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Schlachtabfälle landen illegal im Wermsdorfer Wald

Täter unbekannt Schlachtabfälle landen illegal im Wermsdorfer Wald

In einem Wäldchen zwischen Wermsdorf und Luppa wurden Knochen und Reste von einem geschlachteten Rind widerrechtlich auf einem Privatgrundstück abgelegt. Die Gemeindeverwaltung hat das Veterinäramt inzwischen eingeschaltet. Der Täter ist unbekannt.

Unappetitlich, gefährlich und verboten: Schlachtereste in freier Wildbahn.

Quelle: Privat

Wermsdorf. Von O bis O – diese goldene Pkw-Regel gilt eigentlich für Winterreifen. Manch einer erweitert den Deutungskreis auf ganz eigene Art und Weise. Und zwar auf eine übel stinkende. Denn just vom Oktober bis Ostern ist auch Haus-Schlachtezeit. Und damit scheinbar jene, die einige Menschen dazu bewegt, sich von all den Tier-Resten, die nicht brauchbar sind, in der Natur zu entledigen.

So geschehen an einem Wäldchen zwischen Wermsdorf und Luppa. Für Andreas Scheller eine neue Qualität. Knochen und Reste von einem geschlachteten Rind wurden auf seinem Grundstück widerrechtlich abgelegt. Dabei machte sich derjenige, der dort den Tier-Müll verklappte, nicht einmal große Mühe. Einfach auf einen Haufen gekippt und fort. Dass der ein oder andere jenes Fleckchen mit einer Kippe verwechselt, ist nicht neu. Dachpappe, Asbestplatten und Gartenabfälle gehören zum Repertoire. "Zu DDR-Zeiten war das eine Mülldeponie. Das scheint bei manchen noch immer so zu sein", ärgerte sich Scheller, der nach dem Fund den Tiermediziner und Jäger Ulrich Wolf informierte. "Das ist eine Sauerei und die stinkt wirklich zum Himmel", echauffierte sich Wolf. Für ihn war das Bild, das sich ihm vor Ort bot, nicht neu: "Das passiert öfter. Schaf- und Schweinereste werden so entsorgt. Etwa vier- bis fünfmal im Jahr."

Ein Kampf gegen Windmühlen. Denn bisher konnten der oder die Täter nicht dingfest gemacht werden. Nach geltendem Recht eigentlich ein Unding: "Normalerweise kann die Biografie eines Rindes lückenlos nachvollzogen werden. Es gibt einen Pass und Ohrmarken", erklärt die Amtstierärztin des Landkreises Nordsachsen Kathleen Mai. Genau nach dieser Marke hatte auch Veterinär Wolf Ausschau gehalten - erfolglos.

Der Wermsdorfer meldete den Fund bei der Gemeinde. Lutz Abitzsch schaltete das Veterinäramt des Landkreises ein. "Es wird öfter was im Wald entsorgt, aber dieses Ausmaß ist neu", wertete der Wermsdorfer Hauptamtsleiter, "und eine Gefährdung. Deswegen muss geprüft werden, ob das Fleisch in den Ernährungskreislauf gelangt ist." Angezeigt wurde der Vorfall zudem.

Wenn Tiere oder Teile davon in freier Wildbahn entsorgt werden, kann das zur Gefahr für Mensch und Tier werden. "Tierseuchen können weitergegeben und Krankheitskeime auf den Mensch übertragen werden", erklärte die Amtstierärztin die Problematik. Generell muss das Schlachten von Tieren gemeldet werden. Bei herrenlosen Tieren, die verklappt werden, übernimmt diese der Grundeigentümer. Bis der Kadaver von der Tierkörperbeseitigung (TBA) abgeholt wird, muss dieser sicher gelagert werden. Das heißt so, dass keine Gefahr für jemand anders davon ausgehen kann. Außerdem muss der Abholort zugänglich sein. Auf den wöchentlichen TBA-Touren werden die Tierreste eingesammelt. In Priestewitz wandert alles in einen großen Kessel. Mittels Wasser, Druck und Hitze werden die Keime auf den Tierresten abgetötet.

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