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Oschatz Schnelles Netz nur mit neuer Hausnummer?
Region Oschatz Schnelles Netz nur mit neuer Hausnummer?
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14:01 30.10.2018
Der Breitbandausbau im ländlichen Raum kommt. Aber nicht alle Eigentümer haben die Unterlagen dafür im ersten Versuch erhalten. Quelle: dpa
Collm-Region

Nach zahlreichen Veröffentlichung an dieser Stelle und in den Amtsblättern der Kommunen tritt nun ein Problem bei der Digitalisierung des ländlichen Raumes zu Tage. Während die Gemeinden die Unterlagen an die Hauseigentümer verschicken und darauf verweisen, dass eine Rücksendung bis zum darauf angegebenen Datum wichtig ist, warten einige Eigentümer bisher vergeblich auf diese heiß ersehnten Papiere. Immerhin sollen sie ihnen zu einem kostenlosen Anschluss an das schnelle Internet verhelfen. Gern würden sie ihr Einverständnis zu den damit verbundenen Bauarbeiten auf ihrem Grundstück erteilen. Doch sie wurden bisher nicht danach gefragt.

„Dort, wo zwei Gebäude auf einem Grundstück mit einer Hausnummer stehen, scheint es ein Problem zu geben“, erläuterte Bürgermeisterin Christiane Gürth (parteilos) in der Sitzung des Cavertitzer Rates. Die Telekom, die sich das Einverständnis der Eigentümer einholen will und muss, habe pro Hausnummer und Grundstück nur einen Ansprechpartner in ihrer Liste.

Täglich mehrere Anträge auf neue Hausnummern in Cavertitzer Verwaltung

Der Ausweg sei eine separate Hausnummer für jeden Hauseigentümer auf dem Grundstück. „Bisher haben wir noch nie von Amts wegen neue Hausnummern vergeben“, betont Christiane Gürth. Das sei schließlich ein Verwaltungsakt mit Folgen. Im Sondergebiet Hofeholz in Bucha handhabe man das aber jetzt so. Dessen Bewohner, die hier zumeist nur einen Zweitwohnsitz haben, aber ebenfalls ans Glasfaserkabel angeschlossen werden wollen, erreichen wir weder über unser Amtsblatt noch die Tagespresse“, nannte die Bürgermeisterin den Grund für dieses Vorgehen.

Derzeit sähe es so aus, dass im Cavertitzer Gemeindeamt pro Tag zirka drei Anträge auf neue Hausnummern gestellt und fast tagesaktuell bearbeitet würden. „Bei jenen Gewerbetreibenden, von denen wir wissen, dass sie dieses Problem betreffen könnte, rufen wir selbst an“, erläutert die Cavertitzer Bürgermeisterin. Denn egal, wann die Eigentümer in der Gemeinde tatsächlich ihre Unterlagen erhalten – der 1. Dezember stehe unverrückbar als Rückgabetermin fest. Deshalb gehen man derzeit auch von der Praxis ab, die Vergabe neuer Hausnummern mit Beschlüssen des Gemeinderates zu vollziehen.

Die neuen Hausnummern beziehungsweise kompletten Adressen reiche man dann an den für den Breitbandausbau zuständigen Koordinator im Landratsamt weiter. Erst wenn die Liste in der Behörde aktualisiert sei, könne die Telekom über die Gemeinde dem Eigentümer einen Antrag beziehungsweise eine Einverständniserklärung zukommen lassen. Eine neue Hausnummer ziehe natürlich Konsequenzen nach sich, wie die Meldung bei sämtlichen Ver- und Entsorgern. Allerdings funktioniere die Abfallentsorgung und deren Abrechnung bisher auch bei verschiedenen Eigentümer auf einem Grundstück.

Keine Antragsflut in Naundorf und Wermsdorf

Das Hausnummernproblem ist aber nicht in allen Gemeinden um Oschatz präsent. Michael Reinhardt, dem Bürgermeister von Naundorf ist dieses Problem nicht bekannt. „Die Höfe in meiner Gemeinde, die sich eine Hausnummer teilen, fallen nicht in das Projekt Breitbandausbau hinein“, sagt er. Auch Matthias Müller, Bürgermeister von Wermsdorf, verneint die Frage nach diesen Fällen. „Die nördlicheren Gebiete mit den größeren Höfen fallen aus dem Ausbaugebiet heraus.“ Aber viele Eigentümer würden gerne beim Ausbau berücksichtigt, weil damit eine Wertsteigerung es Grundstücks einherginge.

Von Axel Kaminski und Katharina Stork

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