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Oschatz Schloss Hubertusburg noch Baustelle
Region Oschatz Schloss Hubertusburg noch Baustelle
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06:00 27.02.2019
Petra Förster (r.) und Claudia Martin vom Sächsischen Immobilien- und Baumanagement übergeben die Ausstellungsräume am Montag an die Staatlichen Kunstsammlungen. Quelle: Foto: Jana Brechlin
Wermsdorf

Mit Hochdruck wird derzeit an den baulichen Vorbereitungen für die geplante Sonderschau im Wermsdorfer Schloss Hubertusburg gearbeitet. Bis zum Montag muss alles erledigt sein, denn dann werden die Ausstellungsräume vom Staatsbetrieb Sächsisches Baumanagement (SIB) an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) übergeben. 700 000 Euro investiert der Freistaat Sachsen, damit alles dafür vorgerichtet ist und nötige Einrichtungen und Technik erneuert werden können.

Eröffnung am 28. April

Ab 28. April soll dann die Ausstellung „Friedrich August und Maria Josepha – das verlorene sächsische Rokoko“ in Wermsdorf zu sehen sein. Schon Ende 2018 hat deshalb der Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement das Schloss und die Außenbereiche an den SIB übergeben, das für die baulichen Aufgaben zuständig ist. „Wir werden in diesem Jahr die Ausstellungsräume des Schlosses neu beleben“, freut sich Petra Förster von der SIB-Niederlassung Leipzig II.

Vorbereitung im Schloss Hubertusburg für Sonderausstellung 2019. Quelle: Jana Brechlin

Bevor die ersten Handwerker anrücken konnten, musste der Freundeskreis Schloss Hubertusburg ausziehen: Der Verein nutzte bisher Räume im Erdgeschoss, die jetzt für die Museumspädagogik zur Ausstellung hergerichtet werden. „Durch eine sehr gute Kooperation mit dem Freundeskreis haben wir gemeinsam eine Lösung gefunden und für den Verein den alten Sitz der Bauleitung vorbereitet“, so Förster. Nachdem Malerarbeiten erledigt und neuer Fußboden verlegt wurde, konnte der Freundeskreis bereits im Januar sein neues Quartier gegenüber des Hauptschlosses beziehen.

Angebote für Schulklassen

Damit Schulklassen und Kindergruppen zur Ausstellung genügend Platz haben, wurde eine Trennwand entfernt. Außerdem hat der Bereich neue Datentechnik sowie neue Elektrik erhalten und derzeit legen die Maler in den Zimmern letzte Hand an. „Hier ist tatsächlich der größte Eingriff nötig geworden“, machte Petra Förster deutlich. Doch auch dieser Bereich werde am Montag an die SKD übergeben. „Das schaffen wir rechtzeitig“, kündigt sie an.

Blick auf den Turm von Schloss Hubertusburg vom hinteren Flügel aus. Quelle: Jana Brechlin

Neben den Ausstellungsräumen in der ersten Etage und der Museumspädagogik müssten außerdem die Nebenbereiche wie Kassentresen, Garderobe oder Aufzug so vorbereitet werden, dass der Besucherbetrieb reibungslos funktioniert. „Schwierigste Herausforderung hierbei ist, bei der derzeitigen konjunkturellen Auslastung am Markt kurzfristig alle notwendigen Firmen und Dienstleister zu binden, um die Bauarbeiten pünktlich fertigzustellen“, erklärt Ingo Fischer, Sachgebietsleiter in der SIB-Niederlassung Leipzig II.

Bekannte Firmen eingebunden

Wo möglich, seien erneut die Firmen im Einsatz, die bereits an der Vorbereitung für 2013 mitgewirkt haben, sagt Claudia Martin, die für die Projektleitung vor Ort zuständig ist. „Diese Betriebe konnten auf ihre alten Unterlagen zurückgreifen, was zum Beispiel bei den technischen Anlagen geholfen hat, Zeit zu sparen.“ So habe man den stillgelegten Aufzug wieder ertüchtigt, damit Besucher ab April einen barrierefreien Zugang zum ersten Stock haben. „Die Brandmeldeanlage und die Sicherheitstechnik mussten wir nach so langer Pause komplett erneuern“, macht Petra Förster deutlich. In den Ausstellungsräumen selbst wurden zusätzliche Technikanschlüsse sowie ein mit dem Restaurator abgestimmtes Hängesystem an den Wänden angebracht und zudem alle Böden neu gestrichen. Renovierungsarbeiten darüber hinaus wird es nicht geben. Der etwas morbide Charme sei gewollt und bilde einen deutlichen Kontrast zu den Exponaten der SKD.

Reste von Stuckelementen in den Ausstellungsräumen. Quelle: Jana Brechlin

Im Gegensatz zur Sonderausstellung 2013 soll in diesem Jahr auch ein Teil des hinteren Schlossflügels zugänglich sein, den die gemeinnützige GmbH Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen bespielen will. Auf dem Gang, auf dem im Sommer 2018 angehende Handwerksmeister Parkett verlegt haben, sowie im Vorsaal sollen mit Hilfe von zahlreichen Beamern visuelle Präsentationen an das Leben im sächsischen Barock erinnern. Auf dem Weg dorthin werden die Besucher über die alten Krankenhausflure im Seitenflügel von Hubertusburg geleitet.

Gang als Erlebnis

„Die werden wir so weit beräumen, dass der Zugang sicher gestaltet wird. Dieser Punkt liegt auf dem Ende des Rundganges, anschließend werden die Besucher über den Schlossinnenhof zum Ausgang geführt“, beschreibt Petra Förster vom Sächsischen Immobilien- und Baumanagement. „Die Türen zu den einstigen Krankenzimmern auf dem Weg sollen offen bleiben. Hier sind Lautsprecherinstallationen geplant, die bereits den Gang zur Galerie im hinteren Flügel zum Erlebnis machen sollen“, sagt Claudia Martin von der SIB.

Der Wermsdorfer Chocolatier Olav Praetsch übernimmt den Cafébetrieb während der Ausstellung. Quelle: Tom Schulze

Die nötigen Vorbereitungen dafür sollen erst nach der Übergabe der Ausstellungsräume am Montag an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden beginnen. Parallel dazu sind auch Handwerker im künftigen Café beschäftigt. Im Rundflügel auf dem Schlosshof sollen sich Gäste ab Ende April stärken oder einen Kaffee in der Sonne genießen können. „Da die Räume in den vergangenen Jahren nicht als Café genutzt wurden, ist der Aufwand, um den Hygienevorschriften zu entsprechen, jetzt natürlich größer“, so Petra Förster. Die SIB sorge für die Renovierung und die nötigen Anschlüsse, um alles weitere kümmere sich der Pächter. Der Betreiber ist kein Unbekannter: Bei der Ausschreibung dazu habe der Wermsdorfer Chocolatier Olav Praetsch mit seinem Konzept überzeugen können, verriet sie.

Von Jana Brechlin

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