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Schrottwoche beim Kunstverein

Schrottwoche beim Kunstverein

Wer bis heute mit dem Oschatzer Kunstverein bunte Nana-Figuren, Töpfern und die modischen Barbie-Installationen aus dem vergangenen Jahr in Verbindung brachte, der wird bald eine komplett neue Facette der Künstlerriege zu Gesicht bekommen.

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In ihrem künstlerischen Element: René Dünki, Elvira Künne, Gisela Malinka und Doris Köhler (v.l.).

Quelle: Dirk Hunger

Von Janett Petermann

 

Seit Montag kam in Rechau schweres Gerät zum Einsatz. Die Flex heulte auf, und das Schweißgerät bruzelte im Akkord. "Unser momentanes Konzept der Arbeit im Verein besteht darin, gemeinsam zu arbeiten und uns in der Gruppe einem Projekt zu widmen", erklärte Doris Köhler, die ganz ungewohnt mit Schweißermaske und robuster Arbeitshose zwischen den Werkstücken pendelte. Gestern war nun der letzte Tag der "Schrottwoche", und überall auf dem idyllischen Grundstück in Rechau warteten Figuren aus Metall auf ihren ersten großen Auftritt.

 

Bis zum öffentlichen Auftritt müssen sich die Fantasiewesen aber noch in Geduld üben. "Wie und wo wir die Kunststücke ausstellen, ist noch unklar", so René Dünki. Zuerst kam den Vereinsmitgliedern der Gedanke, ihre Ergebnisse wie im Vorjahr zum Herbstfest der Gartensparte auszustellen. Dagegen gab es aber schnell Bedenken. "Vieles ist sehr klein und kann leicht gestohlen werden. Davor haben wir nach der ganzen Mühe, die wir in die Skulpturen gesteckt haben, schon etwas Angst", sagte Maler Dünki.

 

Inhalt des Projekts war hauptsächlich der ungewöhnliche Werkstoff. "Schon Formen der Schrotteile und die rostige Farbe wirkten auf uns alle enorm inspirierend", beschrieb Doris Köhler die Anfänge.Von manchen Teilen wusste auch niemand mehr, wozu sie eigentlich ursprünglich verwendet wurden. Doch genau das machte den Reiz aus. "Wir nehmen etwas, dazu kommt uns eine Idee. Man schaut, was dazu passt und baut die Einzelteile zusammen", lautete die vereinfachte Arbeitsanleitung laut Köhler.

 

Doch bei Metall sind Klebstoff und Co. nicht die geeignete Wahl. So griffen viele der Teilnehmer erstmals zum Elektroschweißgerät. Erste Berührungsängste waren aber schnell vergessen, denn die Ergebnisse spornten zu noch raffinierteren Konstruktionen an. "Bei uns ist die Hauptsache, dass es hält. Große Belastungen werden auf die Laien-Schweißpunkte ja sicherlich nie einwirken", erklärte Dünki. Drähte verwandelten sich in eine beschwingte Tänzerin, Kohlegabeln gaben einer urzeitlichen Spinne festen Stand, und zwei Schaufelblätter geschickt verbunden formten einen Stuhl. Alles war möglich.

 

"Der Werkstoff bestimmt selbst, was am Ende daraus wird", freute sich Doris Köhler über die gelungenen Unikate. Doch auch abstrakte Gestalten haben ihren Reiz. "Jeder sieht etwas anderes und erkennt vielleicht sogar die ursprünglichen Ausgangsteile darin wieder."

 

Wetter, Technik und Zeitpläne der Künstler stimmten in dieser produktiven Woche bestens überein. Nur ein kleines Problem brachte die Arbeiten ab und zu ins Stocken. "Oft kam es vor, dass man sich ein Teil zurücklegte und es plötzlich weg war", erinnerte sich Elvira Künne. Schmunzelnd berichteten die Künstler, dass sich die Ursache des Verschwindens meist schnell ausfindig machen ließ. "Meist gefielen diese Dinge nämlich nicht nur einem von uns, sondern gleich mehreren. Und so fand man die gesuchten Objekte meist schnell an der Skulptur des Tischnachbarn wieder", erzählte Künne lachend.

 

Gut so, denn der Verein scheint nicht nur beim Werkeln einen gemeinsamen Geschmack zu haben, sondern schafft es auch durch gemeinsame Aktivitäten ein kreatives Vereinsleben zu schaffen.

Janett Petermann

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