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Schleier des Vergessens in Oschatz entfernt

Schleier des Vergessens in Oschatz entfernt

zum 10. November gedachten deutschlandweit viele hundert Menschen den Opfern der Judenverfolgung im Jahr 1939. Auch in Oschatz blieben die jüdischen Mitbürger nicht verschont von der Grausamkeit der sogenannten Reichspogromnacht.

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Oschatzer Einwohner gedenken an den Stolpersteinen in der Strehlaer Straße der jüdischen Mitbürger, die während des NS-Systems umkamen oder vertrieben wurden.

Quelle: Dirk Hunger

In der Nacht vom 9. Im Gedenken an die jüdischen Oschatzer Familien, die damals in der Strehlaer Straße 7 zu Hause waren, versammelten sich am Sonnabend, 74 Jahre später, Mitglieder des soziokulturellen Zentrums E-Werk und zahlreiche Oschatzer, um dafür zu sorgen, dass diese schreckliche Nacht und die Folgen nicht in Vergessenheit versinken werden. Die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig waren ab 18 Uhr Treffpunkt für alle Interessierten. Neben der Reinigung der Steine wurde den Familien Mendel und Hirschfeld gedacht und über die damaligen Geschehnisse informiert und Zusammenhalt gegen rechtes Gedankengut demonstriert.

 

Jeder der Steine erzählt Geschichten, die einige Menschen lieber in Vergessenheit geraten lassen würden. Oschatzer Schüler hatten jedoch schon vor Jahren die Geschichte der jüdischen Familien erforscht und niedergeschrieben.

 

Am Vorabend des Jahrestages der Pogromnacht stimmte Ursula Kurze bereits auf die traurige Thematik ein. Mit ihren Erzählungen über das Leben und Wirken der jüdischen Dichterin Marsha Kaléko zeichnete sie ein Bild der damaligen Lebensumstände. "Die Gedichte waren literarisch sehr anspruchsvoll", befand Anja Kohlbach, Organisatorin des Abends im Nachhinein. Die Zeilen wurden von Ursula Kurze vertont und vorgetragen. "Ich fand, obwohl es sehr melancholische, sentimentale Melodien waren, dass es trotzdem schön war. Eine andere, intensive Art der Kunst", so Kohlbach.

 

Da auch jeder einzelne der Oschatzer Stolpersteine eine eigene Geschichte erzählt, widmeten sich die Teilnehmer der Mahnwache allen Steinen gleich intensiv. Nach der Reinigung, die symbolisch den Schleier des Vergessens entfernte, wurden Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. Trotz des ernsten Hintergrundes des Zusammentreffens war die Stimmung gut. Man freute sich über die wachsende Resonanz unter den Oschatzern und gedachte voller Respekt den ehemaligen Oschatzer Mitbürgern.

Janett Petermann

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