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Oschatz Schwarzer Humor ist genau ihr Ding
Region Oschatz Schwarzer Humor ist genau ihr Ding
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16:46 30.11.2012
Sind nicht Mutter und Tochter, verstehen sich aber bestens: Eleonore Reichel (l.) und Kerstin Helbig inmitten ihrer Zuhörer im Grünen Laden in Mügeln. Quelle: Sven Bartsch
Mügeln/Oschatz

" Diese Worte der Oschatzer Stadtbibliothekarin sagen viel aus über das Verhältnis zu ihrer Mit-Leserin, die als Buchhändlerin tätig ist. Seit dreieinhalb Jahren lassen die "Vorleserinnen" ihre Mitmenschen an der beruflich bedingten Vorliebe für gute Unterhaltungsliteratur teilhaben - und das ehrenamtlich. Für die Bereicherung der Kultur in der Region bekommen "Lorle" Reichel und Kerstin Helbig den OAZ-Blumenstrauß des Monats.

Die Chemie stimmte sofort zwischen ihnen. "Als ich in Oschatz meine eigene Buchhandlung eröffnete, war Eleonore eine der ersten Neugierigen", erinnert sich Kerstin Helbig. Als die aus Rathenow stammende junge Frau ihren Traum vom eigenen Geschäft, dem "Bücherkäfer", aufgeben musste, und als Buchhändlerin in Mügeln wieder Arbeit fand, trennten sich die Wege nicht. Im Gegenteil: Die Mügelner Buchhandlung ist neben der Oschatzer Stadtbibliothek feste Adresse für ihre Erwachsenen-Leseabende mit überwiegend weiblichem Publikum.

Während ihrer "Bücherkäfer"-Zeit organisierte Kerstin Helbig nur Lesungen für Kinder. "Lorle hat mich dazu überredet, auch vor den Großen zu lesen", verrät Kerstin Helbig. Die erste gemeinsame Lesung war dann auch gleich "nur für Erwachsene": Erotische Literatur im Oschatzer Café Wentzlaff fand noch nicht viele Fürsprecher, aber das sollte sich schon bald ändern: Innerhalb kürzester Zeit wuchs die Fangemeinde, Rekord sind bisher rund 90 Neugierige. Das waren schon zu viele, solche großen Nummern seien wahrlich nicht ihr Ziel

Einig sind sie sich, was den Grundtenor ihrer Texte angeht: Humor, möglichst schwarz, das ist ihr Ding. "Wir sind da völlig schmerzfrei", sagt die Bibliothekarin. Inzwischen wüssten ohnehin die meisten Besucher der Lesungen, worauf sie sich einlassen. Zwar hat das Duo Lieblingsautoren wie Stefan Schwarz, Katinka Buddenkotte, Ralf Krampp und Horst Evers. Es kommt jedoch vor, dass nach der ersten Leseprobe einer der Favoriten-Texte wieder gestrichen wird. "Das gehört genauso zur Vorbereitung wie eine große Tasse Kaffee oder Wein und das Einscannen der Texte, für das ich Lorle unheimlich dankbar bin", nennt Kerstin Helbig wichtige Rituale.

Fürs kommende Jahr planen die Vorleserinnen weniger Termine. Dafür steht das Motto des nächsten Leseabends schon fest, ebenso wie ein Teil der Geschichten. Das Thema "Wie werde ich Witwe" macht neugierig. Ob es jedoch mehr Männer als bisher zu den Lesungen lockt, ist fraglich.

Christian Kunze

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