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Schüler backen mit Senioren in der AWO Mügeln

Zukunft für die Pflege Schüler backen mit Senioren in der AWO Mügeln

Plätzchen backen, Weihnachtskarten basteln, Lieder singen – in der Adventszeit gibt es viel zu tun, wissen die Schüler der Goetheschule Mügeln. All diese Dinge haben sie gemeinsam mit den Senioren in der AWO unternommen. Es war eine Bereicherung für beide Seiten.

Beim Plätzchen backen kam bei Jung und Alt viel Freude auf.

Quelle: Sven Bartsch

Mügeln. Sterne, Glocken, Nussknacker, Adventskalender, Schwibbögen und vieles mehr: Das Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Mügeln erstrahlt in weihnachtlichem Glanz. Hinzu kommt der verführerische Duft von frisch gebackenen Plätzchen. Für den haben Schüler der örtlichen Goetheschule gesorgt, als sie die kleinen Köstlichkeiten gemeinsam mit den Bewohnern des Hauses zubereitet haben. Durch diese Geste wollten sie den Senioren eine Freude bereiten, zugleich aber auch erste Erfahrungen in der Altenpflege sammeln.

An der Aktion nahmen neun Schüler der achten Klasse teil. Sie gehören allesamt zum Neigungskurs „Care for Future“ (dt. Pflege für die Zukunft) und hatten sich innerhalb des Unterrichts schon vorbereitet. „Der Grundgedanke ist, Jugendliche für die Berufe in der Altenpflege zu sensibilisieren“, erläuterte Marlen Paul, Lehrkraft an der Sozialpflegeschule Heimerer aus Oschatz. Sie unterstützte die Schüler in ihrem Vorhaben, zusammen mit deren Lehrerin und zwei Azubis der Heimerer Schulen.

Als es losging, teilten sich die Achtklässler in drei Gruppen auf. Die erste übernahm mit großem Engagement das Backen von Butterplätzchen. Die 13-jährige Lara Oehme hatte besonders viel Spaß. „Es ist schön zu sehen, wie sich die alten Leute freuen“, sagte sie mit einem Lächeln auf den Lippen. Von ihrer Teilnahme erhoffe sie sich erste Eindrücke, wie die Arbeit in der Altenpflege so sei.

Die zweite Schülergruppe war für das Basteln von Weihnachtskarten zuständig. „Wir haben Vorlagen im Unterricht erstellt, damit sich die Senioren nicht überfordert fühlen“, verriet Paul. Die Karten seien für die Angehörigen , die Bewohner sollten etwas zum Schenken haben. Die dritte Gruppe schließlich besuchte die ans Bett gebundenen Frauen und Männer in ihren Zimmern. Dort sangen sie Lieder, trugen Gedichte vor und erzählten Weihnachtsgeschichten.

Auf die Frage, ob die Schüler anfänglich Berührungsängste verspürt hätten, erwiderte Paul: „Ein kleines mulmiges Gefühl war vor dem Eintreten in die Zimmer tatsächlich da, weil ihnen in dem Moment bewusst wurde: Jetzt wird es ernst. Aber als sie die Freude in den Augen der Bewohner gesehen haben, war alles verflogen.“

Von den Senioren wiederum sei ebenfalls alles positiv aufgenommen worden, wie Christian Schneider, der sich in der AWO Mügeln um die Auszubildenden kümmert, zu berichten weiß: „Die Bewohner haben sich sehr gefreut. Es war für sie eine schöne Abwechslung.“ Laut Schneider pflegt das Seniorenzentrum gute Kontakte zur Goetheschule: „Wir veranstalten dort jedes Jahr eine Ausbildungsmesse.“ Darüber hinaus erhalten alle Siebtklässler eine Führung. „Wir führen sie durchs Haus und zeigen ihnen alles. Danach können sie sich entscheiden, ob sie im nächsten Schuljahr am Neigungskurs mitwirken wollen.“

Für die Teilnehmer am „Care for Fututre“-Projekt bestehen grundsätzlich aber noch weitere Termine in der AWO Mügeln. So können sie zum Beispiel Geräte wie Rollstühle und mobile Hebehilfen ausprobieren, sagt Praxisanleiter Schneider. Oder sie schlüpfen einmal in den Alterssimulationsanzug „Gert“. „Mit dem werden die körperlichen Einschränkungen älterer Menschen für jüngere erlebbar“, so Schneider. Die Selbsterfahrung sei beträchtlich.

Dass sich die gemeinsame Zeit lohnt, war für Schneider in Anbetracht der fröhlichen Stimmung offensichtlich. Zugleich verwies er auf einen erfreulichen Nebeneffekt: „Es haben sich schon Schüler nach ihrem Abschluss für eine Ausbildung bei der AWO entscheiden.“ Weiteren Zuwachs könnte es bald wieder geben. Die 14-Jährige Nour Mouedeb, die beim Basteln der Weihnachtskarten mithalf, versicherte jedenfalls: „Ich möchte später einmal Altenpflegerin werden.“

Von Matthias Klöppel

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Mügeln
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