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Oschatz Schutz vor Autodieben: Polizei rät zu hartem Stahl statt feiner Elektronik
Region Oschatz Schutz vor Autodieben: Polizei rät zu hartem Stahl statt feiner Elektronik
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15:38 30.11.2014
Region oschatz

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Von Frank Hörügel und Olaf Büchel

"Ich wollte das gar nicht glauben", sagt der Kraftfahrer. In der gleichen Nacht wurde auch in Riesa ein VW Touran gestohlen (wir berichteten) - wahrscheinlich Diebstahl auf Bestellung. Die Sonderkommission "Kfz" des Landeskriminalamtes Sachsen nahm in beiden Fällen die Ermittlungen auf - bisher ohne Erfolg. "Die Fahrzeuge sind zur Fahndung ausgeschrieben. Im Moment gibt es aber noch keine Hinweise", sagt Kathlen Zinke vom Landeskriminalamt.

Marco Leigsring ist bei weitem nicht der einzige Betroffene in der Region. Bis Ende September wurden laut Landeskriminalamt im Landkreis Nordsachsen 110 Autodiebstähle registriert. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr entwendeten Diebe 120 Autos. Der Kreis Nordsachsen liegt dabei zwar unter dem sächsischen Durchschnitt, der durch die Großstädte nach oben getrieben wird. Dennoch ist die Gefahr, ein Opfer von Autodieben zu werden, im Kreis Nordsachsen beinahe doppelt so groß wie im Landkreis Mittelsachsen. Laut Kriminalstatistik des Freistaates wurden 2013 auf 100 000 Einwohner von Nordsachsen 60 Fälle von Autodiebstählen registriert, in Mittelsachsen waren es im Vergleichszeitraum 32 Fälle.

Angesichts dieser Entwicklung taucht bei Autobesitzern immer öfter die Frage auf: Wie kann ich meinen Wagen effektiv vor Diebstahl schützen? "Der Zündschlüssel sollte auch bei kürzester Abwesenheit abgezogen und das Lenkrad hörbar eingerastet werden", rät Kathlen Zinke vom Landeskriminalamt. Zudem sollten Wertsachen nicht im Auto liegen gelassen werden.

Außerdem können zusätzliche Sicherungen abschreckend auf die Diebe wirken. "Es geht dabei um Zeit und Aufwand und damit um das Entdeckungsrisiko für die Täter. Die wollen nicht geschnappt werden und auch nicht so richtig arbeiten", weiß Polizeihauptkommissar Stefan Kuttig. In den vergangenen Jahren standen mehr die elektronischen Hilfsmittel wie Wegfahrsperre oder Diebstahlwarnanlage im Mittelpunkt der Prävention. "Mittlerweile rufen wir zunehmend die konventionellen, mechanischen Methoden in Erinnerung", sagt der Beamte. Das können Krallen fürs Lenkrad oder für die Fahrzeugtüren sein oder sogar fürs Vorderrad des Autos. Kuttigs Favorit ist allerdings die Gangschaltungssperre: "Sie besteht aus massivem, gehärtetem Stahl, besitzt einen hochwertigen Schließzylinder und hat ein gutes Handling." Die Sperre, die das Schaltgestänge blockiert, ist nachrüstbar und wird innerhalb der Mittelkonsole montiert. Sie verschwindet also unter der Verkleidung. Zu sehen bleibt das Schloss, was auf die meisten Autoknacker bereits abschreckend wirkt. Zudem kann der Besitzer einen warnenden Aufkleber an der Scheibe anbringen. "Die Erfahrungen zeigen, dass Diebe die Finger von solchen Fahrzeugen lassen. Denn da bräuchten sie selbst mit dem Trennschleifer zu viel Zeit", erklärt der Polizist. Der Preis für die Sperre ist allerdings nicht gering. Für einen VW Golf soll sie samt Einbau um die 380 Euro kosten.

Marco Leigsring aus Oschatz hat sich mittlerweile ein neues Auto gekauft - mit elektronischer Wegfahrsperre. "Und ich schaffe mir auch noch eine Lenkradkralle an", geht der 27-Jährige diesmal auf Nummer sicher. © Kommentar

Die nächstgelegene polizeiliche Beratungsstelle für die Region Oschatz befindet sich in Leipzig, Schongauer Straße 15, 04328 Leipzig, Telefonnummer: 0341/960 49 51

Frank Hörügel

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