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Oschatz Schönnewitzer Grundschüler auf den Spuren der Vergangenheit
Region Oschatz Schönnewitzer Grundschüler auf den Spuren der Vergangenheit
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13:33 18.10.2017
Wolfgang Ender vom Sächsischen Landesamt für Archäologie in Dresden zeigt den Erstklässlern der Grundschule Liebschützberg in Schönnewitz Ausgrabungsstücke. In den Händen halten die Kinder ein eigens getöpfertes Gefäß. Quelle: Foto: Christian Kunze
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Schönnewitz

Römer, Urmensch, Dinosaurier, Ritter, Pharao, Pirat und eine modern gekleidete Familie – diese Spielzeugfiguren dem Alter nach zu ordnen, ist kein Kinderspiel – und doch gelingt es den Erstklässlern der Grundschule Schönnewitz. Mitgebracht hat die Miniatur-Vertreter mehrerer Epochen Dr. Wolfgang Ender. Der Archäologe besuchte am Dienstag die Kinder – und hatte allerhand Dinge dabei, die für Staunen sorgten.

Pfeilspitze sieht wie Haifischzahn aus

Neugierige Blicke erntete zum Beispiel eine Pfeilspitze – klein, grau und spitz. Diese hielten die Schüler auf den ersten Blick für einen Haifischzahn – Dank der Erläuterungen des Experten Ender war dieser Irrtum schnell ausgeräumt. Der Fachmann ist begeistert, welches Wissen die erst vor wenigen Wochen eingeschulten Jungen und Mädchen bereits mitbringen. Als er das Bild einer Pyramide an die Wand wirft, kommt schnell die Antwort auf die Frage, was das denn sei: ein Grabmal für Könige. Darüber hinaus wissen die Liebschützberger Grundschüler, dass diese prächtigen Bauten um die 4000 Jahre alt sind.

Chronik der ältesten Häuser in Borna

All dieses Wissen haben sie sich angelesen oder von ihren Lehrerinnen erfahren. Schon vor den Herbstferien begann in Schönnewitz für alle Jahrgänge das Projekt „Leben in vergangener Zeit“, wie Pädagogin Verena Krause informiert. Drei Tage lang wurde getöpfert, in alter Schrift geschrieben, es wurden Körbe geflochten und Museumsbesuche in Leipzig und Riesa absolviert. Außerdem gingen die Kinder mit der ehemaligen Lehrerin Brigitte Moeßlang auf Spurensuche im Nachbarort und erstellten eine Chronik der ältesten Häuser in Borna.

Im zweiten Halbjahr gibt es dann noch einmal Geschichte zum Anfassen vor der Schultür. „Wir haben einen Termin in Schönnewitz bei Familie Buchfink. Deren Haus ist zum Teil noch so eingerichtet wie vor hundert Jahren – ein richtiges Mini-Museum“, erzählt Verena Krause.

Was vor 30 oder 70 Jahren war, das erfahren die Schüler noch von ihren Eltern und Großeltern, über 100 Jahre zurückliegende Ereignisse geben Bilder Auskunft. Aber wie erfährt man, was vor 4000 oder noch mehr Jahren auf der Erde vor sich ging? Dafür müssen Archäologen richtige Detektivarbeit leisten. „Das ist wie in einem Krimi“, berichtet Ender. Auf Spurensuche gehen die Archäologen im Boden – dort sind neben Knochen auch Alltagsgegenstände wie Werkzeuge, Gefäße und Waffen vergraben. „Und die zeigen uns anhand der Art, wie sie gefertigt sind, ihr Alter.“ Dass Menschen früher viel Zeit für deren Herstellung hatten, ist klar – denn Fernseher, Telefone und Computer gab es noch nicht.

Von Christian Kunze

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