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Schnäppchen mit Kleiderkreisel

Schnäppchen mit Kleiderkreisel

Immer mehr junge Menschen in der Region Oschatz lassen ihre Euroscheine stecken und bezahlen lieber mit Klamotten oder Kosmetik. Möglich macht das der Kleiderkreisel - Deutschlands größte Online-Tauschbörse.

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Klamotten am Computer aussuchen - so funktioniert der Kleiderkreisel.

Quelle: Janett Petermann

Region Oschatz. Von Janett Petermann

 

Wie viel ist mein Kleid wert, das ich noch nie getragen habe? Was könnte man gegen ein Parfüm tauschen, das ich zu Weihnachten bekommen habe und das gar nicht zu mir passt? Die Währung auf www.kleiderkreisel.de sind Klamotten und Kosmetik. Neue, zu klein gewordene, fehlgekaufte und unmodern gewordene Kleidungsstücke in allen Größen und Farben, sowie Kosmetik. Für fast jedes Teil findet sich im Internet eine Interessentin.

 

Im Jahr 2009 begann die Erfolgsgeschichte der größten Online-Tauschbörse Deutschlands. Bisher haben sich eine halbe Million Mitglieder registrieren lassen - hauptsächlich junge Frauen.

 

Auch in der Region Oschatz ist das Kreisel-Fieber ausgebrochen. Das Prinzip des "Kreiselns" ist ganz einfach. Man durchstöbert seine Klamotten, fotografiert sie, verfasst eine kurze Beschreibung - und los gehts. Einmal auf das persönlichen Benutzerkonto hochgeladen, ist das Angebot für alle anderen "Kreisler" sichtbar. So wird Schnäppchenmachen zum Spiel. Das Angebot ist riesig. Hat man Interesse, so wendet man sich direkt an den Anbieter und wird sich über die Tauschkonditionen einig.

 

"Ich finde oft Dinge, die mir gefallen, biete aber selbst wenig an. Daher kaufe ich dann meist die Kleidungsstücke zu einem viel günstigeren Preis als im Laden", beschreibt Abiturientin Lisa Brieger ihre bisherigen Kreisel-Erfahrungen.

 

Dass manche Sachen schon getragen sind, stört sie nicht. "Mir passiert es ja auch, dass ich etwas kaufe und es entweder nicht so richtig zum Rest passt oder es sich nur für einen einmaligen Anlass eignet."

 

Einmalige Anlässe sind auch Hochzeiten. Zu diesem Anlass finden sich wahre Schätze. "Bitte macht realistische Preisvorschläge", ist oft die einzige Bitte der Bräute, die ihr Prachtstück nicht im Kleiderschrank verstauben lassen möchten.

 

Das Risiko, dass es nicht passt, müssen die Nutzer aber selbst tragen. "Privatkauf ohne Rückgaberecht" ist die am häufigsten verwendete Formulierung in den Produktbeschreibungen. Vielleicht ist es aber genau dieses Risiko, das den Reiz ausmacht.

 

Eine Portion Glück gehört beim Kleiderkreisel dazu. "Ich bin seit einigen Monaten dabei und habe ein paar Sachen von mir eingestellt. Bisher hat sich aber noch niemand gemeldet. Das kann ich auch verstehen - bei dem riesigen Angebot. Es gehört Glück dazu, dass die richtige Person auf die eigenen Klamotten stößt", so Maren Lippert.

 

Die Oschatzerin hat schon einmal einen Volltreffer gelandet. "Ich habe mir ein Oversize-Karohemd gekauft, das super passt und toll aussieht." Etwas zögerlich ist sie aber trotzdem beim Kaufen. "Man kann es ja nicht anprobieren. Daher weiß man nie genau, ob die Größe stimmt und der Artikel wirklich in einem so guten Zustand ist wie beschrieben", sagt Maren Lippert. "Es macht aber schon süchtig", schmunzelt Lisa Brieger.

 

Sind sich Anbieter und Kaufinteressent einig geworden, ist ein Datenaustausch oft verbindlich und gleicht einem virtuellen Handschlag, der das Geschäft besiegelt. Danach werden die Päckchen geschnürt und auf die Reise geschickt - oft quer durch die Republik. Für Neulinge gibt es im Kreisel- Forum die besten Tipps für den günstigen Versand. Wer die Versandkosten übernimmt, ist von Tausch zu Tausch verschieden.

 

Oft geht es bei den Verhandlungen zu wie auf einem Basar. Dabei macht die Übung den Meister. Wenn die Päckchen dann ihren Bestimmungsort erreichen, ist die Freude groß. "Ein bisschen wie Weihnachten", beschreibt Lisa Brieger das Gefühl, wenn die Postfrau klingelt.

 

© Kommentar

Janett Petermann

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