Region Oschatz Schildauer Kräuterhexe schwört auf grüne Kraft
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00:18 08.04.2017
Brigitte Bussenius pflückt Kräuter. In dem Korb sind Löwenzahn, Blutampfer Knoblauch-Lauch, Eichblattsalat und Wirsing zu sehen. Quelle: Fotos: Kristin Engel/Hagen Rösner
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Oschatz

Jetzt, da Blumen und Kräuter wieder blühen, blüht auch Brigitte Bussenius wieder auf. Die „Kräuterhexe“, wie sie sich selbst bezeichnet, kennt sich mit den Kräutern der Region aus und gibt Tipps, welche Heilkräuter aus der Natur für welche Leiden verwendet werden können. „Zur Zeit sind unter anderem Brennessel, Gundermann, Schöllkraut oder Vogelmiere zu finden“, so die 56-Jährige. Sie warnt jedoch gleich davor, dass nur die Pflanzen gesammelt und verwendet werden sollten, die man hundertprozentig sicher identifizieren kann. „Sie ersetzen natürlich nicht den Besuch beim Arzt. Pflanzen, die unter Naturschutz stehen, wie Bärlauch, dürfen nicht aus der Natur entnommen werden“, sagt die Schildauerin, die mitten im Wald nahe Ochsensaal wohnt. Gerade Pflanzen mit einer entgiftenden und entschlackenden Wirkung für den Körper begeistern sie. „Schon Hildegard von Bingen schrieb: ‚Es ist eine Kraft aus der Ewigkeit, und diese Kraft ist grün.‘ So zum Beispiel die Brennessel. Brennessel ist eine wahre Nährstoffbombe, voller Eisen, Magnesium und Vitamin C“, empfiehlt sie. Eierkuchen mit Brennesseln könnte man probieren, einen Früchtesmoothie ebenso. Spiegeleier mit Giersch und Brennessel oder anstatt Spinat die jungen Bennesseln verwenden, ist auch eine Möglichkeit.“ Allein über die Brennessel könnte Brigitte Bussenius stundenlang reden.

Doch auch andere Pflanzen, wie Gundermann, stehen auf ihrer Liste. „Seine Blätter und Blüten sind sehr aromatisch. Als Tee bevorzuge ich die Gundelrebe. Er passt auch klasse in Tomatensalat oder aufs Käsebrot. Die Pflanze galt früher bereits als Schwermetallausleiter. Die alten berühmten Künstler, die mit giftigen Farben malten, tranken immer Gundelrebe/Gundermann. Sie waren durch die Malerei ja bleivergiftet. Gundermann ist gut für Kranke und Erschöpfte, hilft dem Körper bei schlecht heilenden Wunden und ist äußerlich und innerlich anwendbar.“

Weiterhin zählt sie den Löwenzahn mit auf. Seine Blätter und Wurzeln seien verdauungsfördernd, tonisierend und gegen Gärungs- und Fäulnisprozesse – deshalb auch bei Mundgeruch zu empfehlen, der aus dem Verdauungstrakt entsteht –, bei niedrigen Blutdruck, Völlegefühl und Erschöpfungszustände. Einige weitere Vorzüge kennt Brigitte Bussenius, warnt aber auch davor, zu viele Blätter oder Wurzeln zu verzehren. „Zu viel Bitterstoffe verlangsamen die Verdauung und machen Beschwerden. Menschen mit Sodbrennen, Gastritis, Geschwüre, Bluthochdruck, Morbus Chron, Colitis Ulcerosa, schwerer Diarrhoe, Gallenwegsverschluss, Schilddrüsenüberfunktion oder Überaktivität sollten auf den Konsum von Löwenzahn verzichten.“

Der Geschmack der Vogelmiere ähnele dem von grünen Erbsen oder jungen Maiskolben. Brigitte Bussenius empfiehlt die Verwendung im frischen Salat, aufs Butterbrot, in Mixgetränken wie Gemüseshakes oder in Smoothies. „Vogelmiere ist super für Kinder. Sie mögen den Geschmack sehr und sie ist eine sanfte Hautheilpflanze. Sie enthält Saponine, die alles rausputzen, was wir in uns angesammelt haben und nicht in uns hineingehört. Das Gänseblümchen zählt auch zu den Saponinpflanzen, Hautheilpflanze, Frühlingsgemüse und hilft auch bei Insektenstichen wie der Wegerich.“

Gerade in der jetzigen Jahreszeit sind die Blätter vom Giersch besonders zart, jung und aromatisch. „Es ist als Suppenwürze, Gemüse – wie Petersilie –, Tee, in Kräuterbrötchen oder -brot verwendbar. Giersch putzt unseren Körper von innen sauber. Man kann so viel wie möglich davon essen. Nebenwirkungen sind nicht bekannt“, betont die Kräuterhexe.  

Die Schafgarbenblättchen seien noch – je nach Witterungslage – bis Ende April/ Anfang Mai zart im Geschmack. „Sie passen gut aufs Brot und in den Salat. Schafgarbe ist eine Leberpflanze, Magenpflanze und gut für Hautproblemchen.“ Und sie schwört auf den Wegerich. „Wegerich – bevorzugt der Spitzwegerich – ist nicht nur als Hustensirup und Hustentee zu verwenden, die zarten Blättchen munden im Frühling auch gut. Wie die Brennessel ist der Wegerich eine starke Kieselsäurepflanze. Kieselsäure benötigt jede Zelle unseres Körpers, festigt Gewebe, vor allem in der Lunge. Auch unsere Haare, Haut und Nägel benötigen Kieselsäure. Wir nutzen die Pflanze aus unserer Umgebung zu wenig“, betont Brigitte Bussenius.

Von Kristin Engel

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