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Oschatz Seit 55 Jahren zu Weihnachten auf die Waage
Region Oschatz Seit 55 Jahren zu Weihnachten auf die Waage
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18:10 26.12.2011
Roland Weber (r.) lässt sein Weihnachtsgewicht feststellen. Rainer Boeck stellt die exakte Position an der Waage ein. Und Lutz Müller beobachtet die Zeremonie aufmerksam. Quelle: Sven Bartsch
Oschatz

Als Rainer Boeck am gestrigen zweiten Weihnachtsfeiertag die alte Pfitzerwaage aufbaute, stand in der Waagenstadt Oschatz ein besonderes Jubiläum an: Zum 55. Mal bat der Wiegemeister die Bürger der Stadt zur Gewichtsmessung. Mehr als 40 Männer trauten sich auf die historische Waage in der Gaststätte "Bergschlösschen". Hier wurde das traditionelle Weihnachtswiegen zum zweiten Mal veranstaltet.

Gewichte seit 1957 notiert

Boeck maß das Gewicht mit dem in Oschatz gebauten Gerät. Die Angaben seien "auf 100 Gramm genau", sagte er. Anschließend mussten sich die "Waagemutigen" der Frage stellen, wie gesund sie in den vergangenen Monaten gelebt haben. Denn akribisch genau sind alle Vorjahresgewichte der Teilnehmer notiert. Zwei Bücher hat Boeck dafür zur Hand. Damit kann er die Gewichtsentwicklungen bis zum ersten Weihnachtswiegen 1957 zurückverfolgen.

Die Waage ist seither die gleiche und gehört Klaus Birnbaum, dem ehemaligen Wirt der Gaststätte "Schweitzerhaus". Bis zur Schließung dieser Gaststätte war das Messinstrument hier im Einsatz. Nach einer anschießenden Zwischenstation in der "Schützenwiese" findet das Wiegen nun im Bergschlösschen statt. Auch nach 55 Jahren verweigert der Oldtimer seinen Dienst nicht. "Die Waage ist robust, rein mechanisch. Da kann nicht viel passieren", erklärte Boeck.

Die meisten Teilnehmer waren gestern nicht zum ersten Mal beim Weihnachtswiegen dabei, in vielen ihrer Familien ist die Veranstaltung fester Bestandteil der Weihnachtsfeiertage. "Ich komme jedes Jahr von Riesa hierher. Wir treffen alte Freunde und prüfen unser Gewicht, es macht Spaß", sagte Christian Nährig.

An den Tischen wurde geknobelt und gelacht, Jung und Alt trafen sich bei dieser Gelegenheit. "Es ist auch zum Treffpunkt einiger Stammtische geworden, manche Leute treffen sich nur einmal im Jahr", weiß Wiegemeister Boeck. Spaß und das gesellige Beisammensein mit alten Freunden standen im Vordergrund.

Schwergewichtstitel verteidigt

Rainer Uhlitzsch hat auch in diesem Jahr den Titel des Schwergewichts verteidigt. "Ich komme wegen dem Spaß und der Tradition, aber die Spitze würde ich gern mal abgeben", wünscht sich Uhlitzsch. Den Platz des Leichtesten sahnte in diesem Jahr ein Neuling ab: Erik Töpfer.

Im nächsten Jahr - darüber sind sich auch Boeck und Uhlitzsch einig - wird man sich wieder zum Wiegen hier treffen, "so lange es die Gesundheit mitmacht".

Stefan Kirsten

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