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Schloss und Thron für die Liebe

Schloss und Thron für die Liebe

"Die Liebesschlösser sind einfach ein Trend, den man mitmachen muss in der heutigen Zeit", glaubt Joachim Zehme. Der Oschatzer Künstler ließ es sich nicht nehmen, auch dem Schlössergarten im O-Park seinen ganz besonderen Stempel aufzudrücken - und das alles ehrenamtlich.

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Ein Thron - viele Helfer: Der Oschatzer Künstler Joachim Zehme (Mitte) hat die Sitzgelegenheit für verliebte Paare entworfen und zusammen mit Helfern vom Oschatzer Verein Lebenshilfe im Schlössergarten aufgebaut. "Die Liebesschlösser sind einfach ein Trend, den man mitmachen muss in der heutigen Zeit", glaubt Joachim Zehme. Der Oschatzer Künstler ließ es sich nicht nehmen, auch dem Schlössergarten im O-Park seinen ganz besonderen Stempel aufzudrücken - und das alles ehrenamtlich.

Quelle: Sven Bartsch

Seit der Landesgartenschau zierte eine Modelleisenbahn den kleinen Garten gegenüber dem Labyrinth. Doch die in die Jahre gekommene Bahn hat jetzt Platz gemacht für eine neue Attraktion - die Liebesschlösser.

 

Das sind einfache Vorhängeschlösser, die durch eine Gravur eine persönliche Note erhalten. In den vergangenen Jahren vermehrten sich die metallenen Liebesbeweise explosionsartig. Bauzäune, Brückengeländer, Zäune und Balkone werden mit den Vorhängeschlössern behangen. Hauptsache der Ort ist romantisch, und die Schlösser werden gesehen.

 

Den Städten und Gemeinden ist das oft ein Dorn im Auge. Statiker sehen die Stabilität alter Bauwerke durch die Massen an Metall gefährdet. Und Städte wie Florenz sorgen sich um den Anblick, doch die Verantwortlichen sind oft machtlos.

 

Der Trend verbreitete sich über das Internet wie ein Lauffeuer und hat sich längst verselbstständigt.

 

"Doch die Lebenshilfe im O-Park ist da cleverer", freut sich Zehme, denn durch die legale Einrichtung des Schlössergartens haben verliebte Oschatzer und Besucher die Möglichkeit, gemeinsam diesen Ort für öffentliche Liebesschwüre zu nutzen.

 

Um für die Paare einen würdigen Rahmen zu schaffen, gab sich die Lebenshilfe alle Mühe und suchte Unterstützung bei dem Künstler, der auch schon den Altmarkt mit dem Brunnen verzierte.

 

"Uns war klar, dass Liebende einen Thron brauchen", so Zehme. Die Gestaltung ergab sich aus dem Gesamtbild des Parks. "Hier ist alles sehr modern. Man sieht viel Beton - und die Farben sind klar und kräftig." So wählte Zehme Betonsteine als Grundmaterial für den Thron.

 

Doch dem Künstler geht es nicht nur um das Bauwerk an sich. "Ich finde es wichtig, dass man für derartige Kunstprojekte auch soziale Hintergründe wählt." So suchte er sich die Unterstützung für sein Vorhaben nicht bei Profis, sondern bezog die Lebenshilfe mit ein. "Es funktionierte fantastisch. Ich besorgte die Baustoffe bei lokalen Unternehmen wie dem Betonwerk, und die Lebenshilfe leistete die Vorarbeiten und half mir mit voller Kraft beim Bau." Nun ziert den kleinen Garten ein prächtige Thron in Weiß und Rot. Eine Tafel an der linken Armlehne erinnert die Besucher an die Erbauer "Uwe, Jens & Friends".

 

Vorhängeschlösser erleben nun auch in Oschatz eine Renaissance. Die Reaktionen der Besucher sind dabei durchweg positiv. "Wir haben im ,O' viele Hochzeitsveranstaltungen, zu denen solche Aktionen sehr beliebt sind. Auch goldene und diamantene Hochzeitspaare haben schon ihre Schlösser angebracht und sich sehr gefreut", so Cornelia Lieske, die bei der Lebenshilfe arbeitet und plant, ihr eigenes Schloss im Garten anzubringen. "Wenn ich 30 werde und mein Mann 40, dann gibt es auch von uns ein Schloss hier im O-Park", so Lieske. Auf jeden Fall haben die "Schlossbesitzer" dann immer einen Grund, nach Oschatz zu kommen und ihre Schlösser zu besuchen.

Janett Petermann

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