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Schmannewitzer starten bei den Six Days

Schmannewitzer starten bei den Six Days

Hohenstein-Ernstthal/Schmannewitz. Letzte Woche befand sich das Zentrum der Enduro-Szene in Sachsen und gewann mit jedem Kilometer an Faszination für Fahrer und Zuschauer.

"Der Tag beginnt früh. Nachdem wir bereit sind, ist das wichtigste das Motorrad und kleine Blitz-Reparaturen in zehn Minuten", so André Decker aus Schmannewitz über den Rennalltag. Darauf folgen acht lange und harte Stunden auf den Bikes. "So eine Woche zehrt extrem an den Kräften", so Dirk Schumann, der gemeinsam mit Decker für das deutsche Team Gas gab.

Die Bedingungen waren optimal für die Fahrer, denn erstmals nach 23 Jahren fanden die Red Bull Six Days in Deutschland statt. "Sonst sind die Rennen in Übersee und das Verschiffen der Ausrüstung ist ein logistisches Meisterstück", so Decker. Daher konnte das 43-köpfige Nationalteam endlich mal ganz entspannt an die Etappen gehen.

Der geplante Kurs führte über eine Länge von 1400 Kilometern quer durch Mittel- und Westsachsen. Trotz guter Planung hatten die Abschnitte für die Fahrer ihre Tücken. Das stellte auch Dirk Schumann fest: "Die Strecken waren gut, aber durch den starken Regen am Donnerstag wurde das Fahren zu einer echten Herausforderung". Umso spektakulärer war es aber für die Zuschauer, die die Strecken säumten. Laut Zählungen des ADAC waren es teilweise bis zu 50 000 Begeisterte, die die Teams mit Spruchbändern und Rufen anfeuerten. Besonders aufregend wurde es, wenn Fahrer im Matsch stecken blieben oder über herausragende Wurzeln stürzten. Schwere Verletzungen gab es aber nicht.

Ganz ohne Zwischenfälle gingen die Tage auch an Decker nicht vorbei: "Am ersten Tag traf mich ein Stein, der durch meinen Vordermann aufgewirbelt wurde, am Unterarm und verletzte mich leicht". Wenn man einmal verletzt ist, dann schleppt man die Blessuren die restlichen Tage mit sich und sie erschweren die Fahrten noch mehr. Doch die Strapazen nehmen alle Fahrer gern in Kauf. Weder Mensch noch Motorrad wurden geschont. "Bei so manchem Fahrer ist durch Wurzeln und Steine die Auspuffanlage entschärft wurden, doch so etwas wird fix wieder in Stand gesetzt", beobachtete André Decker.

Trotz straffen Zeitplanes, Dreck und Muskelschmerzen bleibt neben der Strecke aber auch genug Zeit für zwischenmenschliche Kontakte. "Die Six Days sind für uns Sportler eine super Gelegenheit, Kontakte mit anderen Nationen zu knüpfen", erinnerte sich André Decker. Er fand auf dem Parkplatz ein Handy. Nach einigen Recherchen wurden dann die Eigentümer ausfindig gemacht. "Es waren Kanadier, die mir zum Dank Kanada-Mützen schenkten", so der ehrliche Finder.

Insgesamt kann das deutsche Team auf eine erfolgreiche Woche zurückblicken. Von insgesamt 80 Mannschaften erkämpften sie sich den 18. Platz. Sieger in fast allen Gruppen waren aber die Franzosen. "Dort wird der Sport ganz anders gefördert als hier in Deutschland. Dadurch sind die Bedingungen für Fahrer um einiges besser", so Dirk Schumann. Nichtsdestotrotz sind die beiden Fahrer aus der Region guter Dinge, was die nächsten Rennen der Saison angeht.

Janette Petermann

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