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Oschatz Schullandheim Lampersdorf wird Notunterkunft für syrische Jugendliche
Region Oschatz Schullandheim Lampersdorf wird Notunterkunft für syrische Jugendliche
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16:55 06.11.2015
Das Schullandheim Lampersdorf wird zum Notquartier. Quelle: Dirk Hunger
Lampersdorf

Mit dem Einzug der zwölf Jungs wird in den kommenden 14 Tagen gerechnet. Auch wenn Befürchtungen und Abwehr geäußert wurden, blieb der Ton überwiegend sachlich, fragten die Einwohner interessiert und sehr genau nach, wie die Unterbringung konkret organisiert wird. Rede und Antwort standen dabei Nordsachsens Sozialdezernent Günther Sirrenberg, Jugendamtsleiterin Sigrid Moschek und Thomas Dittmann vom Bildungs- und Sozialwerk Muldental, dem Träger des Schullandheimes, der auch die Notunterkunft betreiben wird. Das Haus in Lampersdorf sei als Notunterkunft ein Ausweichquartier, bis die Räume im Heim der Anerkannten Bildungsgesellschaft Sachsen in Dahlen bezogen werden können, betonte Sirrenberg: "Das ist für uns eine Übergangslösung bis maximal April. Ab Frühjahr steht das Haus dann wieder den Klassen und Gruppen zur Verfügung."

Angekündigt seien überwiegend männliche Kinder und Jugendliche. Diese würden innerhalb von 48 Stunden gesundheitlich untersucht, und dabei werde auch die Identität überprüft. Fehlen Ausweise, werde das Alter bei einer Befragung ermittelt. Wer deutlich älter als 18 Jahre geschätzt wird, bei dem werde die Inobhutnahme abgelehnt, so Sigrid Moschek. "Wer die Volljährigkeit erreicht, wechselt in eine andere Einrichtung. Das wollen die Jugendlichen selbst. Außerdem sind sie sehr gut vernetzt und selber bemüht, versprengte Familienmitglieder zu finden, zu denen sie ziehen", sagte sie.

Das Bildungs- und Sozialwerk Muldental betreibt bereits mehrere Wohngruppen für deutsche Kinder und Jugendliche und auch eine Einrichtung für unbegleitete Flüchtlingskinder im Landkreis Leipzig. "Das geht dort völlig problemlos." In Lampersdorf entstünden acht Vollzeitstellen, das Haus sei rund um die Uhr besetzt, auch mit einem Dolmetscher. "Das ist aber kein Knast, natürlich können die Jugendlichen raus und mit dem Bus nach Oschatz fahren", sagte Dittmann. Es brauche aber niemand Angst haben, dass die Jungs - überwiegend aus Syrien - sich selbst überlassen sind. Man werde schnell den Schulbesuch organisieren und freue sich über Besucher, die Kontakt aufnehmen und Freizeitangebote machen wollen. "Probleme tauchen dann auf, wenn Jugendliche nicht beschäftigt sind - das geht uns mit deutschen Kindern übrigens genauso", so Dittmann. Er lud Collmer und Lampersdorfer ein, sich bei nächster Gelegenheit selbst ein Bild zu machen: "Kommen sie ruhig vorbei."

Jana Brechlin

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