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Oschatz Schmannewitzer trauern um Jacob-Sister Johanna
Region Oschatz Schmannewitzer trauern um Jacob-Sister Johanna
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17:34 26.11.2015
Da waren sie noch zu dritt: Johanna, Rosi und Eva (v.l.). Johanna ist am Montag im Alter von 76 Jahren gestorben. Quelle: dpa
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Schmannewitz/Neu-Isenburg.

Dahlens Bürgermeister Matthias Löwe sagte, dass die vier Geschwister Schmannewitz weit über die DDR-Ländergrenzen und später in Westdeutschland bekannt gemacht haben. „Darauf können wir stolz sein. Das war für den Ort und Dahlen etwas Besonderes“, so das Stadtoberhaupt.

Getrauert wird um Johanna auch bei Gertrud (76) und Gustav (80) Terschanski in Schmannewitz. „Meine Frau und Johanna sind zusammen in die Schule gegangen“, so  Gustav Terschanski. Vor 1989, als sie im Westen waren, hätten die Jacob Sisters jedes Jahr die Leipziger Messe besucht. „Von dort aus besuchten sie Verwandte und kamen auch immer bei uns vorbei“, erzählt der 80-Jährige.

„Schenk mir einen Gartenzwerg“. An diesen Gassenhauer können sich viele Menschen erinnern. Als Jacob-Sisters gingen die vier Schmannewitzer Mädchen in die Unterhaltungsgeschichte ein: Johanna, Rosi, Eva und Hannelore Jacob. Ihr Alleinstellungsmerkmal: kleinen weiße Pudel, die sie mit auf Reisen nahmen. Angefangen hat alles mit dem Namen „Heidelerchen“. Die Herzen flogen den Blondinen nur so zu. Das Singen wurde ihr Leben. Die Eltern entschieden sich für eine seriöse Ausbildung ihrer musikalischen Töchter. Sie studierten an der Musikhochschule Weimar. Nach ihrer Flucht 1959 in den Westen setzten sie ihr begonnenes Studium am Hoch‘schen Konservatorium in Frankfurt/Main fort.

1963 feierten die Schwestern in der Fernsehsendung „Zum Blauen Bock“  ihren ersten Fernsehauftritt. Ihre größten Erfolge hatten sie bis in die 1980-er Jahre. Nach der Wende besuchte das vierblättrige Kleeblatt mehrmals die heimatlichen Gefilde. Sie kamen beispielsweise zu Volksfesten in Schmannewitz und traten 2002 in der Grünen Tanne in Dahlen auf.

Zwischen 2007 und 2010 standen die gebürtigen Schmannewitzer Sängerinnen in einer ganz anderen Sache in der Öffentlichkeit. Es ging um ihr Elternhaus in der Torgauer Straße, das immer mehr verfiel. Letztendlich hat die Stadt Dahlen das Grundstück erworben. Geplant sei, im Rahmen der Sanierung der Torgauer Straße, die sich in der Vorplanung befinde, das Haus abzureißen. „Eine Sanierung wäre viel zu teuer“, so Löwe.

Von Gabi Liebegall

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