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Oschatz Schloss Hubertusburg darf sich jetzt „Politischer Ort Sachsens“ nennen
Region Oschatz Schloss Hubertusburg darf sich jetzt „Politischer Ort Sachsens“ nennen
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00:19 04.10.2017
Regierungsbaumeister Ingolf Fischer (l.) und Fachbereichsleiterin Daniela Hollburg (2.v.l.) enthüllen gemeinsam mit der 17. Wermsdorfer Fischkönigin Lisa Keil die Tafel, die an den einstigen Schlossinspektor George Samuel Götze erinnert. Quelle: Bärbel Schumann
Wermsdorf

Immer wieder nutzen die Mitglieder des Vereins Freundeskreis Schloss Hubertusburg unter der Leitung von Wolfgang Köhler sich bietende Gelegenheiten, um auf die Bedeutung und Geschichte der einstigen königlichen Jagdresidenz aufmerksam zu machen. Die seit 2006 vom Freundeskreis organisierten Friedensgespräche, die Auslobung des Jugendfriedenspreises und das Mitwirken im Netzwerk „Places of Peace“ sind Initiativen, die bewusst an die Tradition des Schlosses anknüpfen, wo 1763 der Siebenjährige Krieg als faktisch erster Weltkrieg beendet wurde. Somit ist die Hubertusburg in besonderem Maße ein Ort politischen Wirkens. Dieses Engagement erfuhr nun eine Ehrung. Die Landeszentrale für Politische Bildung verlieh Schloss Hubertusburg den Titel „Politischer Ort Sachsens 2017“.

Preisgeld in Höhe von 2000 Euro

Am Sonnabend überreichte Stefan Zinnow, Referent der Landeszentrale, offiziell dafür das Schild an den Vorsitzenden des Vereins Wolfgang Köhler und an Vorstandsmitglied Ulf Müller. Verbunden ist damit ein Preisgeld in Höhe von 2000 Euro. Stefan Zinnow lobte besonders das Bemühen der Vereinsmitglieder, das Schloss als einen Ort des Friedens zu etablieren. Ein politischer Ort sei nicht nur eine Stadt, ein Gebäude. Mit einem solchen Ort verbinden sich vielmehr Menschen, die diesen mit Leben erfüllten und so zu einem lebendigen, politischen Ort werden lassen. Der Freundeskreis Schloss Hubertusburg zeigt, wie das auf unterschiedlichsten Ebenen aussehen kann.

„Wir haben uns sehr über die Bewerbung des Vereins gefreut“, so Stefan Zinnow. Wolfgang Köhler versicherte im Beisein von Vereinsmitgliedern und Gästen, dass der Verein auch in Zukunft in seinem Bemühen nicht nachlassen werde. Im nächsten Jahr werde beispielsweise wieder der Jugendfriedenspreis ausgelobt. Zugleich betonte er, dass politisches Wirken auch bedeute, Kritik und Anregungen anderer zu ertragen. Denn kurz vor der Festveranstaltung hatte der Verein erfahren, dass ein geplanter Beitrag im MDR-Sachsenspiel über die Titelverleihung am gleichen Tag nicht gesendet wird, weil beim Dreh Kritik am Schlosseigentümer geübt wurde.

Neue Tafel enthüllt

Bevor im Rundsaal der Titel verliehen wurde, gab es noch einen anderen Anlass zur Freude. An einem Eingang zum Rundflügel des Komplexes erinnert seit Sonnabend eine Tafel an George Samuel Götze, dem einstigen Schlossinspektor der Hubertusburg. „Ihm ist zu verdanken, dass die katholische Schlosskapelle St. Hubertus während der Plünderung der Hubertusburg im Jahr 1761 am Ende des Siebenjährigen Krieges verschont blieb“, erklärt der Journalist Claus Legal, der mit seinem Bruder Gerd unermüdlich Geschichtliche Ereignisse erforscht. Beide haben den Nachweis um Götzes Verdienst erbracht. Das neue Heft der Hubertusburger Schriftenreihe, das am Sonnabend präsentiert wurde, veröffentlicht die Studien beider. Der Schlossinspektor erfährt so eine Reputation. Eine, die in gewisser Weise unterstreicht, dass das Schloss den Titel „Politischer Ort Sachsens“ zu Recht erhalten hat.

Von Bärbel Schumann

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